Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Tierkrankheiten", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Tierkrankheiten |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse TierkrankheitenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Bakterieninfektionen; Pilzkrankheiten; Viruskrankheiten; Erkrankungen durch Parasiten; Prionenkrankheiten; Erbkrankheiten; Umweltfaktoren; Maßnahmen gegen die Verbreitung von Tierkrankheiten
Tierkrankheiten, Krankheiten, die bei Heim-, Zoo-, Nutz-, Labor- und Wildtieren auftreten und die zum Teil wegen ihrer Übertragbarkeit auf den Menschen für die öffentliche Gesundheit von Bedeutung sind. Nach der Ursache der Krankheiten unterscheidet man Infektionen durch Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten und Prionen sowie Erb- und Umweltkrankheiten.
Bakterien können als Krankheitserreger ihre schädigende Wirkung auf unterschiedliche Weise entfalten. Einige – wie Tetanuserreger – produzieren Toxine. Weit verbreitet sind die durch Salmonella hervorgerufenen Salmonellosen. Es sind etwa 2 000 Serotypen von Salmonellen bekannt, ein Teil davon bewirkt bei Mensch und Tier Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Infektionen mit Salmonella typhimurium sind die Ursache für fast die Hälfte aller Lebensmittelvergiftungen beim Menschen, Symptome sind Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Salmonellen sind häufig für den Tod von Geflügel verantwortlich. Leptospirosen sind von Nagetieren auf Menschen übertragbare Infektionskrankheiten, die von spiralförmigen Bakterien der Gattung Leptospira hervorgerufen werden und die hohes Fieber sowie Leber-, Nieren und Hirnhautentzündungen bewirken. Leptospirosen sind meldepflichtig. Tuberkulose wird durch den Erreger Mycobacterium hervorgerufen. Die befallenen Tiere leiden unter chronischem Durchfall (bei Darmtuberkulose) oder dumpfem Husten (bei Lungentuberkulose), sie verweigern die Nahrungsaufnahme. Weitere Symptome sind Entkräftung, Abmagerung und Lähmungen. Einige Tuberkuloseerreger von Tieren sind auch für den Menschen pathogen (krankheitserregend). Eine Infektion geht mit Fieber, Erschöpfung und nächtlichem Schwitzen einher, bei Lungentuberkulose sind zudem die Atemwege betroffen. Milzbrand, eine auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit, wird durch die Milzbrandbazillen Bacillus anthracis hervorgerufen. Bei den betroffenen Tieren erhöht sich die Körpertemperatur auf 42 °C, sie leiden unter Mattigkeit, beschleunigter Atmung, Krämpfen und Zittern. Aus Maul, Nase und After tritt blutige Flüssigkeit aus. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit Weidevieh, Inhalation oder Nahrungsmittel. Beim Menschen gibt es eine äußere Form, bei der sich Pusteln auf der Haut bilden und die mit Fieber, Schüttelfrost, Lymphdrüsenschwellungen und Erschöpfung einhergehen kann. Die innere Form tritt als Lungen- oder Darmmilzbrand auf, sie führt zu inneren Blutungen. Bakterien der Gattung Pasteurella sind sowohl tier- als auch menschenpathogen. Die durch P. multocida hervorgerufene Geflügelcholera betrifft sowohl Hühnervögel als auch Wasservögel. Die Tiere leiden unter Fieber, lassen die Flügel hängen und atmen angestrengt unter rasselnden Geräuschen. Aus Nasenlöchern und Schnabel tritt ein schaumiger Schleim aus. Die sehr kleinen, weichwandigen Bakterien der Gattung Mycoplasma sind Ursache verschiedener Krankheiten bei Mensch und Tier, wie z. B. Brustfellentzündungen bei Rindern, Nebenhöhlenentzündungen bei Truthühnern und chronische Erkrankungen der Atemwege bei Hühnern. Die Psittakose oder Papageienkrankheit wird durch Infektionen mit Bakterien der Gattung Chlamydia hervorgerufen. Die Tiere leiden unter Durchfall, Fressunlust, Muskelschwäche, Atemnot und Ausfall von Federn. Die Erreger können auch auf den Menschen übertragen werden und verursachen grippe- oder typhusähnliche Symptome.
