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Puls

Enzyklopädieartikel

Puls, die rhythmische Ausdehnung der Arterien durch aufeinander folgende Blutstöße, die von den regelmäßigen Kontraktionen des Herzens erzeugt werden. Die Arterien ähneln elastischen Schläuchen, und in diese bereits gefüllten Gefäße werden bei jeder Kontraktion des Herzens 30 bis 60 Gramm Blut gedrückt. Die dabei entstehende Dehnung der Blutgefäße pflanzt sich mit etwa sieben Meter je Sekunde durch das Netz der Arterien fort und erreicht schließlich die Kapillaren. Diese haben keine elastischen Wände und setzen dem Blut so viel Widerstand entgegen, dass die Dehnung verebbt.

Fühlen kann man den Puls überall da, wo eine Arterie über Knochen oder Knorpel verläuft. Der Beginn der Pulswelle stellt den systolischen Druck dar, ihr Ende markiert die Diastole (siehe Blutdruck). Die Pulsgeschwindigkeit beträgt 150 Schläge je Minute beim Embryo, 120 bei Säuglingen, 100 bei Kleinkindern und 60 bis 80 Schläge bei Erwachsenen. Sie kann sich durch Autosuggestion und andere Übungen deutlich ändern (siehe Biofeedback; Bewusstseinszustände; Sportmedizin). Bei Erkrankungen verändert sich der Puls meist in unmittelbarer Abhängigkeit von der Körpertemperatur: Dieser Zusammenhang ist so eindeutig, dass ein erfahrener Arzt die Temperatur eines Patienten anhand des Pulses abschätzen kann. Meist wird der Puls am Handgelenk mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemessen. Man zählt die Pulsschläge 15 Sekunden lang und multipliziert den erhaltenen Wert mit vier, um die Pulsschläge pro Minute zu erhalten. Wenn sich der Puls in Geschwindigkeit, Rhythmus und Stärke verändert, ist das für den Kundigen ein Warnzeichen, dass eine Krankheit vorliegen oder bevorstehen kann. Auch die seelische Situation beeinflusst die Pulsfrequenz. Manchmal beobachtet man auch an den großen Venen einen Puls. Er ist meist doppelt so schnell wie der arterielle und entsteht durch Druckschwankungen im linken Herzohr.

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