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SozialpsychologieEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Theorieentwicklung; Erste Experimente; Forschungsgebiete; Forschungsmethoden; Angewandte Sozialpsychologie; Zwischenmenschliche Beziehungen; Interpersonelle Kommunikation; Soziale Wahrnehmung
In der Sozialpsychologie werden zahlreiche Forschungsmethoden und -techniken eingesetzt. In den letzten Jahren wurden in psychologischen Untersuchungen zunehmend äußerst detaillierte und exakte mathematische Modelle des Sozialverhaltens eingesetzt. Diese Modelle sollen das Sozialverhalten in einem möglichen System sozialer Beziehungen theoriegestützt mit arithmetischer Genauigkeit abbilden. Erhebungstechniken sind u. a. der Fragebogen und das Interview, wie sie häufig bei Meinungsumfragen und bei Verbraucherbefragungen eingesetzt werden. Diese beiden Methoden stellen Forscher vor eine Reihe von Problemen. Bei der Feldforschung kann die Umgebung nicht in der Weise kontrolliert werden, wie das bei Laboruntersuchungen möglich ist. In Experimenten kann man die Auswirkungen selbst kleinster Variablen beobachten; in natürlichen Umgebungen dagegen können diese leicht durch andere dort vorhandene Variablen überdeckt sein. Häufig wird auch das Verhalten in natürlichen Situationen systematisch beobachtet. Zur Analyse von Statistiken und anderen Daten, zur Einstellungsmessung und zur Erfassung von sozialen Präferenzen (Sozialwahl) und der zwischenmenschlichen Beziehungen stehen spezielle Verfahren zur Verfügung. Wichtig sind auch psychophysiologische Messungen – also Messungen von Merkmalen, die sich sowohl psychisch als auch körperlich bemerkbar machen. Die kulturvergleichende und die Völker-Psychologie vergleichen das Verhalten verschiedener Völker und in verschiedenen Kulturen.
Die in Laboruntersuchungen und der Feldforschung entwickelten sozialpsychologischen Prinzipien sind auf viele soziale Situationen und Probleme anwendbar. Firmen, Institutionen, Schulen und die verschiedensten Arbeitsgruppen nehmen die Dienste von Sozialpsychologen in Anspruch, um die persönlichen Beziehungen zu verbessern, die Beziehungen zwischen Gruppenmitgliedern, die miteinander in Konflikt stehen, besser zu verstehen, und Probleme der Produktivität von Gruppen und Institutionen zu lösen.
Immer haben Sozialpsychologen sich auch für persönliche Beziehungen interessiert, etwa für Freundschaften oder Liebesbeziehungen. Untersuchungen von Dauerbeziehungen haben ergeben, dass diese charakteristische Verhaltensmuster und Regeln aufweisen, die sich im Verlauf der Beziehung ändern. Der Ausgleich von Aufwand und Ertrag, der Beziehungen aufrechterhält und an der Überwindung von Konflikten beteiligt ist, wurde schon mit Hilfe mehrerer Theorien zu fassen versucht. Gelingende persönliche Beziehungen stehen mit psychischer und physischer Gesundheit in engem Zusammenhang.
Sozialpsychologen sehen Sprache und Kommunikation als zentral für die Organisation des sozialen Lebens an. Umfangreiche Forschungen zur nonverbalen (nichtsprachlichen) Kommunikation zeigen, dass eine komplizierte unbewusste Kommunikation (Unbewusstes) mit Hilfe der Körpersprache für das glatte Funktionieren der sozialen Interaktion wesentlich ist. Sympathie und Zuneigung etwa vermitteln wir auf diese Weise. In letzter Zeit wächst in der Sozialpsychologie auch das Interesse am Diskurs. Mit Hilfe literaturwissenschaftlicher und linguistischer Methoden wird die Rolle der Sprache bei der Konstruktion des Sozialen untersucht.
Seit den siebziger Jahren wird überwiegend im Bereich der sozialen Wahrnehmung geforscht. Hier wird danach gefragt, wie Menschen ihre soziale Umgebung wahrnehmen und welche Annahmen sie über sie haben. Hauptforschungsgebiete sind die Erklärungen, die Menschen für ihr eigenes Verhalten und das anderer Menschen finden, die Bilder, die man sich von sozialen Ereignissen macht, das Selbstbild und die Aspekte, mit denen Menschen sich bei sozialen Anlässen beschäftigen. Darüber hinaus werden auch die Auswirkungen dieser Vorgänge auf das Denken und die Motivation untersucht.
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