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IslandEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Island ist in acht Regionen gegliedert, die jeweils ein eigenes Verwaltungszentrum besitzen und Einkommens- und Gewerbesteuern erheben können. Unterhalb der Ebene der Regionen ist Island in 31 Städte und 166 Gemeinden gegliedert. In Stadtgebieten gilt das Verhältniswahlrecht, in ländlichen Gemeinden das System der einfachen Mehrheit.
Die wichtigsten im Parlament vertretenen Parteien sind die 1930 gegründete, rechts der Mitte angesiedelte Unabhängigkeitspartei (SSF), die beiden gemäßigt linken Parteien Fortschrittspartei (FSF) und Sozialdemokratische Partei (SF) sowie die 1956 entstandene, sozialistische Volksallianz (AL). Seit den achtziger Jahren bildeten sich weitere Parteien. 1983 wurde die Sozialdemokratische Frauenpartei gegründet und 1987 die Bürgerpartei, ein Flügel der Unabhängigkeitspartei.
Island verfügt über keine militärischen Streitkräfte, unterhält aber eine 160 Mann starke Küstenwache zur Kontrolle der Hoheitsgewässer. Island ist ein Mitgliedsstaat der NATO. In einem 1951 geschlossenen und in der Folgezeit mehrmals erneuerten bilateralen Abkommen verpflichteten sich die USA, die Sicherheit Islands und dessen Verteidigung zu garantieren, und hatten etwa 1 200 US-Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Keflavík stationiert. Da nach dem Ende des Kalten Krieges die strategische Bedeutung Islands für die USA erheblich gesunken war, zogen sie 2006 ihre Soldaten von Island ab. Die NATO bot daraufhin an, die Aufgaben der US-Truppen zumindest teilweise zu übernehmen.
Island gehört seit 1970 zur EFTA (European Free Trade Association: Europäische Freihandelsassoziation). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Islands beträgt rund 16 265 Millionen US-Dollar (2006). Die Wirtschaft des Landes ist marktwirtschaftlich orientiert; allerdings übt die Regierung ein beachtliches Maß an Aufsicht über die wichtigen Sektoren aus: So sind beispielsweise viele der Banken und Finanzinstitute in staatlicher Hand und ein Großteil der Kraftwerke befinden sich unter Kontrolle der Regionalverwaltungen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftssektor, wobei die Fischerei eine Nebenerwerbsquelle darstellte. Dies wandelte sich jedoch. Mitte des 20. Jahrhunderts gehörten die Fischerei und die Fisch verarbeitende Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Um eine Abhängigkeit von der Fischerei zu verhindern, bemühte sich die isländische Regierung um eine Diversifizierung der Wirtschaft. Ein besonderes Augenmerk richtete man dabei auf den Dienstleistungssektor. Etwa 69 Prozent aller Erwerbstätigen sind in der Dienstleistungsbranche beschäftigt, ungefähr 23 Prozent arbeiten in der Industrie und nur 7 Prozent gehen einer landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit nach. Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Die besonders Mitte der achtziger Jahre hohe Inflationsrate von mehr als 23 Prozent konnte im Lauf der Zeit gesenkt werden und lag im Durchschnitt der Jahre 2006 bei 8,90 Prozent. Islands Produktionspotential an Elektrizität aus Wasser- und geothermischer Energie ist enorm und die Nutzung wird ausgebaut, um den Aufbau einer vielseitigen Industrie voranzutreiben.
Rund ein Fünftel des gesamten Freilandes lassen sich landwirtschaftlich nutzen; davon werden weniger als 0,5 Prozent (1995) als Ackerland verwendet. Zu den Hauptanbauprodukten zählen Rüben, Kartoffeln und Futterpflanzen. Seit 1945 kommen zusätzlich Treibhäuser zum Einsatz, die man mittels geothermischer Energie beheizt. Heutzutage werden etwa 15 000 Hektar treibhaustechnisch zur Blumenzucht sowie zum Obst- und Gemüseanbau genutzt. Etwa 20 Prozent der Gesamtfläche Islands eignen sich zur Viehhaltung und Weidewirtschaft. Produziert werden u. a. Milch und Milchprodukte, Schafwolle sowie Fleischerzeugnisse.
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