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Windows Live® Suchergebnisse QuebecEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Quebec, auch Québec, Provinz im Osten Kanadas. Quebec grenzt im Norden an die Hudsonstraße und die Ungavabai; im Osten an Labrador (einem Teil der Provinz Newfoundland and Labrador), die Belle-Isle-Straße und den Sankt-Lorenz-Golf; im Süden an die Provinz New Brunswick sowie die US-Bundesstaaten Maine, New Hampshire, Vermont, New York und die Provinz Ontario; im Westen an die Provinz Ontario sowie an die Jamesbai und die Hudsonbai. Die Grenze zu Ontario wird teilweise vom Ottawa River gebildet. Der Beiname der Provinz Quebec lautet „The Storied Province” (die sagenumwobene Provinz). Sie trat am 1. Juli 1867 als eine der vier Gründungsprovinzen der Kanadischen Konföderation bei. Die Region wurde zunächst von den Franzosen kolonisiert, im Frieden von Paris (1763) jedoch den Briten zugesprochen (siehe unten: Geschichte). Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung Quebecs ist Französisch nach wie vor die Muttersprache. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzten sich die Québécois (die französischsprachigen Einwohner Quebecs) verstärkt für die Bewahrung ihres französischen Erbes ein; ihre Forderungen reichen von mehr Autonomie bis hin zur Unabhängigkeit der Provinz. Die daraus resultierenden Konflikte mit der Zentralregierung sind noch immer nicht gelöst; zumindest aber sind die Bewohner der Provinz seit 2006 als „Nation innerhalb eines vereinigten Kanada” anerkannt. Die Wirtschaft beruht vorwiegend auf dem Dienstleistungssektor (einschließlich des Tourismus) und der Industrie. Montreal ist Handels- und Industriezentrum sowie die größte Stadt der Provinz und zugleich ganz Kanadas. Der Name Quebec ist eine Ableitung eines Begriffs aus der Algonkinsprache, der so viel bedeutet wie „Ort, wo der Fluss fließt”. Damit wird auf den Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe der heutigen Provinzhauptstadt Quebec angespielt.
Quebec ist die größte kanadische Provinz. Mit einer Fläche von 1 540 680 Quadratkilometern umfasst sie 15,5 Prozent der Gesamtfläche Kanadas; 183 890 Quadratkilometer davon sind von Süßwassergewässern bedeckt. Die größten Abmessungen der Provinz, die an einer Vielzahl unterschiedlicher Landschaftsformen sowie Vegetations- und Klimazonen Anteil hat, betragen in nordsüdlicher Richtung etwa 1 930 Kilometer und in ostwestlicher Richtung 1 610 Kilometer. Die Höhenlage reicht von Meereshöhe bis auf 1 622 Meter am Gipfel des Mont D’Iberville in den im äußersten Nordosten gelegenen Torngat Mountains. Der Berg befindet sich an der Grenze zur Provinz Newfoundland and Labrador, wo er als Mount Caubric bezeichnet wird. Zum Staatsgebiet Quebecs gehören zudem die im Sankt-Lorenz-Golf gelegenen Insel Anticosti und die Magdalenen-Insel. Die Küstenlänge beträgt etwa 3 775 Kilometer.
Quebec nimmt den größten Teil der Halbinsel Labrador ein. Es gliedert sich in drei unterschiedliche geographische Regionen, den Kanadischen Schild, die Appalachenregion und das Sankt-Lorenz-Tiefland. Etwa 90 Prozent Quebecs gehören zum Kanadischen Schild, der zum Großteil aus Bruchgesteinen aus Granit und Gneis besteht. Der im Allgemeinen flache und mit zahlreichen Seen übersäte Schild neigt sich sanft den flachen Gewässern der Hudsonbai zu. Der stark zerschnittene Südteil grenzt diese Region von den Laurentian Mountains (auch Les Laurentides) ab, die sich am Gipfel des Mont Tremblant bis zu einer Höhe von 968 Metern erheben. Die Einheitlichkeit des Schildes wird außerdem von einigen Schiefer- und Quarzitgürteln unterbrochen. Dazu gehört das Gebiet des Labrador Trough südlich der Ungavabai, das aus einer Reihe stark verwitterter Gebirgszüge besteht. Aufgrund der niedrigen Temperaturen findet sich im nördlichen Viertel des Schildes ganzjährig gefrorener Dauerfrostboden. Bei der Appalachenregion handelt es sich um die Fortsetzung des Appalachengebirges der Vereinigten Staaten. Die parallelen Kämme bestehen aus aufgefaltetem, verwittertem Sedimentgestein. Sie verlaufen in nordöstlicher Richtung und durchziehen den südöstlichen Teil Quebecs und die Halbinsel Gaspé. Die Monts Notre-Dame auf Gaspé sind der wichtigste Gebirgsstock dieser Region. Die tiefen Täler zwischen den einzelnen Kämmen sind durch eiszeitlichen Sand und Ton aufgefüllt und sind landwirtschaftlich nutzbar. Der Mont Jacques-Cartier auf der Halbinsel Gaspé ist mit 1 277 Metern der höchste Punkt der Appalachenregion. Zwischen dem Kanadischen Schild und der Appalachenregion liegt auf beiden Seiten des Sankt-Lorenz-Stromes das schmale Sankt-Lorenz-Tiefland. Der Untergrund dieser bevölkerungsreichen Region, zu der sowohl Montreal und die Stadt Quebec als auch die Insel Anticosti gehören, besteht aus Kalkstein, der von Schichten aus Ton und glazialem Sand überlagert ist. In der Gegend um Montreal werden die flachwelligen Ebenen durch die Monteregian Hills unterbrochen. Dabei handelt es sich um eine Reihe einzelner Gipfel, von denen der Brome Mountain mit einer Höhe von 533 Metern der höchste ist. Die Böden im Tiefland eignen sich gut zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Die zahlreichen Flüsse und Seen in Quebec lassen sich zwei großen Einzugsgebieten zuordnen: im Osten das Gebiet des Sankt-Lorenz-Stromes, der in den Atlantischen Ozean mündet, und im Westen, Norden und Osten Flüsse, die in die Jamesbai, Hudsonbai und die Ungavabai münden. Die Flüsse der Provinz werden intensiv zur Energieerzeugung herangezogen. Der Sankt-Lorenz-Strom, einer der größten Flüsse der Welt, entspringt westlich der Großen Seen. Zu seinen größten Nebenflüssen aus dem Norden gehören Ottawa, Saint-Maurice, Saguenay und Manicouagan; von Süden her fließen ihm z. B. Richelieu, Saint-François und Chaudière zu. Die Entwässerung im Bereich des Kanadischen Schildes erfolgt hauptsächlich durch die Flüsse Eastmain, Nottaway, La Grande-Rivière und La Grande Rivière-de-la-Baleine, die in die Jamesbai und die Hudsonbai münden. Das Koksoak-Caniapiscau-Flusssystem sowie der George River fließen nach Norden in die Ungavabai. Zu den größten unter den zahlreichen Seen auf dem Kanadischen Schild zählen Lake Mistassini, Réservoir Gouin, Lac à l’Eau Claire, Lac Bienville und Lac Saint-Jean.
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