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Windows Live® Suchergebnisse Gelasius I., heiligerEnzyklopädieartikel
Gelasius I., heiliger (gestorben 496), Papst (492-496), der die Rangordnung zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt klärte. Der in Rom geborene, hochgebildete Afrikaner war unter seinen Vorgängern, Simplicius und Felix III., als schriftführender Archidiakon maßgeblich an deren Politik im Akakianischen Schisma, der ersten großen Spaltung zwischen West- und Ostkirche, und dem Festhalten an den Beschlüssen des Konzils von Chalkedon (451) im Hinblick auf die Christologie beteiligt. Als Papst seit dem 1. März 492 verteidigte Gelasius mit ungewohnter Klarheit und Schärfe den römischen Primat in der Kirche, und er formulierte in einem Brief an Kaiser Anastasios I. die Zweigewaltenlehre. Nach dieser hat Gott sowohl das Königtum als auch das Priestertum unabhängig voneinander und gleichberechtigt eingerichtet, dabei jedoch die weltliche Gewalt im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber Gott der geistlichen unterstellt, denn das Oberhaupt der Kirche muss am Jüngsten Tage für alle Christen Rechenschaft vor Gott ablegen. Diese Lehre wurde in Form der Zwei-Schwerter-Theorie im Mittelalter zur Klärung des Verhältnisses zwischen Papst und Kaiser herangezogen. Rückhalt für seine rigorose Politik fand er im arianischen Ostgotenkönig Theoderich, zu dem Gelasius sehr intensive Beziehungen unterhielt. Gelasius verfasste neben zahlreichen Briefen und Dekretalen einen theologischen Traktat gegen den Pelagianismus, einen gegen heidnische Feste (Lupercalia) und vier gegen den Monophysitismus. Er starb am 19. September 496 in Rom, sein Festtag ist der 21. November.
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