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Windows Live® Suchergebnisse Maurice MaeterlinckEnzyklopädieartikel
Maurice Maeterlinck (1862-1949), belgischer Schriftsteller, bedeutender Vertreter des symbolistischen Dramas. Maeterlinck stammte aus Gent, wo er auch Jura studierte. Nach seiner Übersiedlung nach Paris 1886 gab er dies jedoch auf und wandte sich einer dichterischen Tätigkeit zu. Maßgeblich wirkte sich dabei sein Kontakt zu den in Paris ansässigen symbolistischen Dichtern aus, die sich in bewusster Abkehr vom damals vorherrschenden Naturalismus absetzten. Maeterlinck verfasste seinerseits Gedichte symbolistischen Anstrichs, darunter das berühmte Les Serres chaudes (1889; Im Treibhaus). Bekannt wurde er in der Folge vor allem durch seine Theaterstücke, für die er 1911 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Während des 2. Weltkrieges hielt sich Maeterlinck in den USA auf und kehrte nach dem Krieg nach Europa zurück. Er starb am 6. Mai 1949 in Nizza. Maeterlincks handlungsarme, eher meditative Theaterstücke zeichnen sich durch eine klare, einfache Sprache und eine suggestiv-traumhafte Stimmung aus. Tiefe Melancholie und Pessimismus angesichts des Bösen und des Todes prägen vor allem seine frühen Stücke. In seinen späteren Werken weicht diese Haltung tendenziell dem Glauben an die ausgleichende Macht der Liebe und die Erfahrbarkeit menschlichen Glückes. Insgesamt machen sich Einflüsse von Novalis und Swedenborg bemerkbar. Die Isolation seiner Protagonisten und das Fehlen einer durchgängigen, logischen Handlung machen Maeterlinck auch zu einem Vorläufer des absurden Theaters. Am stärksten war indessen der Widerhall unter den Zeitgenossen. So schätzte z. B. Rainer Maria Rilke den belgischen Dichter sehr, verarbeitete entsprechende Anregungen in seiner eigenen Lyrik und übersetzte einige Werke Maeterlincks ins Deutsche. Zu Maeterlincks bedeutendsten Stücken gehören La Princesse Maleine (1889; Prinzessin Maleine), Pelléas et Mélisande (1892; Pelleas und Melisande), das Claude Debussy 1902 als Vorlage für eine Oper diente, und L’Oiseau bleu (1909; Der blaue Vogel), das ein Klassiker des Kindertheaters wurde. Heute fast unbekannt sind Monna Vanna (1902; Monna Vanna) und Le Bourgmestre de Stilmonde (1918). Maeterlinck verfasste darüber hinaus eine Reihe philosophisch-kulturkritischer Essays, wie Le Trésor des humbles (1896; Der Schatz der Armen), La Vie des abeilles (1901; Das Leben der Bienen) und L’Intelligence de Fleurs (1907; Die Intelligenz der Blumen).
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