Pilze verursachen bei Tieren viele ernsthafte Krankheiten (siehe Pilzinfektionen). Aspergillus kann Nekrosen (Tod von Zellen, Geweben oder Organen) in der Lunge, dem Nervensystem oder anderen Organen hervorrufen. Außerdem produzieren diese Pilze toxische Substanzen, die beim Verzehr pilzbefallener Futter- oder Nahrungsmittel tödlich verlaufende Mykotoxikosen (Pilzvergiftungen) verursachen. Eine Infektion mit Candida albicans, einem Hefepilz, kann bei Vögeln und anderen Tieren ebenfalls tödlich verlaufen.
Viren spielen als Erreger von Tierkrankheiten ebenfalls eine bedeutende Rolle. Dazu gehören u. a. die ansteckende Anämie (Blutarmut) bei Pferden und die Schweinepest. Letztere ist durch ein Ansteigen der Körpertemperatur auf 41 °C und einen schwankenden Gang der Tiere gekennzeichnet; zudem treten Krämpfe und Durchfall auf. Symptome der auch als Vogelgrippe bezeichneten Geflügelpest sind Fieber, Atemnot, Durchfall, Krämpfe und Lähmungen; in der Schnabelhöhle bildet sich zäher Schleim. Grippeviren sind auch bei der Schweine- und Pferdehaltung von Bedeutung. Von Tollwut befallene Tiere sind entweder teilnahmslos oder aggressiv, charakteristische Kennzeichen sind Krämpfe, Lähmungen und Wasserscheu. Staupe ist eine Viruserkrankung, die u. a. Hunde und Seehunde befällt. Erste Anzeichen sind erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Mattigkeit, Niesen sowie Ausfluss aus Mund und Nase. Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, kann ebenso wie andere Virusinfektionen durch Insektenstiche auf Säuger und Vögel übetragen werden. Weitere Übertragungswege von Viren sind Tröpfchen- und Schmierinfektionen, Bisse, sowie die Übertragung vom Muttertier auf die Nachkommen durch die Plazenta oder das Ei. Einige Viren rufen Tumorerkrankungen bei Geflügel hervor. Die Auswirkungen einer Infektion sind von Art zu Art oder je nach befallenem Organ oder Gewebe sehr unterschiedlich. Die Blauzungenkrankheit, an der Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen erkranken, ist insbesondere in Afrika, Südamerika, Asien und Südeuropa verbreitet. Sie wird durch das Bluetongue-Virus verursacht, das von Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen wird. Die Krankheit äußert sich u. a. in Fieber, Hautschäden, Geschwüren, Ödemen, Bindehautentzündung und, aufgrund einer Durchblutungsstörung, Blaufärbung der Zunge; einen Impfstoff gibt es nicht. Die Sterblichkeit ist je nach Tierart verschieden, besonders hoch ist sie bei Schafen. Erkrankte Tiere können die Krankheit nicht auf gesunde übertragen; Menschen erkranken weder durch den Stich einer infizierten Mücke, noch durch den Verzehr von Fleisch oder Milch, die von erkrankten Tieren stammen. Die Blauzungenkrankheit trat 2006 erstmals in Mitteleuropa (in Deutschland und den Niederlanden) auf. Nachdem das Virus offenbar den Winter 2006/07 in Mitteleuropa überstanden hatte, breitete sich die Krankheit 2007 in Deutschland mit mehr als 11 000 Fällen über die Mehrzahl der Bundesländer aus; zudem trat sie in etlichen anderen europäischen Ländern auf. Die Ausbreitung in Europa scheint im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung zu stehen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |