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IslandEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Fischfang und Fischverarbeitung zählen zu den ertragreichsten Zweigen der isländischen Wirtschaft; die Fangmenge lag 2005 bei 1 690 383 Tonnen. In diesem Sektor wird ein Großteil der Exporterlöse erwirtschaftet; 1995 waren rund 71 Prozent aller ausgeführten Güter Fisch- und Fischereierzeugnisse. Island ist der führende Lieferant von Kabeljau (siehe Dorsche), der gut zwei Drittel der Fangmenge ausmacht. Daneben werden auch Schellfisch, Hering, Rotbarsch und Köhler (siehe Pollack) sowie Schalentiere im größeren Umfang gefangen. In den Küstenstädten hat sich im Lauf der Zeit eine umfangreiche Fischindustrie angesiedelt. Auf internationalen Druck stellte Island den Walfang 1989 ein. Im Juni 1992 trat Island aus der IWC (International Whaling Commission: Internationale Walfangkommission) aus.
Island verfügt kaum über Gewinn bringende Bodenschätze. Zu den wirtschaftlich wertvollen Rohstoffen zählen Muschelkalk, Perlit (vulkanisches Glas), Diatomit (siehe Kieselalgen) und Bimsstein.
Neben der Fisch verarbeitenden Industrie, die den Hauptanteil des Exports ausmacht, verfügt Island über traditionelle Industriebereiche, die hauptsächlich für den Binnenmarkt produzieren. Die Haupterzeugnisse sind chemische Produkte (vor allem Düngemittel), Bekleidung, Schuhe und Lederwaren. Seit den sechziger Jahren haben sich wegen der preiswerten Energieversorgung zunehmend große exportorientierte Werke angesiedelt. Sie werden von ausländischen Firmen unterstützt und produzieren beispielsweise Diatomit, Ferrosilicium (Silicium: Verwendung) und Aluminium (aus importiertem Bauxit); rund 10 Prozent aller ausgeführten Güter sind Hüttenaluminium (1995).
Die Währung Islands ist die Isländische Krone (Króna), die 100 Aurar entspricht. Die Währung wird von der staatlichen Zentralbank (gegründet 1961) ausgegeben. Um den Forderungen des Binnenmarktes der Europäischen Union entgegenzukommen, hat die Regierung die starke Kontrolle des Banken- und Finanzsektors seit Mitte der achtziger Jahre deutlich reduziert. Dennoch besitzt sie immer noch zwei der drei Geschäftsbanken. Die vier Privatbanken schlossen sich 1989 zur Íslandsbanki zusammen. In der Handelsbilanz standen 3 644 Millionen US-Dollar (2004) für Einfuhrgüter einem Volumen von 2 821 Millionen US-Dollar für ausgeführte Waren gegenüber. Zu den wichtigsten Importprodukten gehören Erdöl, Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge, petrochemische Erzeugnisse und Lebensmittel. Fisch und Fischerzeugnisse machten 71 Prozent (1995) aller Ausfuhrgüter aus, weitere 10 Prozent Aluminium. Islands wichtigste Handelspartner sind Großbritannien, Deutschland, USA, Japan, Dänemark, Frankreich, Spanien und Norwegen.
Islands Straßennetz beschränkt sich hauptsächlich auf die Küstengebiete und umfasst insgesamt 12 972 Kilometer (2004). Nur etwa 20 Prozent sind asphaltiert, der größte Teil davon auf der Hringvegur, die als 1 440 Kilometer lange Ringstraße um die Insel läuft. Die Insel besitzt keine Eisenbahn oder schiffbaren Flüsse, aber mehrere Seehäfen: Akranes, Keflavík, Reykjavík und Siglufjördhur. Die Fluggesellschaft Icelandair bietet sowohl Inlandsflüge als auch internationale Flüge an. Der internationale Flughafen liegt bei Keflavík. Die beeindruckenden Landschaften mit ihren vulkanischen Erscheinungen (z. B. Solfataren, Geysire), Gletschern und Wasserfällen üben auf eine kontinuierlich steigende Besucherzahl (1995: 189 796 Gäste) große Anziehungskraft aus. So brachte der Fremdenverkehr 1995 rund 250 Milliarden US-Dollar ein.
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