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Geschlechtskrankheiten

Enzyklopädieartikel
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ChlamydienChlamydien
Artikelgliederung
1

Einleitung

Geschlechtskrankheiten, Infektionskrankheiten, die meist durch geschlechtlichen Kontakt übertragen werden.

Geschlechtskrankheiten werden auch als venerische Krankheiten bezeichnet. Mehrere Arten der Geschlechtskrankheiten sind epidemisch, dazu zählen die Gonorrhö, der Herpesvirus, der die Geschlechtsteile befällt, Genitalwarzen (Condylomata acuminata), Scabies (Krätzmilben) und Harnröhren- und Scheidenentzündungen, welche durch das Bakterium Chlamydia trachomatis (siehe Chlamydien), das Protozoon Trichomonas und den Hefepilz Candida albicans hervorgerufen werden. Ein Arzt der Berliner Charité entdeckte nach einem 2001 in Mycosis erschienen Bericht die bislang unbekannte Spezies Candida africana, die außer in Afrika auch in Europa nachgewiesen wurde und ebenfalls Entzündungen der Geschlechtsorgane verursacht.

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Arten von Geschlechtskrankheiten

Neben den bereits erwähnten epidemischen Krankheiten zählen dazu auch Syphilis, Filzlausbefall im Genitalbereich (Pediculosis pubis), Scheidenentzündungen, die durch das Haemophilus-Bakterium verursacht werden, Molluscum contagiosum, Weicher Schanker und Lymphopathia venerea. Diese Krankheiten werden durch unterschiedliche Organismen hervorgerufen. Trichomonas ist ein Protozoon; Moniliose beziehungsweise Candidiasis wird durch einen Hefepilz verursacht. Die Organismen, die Weichen Schanker, Gonorrhö, Syphilis, Haemophilus vaginitis und Lymphopathia venerea verursachen, sind Bakterien (letztere Krankheit wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis ausgelöst). Viren sind die Erreger von Herpes im Genitalbereich, Genitalwarzen (verursacht durch den menschlichen Papillomavirus) und Molluscum contagiosum.

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Übertragung

Alle diese Geschlechtskrankheiten werden nur durch Intimkontakt mit einer infizierten Person übertragen. Außerhalb des menschlichen Körpers sind ihre Erreger nicht lebensfähig. Neben dem gewöhnlichen Kontakt im Genitalbereich führen auch Anal- und Oralverkehr zu Fällen von analen und oralen Infektionen. Einige dieser Krankheiten, insbesondere Weicher Schanker und Scabies, können auch durch Kontakt mit den Händen von einem Hautbereich auf einen anderen übertragen werden. Scabies, Läuse, Herpes und Scheidenentzündungen, die durch Trichomonas verursacht werden, sowie Candida albicans müssen ebenfalls nicht unbedingt durch Sexualkontakt übertragen worden sein. Gonorrhö, Syphilis und Chlamydieninfektionen können ferner während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden, entweder intrauterin oder bei der Geburt. Infizierte lebend geborene Kinder zeigen in diesem Fall schwere Entwicklungsstörungen.

Obwohl Geschlechtskrankheiten meist im äußeren Genitalbereich beginnen, können sie sich auf die Prostata, Gebärmutter, Hoden und nahe gelegene Organe ausdehnen. Die meisten dieser Infektionen rufen lediglich Reizungen, Jucken und schwächere Schmerzen hervor, andere, wie die durch Gonorrhö und Chlamydien hervorgerufene Harnröhrenentzündungen, führen oft zu Komplikationen und Spätfolgen bis hin zur Sterilität.

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Bekämpfung

Durch die Einführung eines Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sind diese in den sechziger Jahren stark zurückgegangen. Die Zahl der Infektionen beginnt jedoch seit den siebziger Jahren wieder anzusteigen. Auch änderten sich die Formen der Geschlechtskrankheiten. Während früher besonders Syphilis und Gonorrhö verbreitet waren, kann Syphilis inzwischen durch die Verabreichung von Penicillin wirksam bekämpft werden. Dagegen stiegen die Anzahl der Fälle von Herpes genitalis und Chlamydieninfektionen in den siebziger und frühen achtziger Jahren an.

Geschlechtskrankheiten werden in erster Linie mit Antibiotika behandelt. Penicillin hat sich dabei als wirksames Medikament gegen Syphilis und Gonorrhö erwiesen, jedoch sind viele Erreger inzwischen penicillinresistent. Tetracycline werden zur Behandlung von Lymphopathia venerea und durch Chlamydien hervorgerufene Urethritis eingesetzt. Spezifische Behandlungsmethoden stehen auch für die meisten anderen Geschlechtskrankheiten zur Verfügung, mit Ausnahme von Molluscum contagiosum. Das antivirale Medikament Aciclovir hat sich gegen Herpes als wirksam erwiesen.

Der einzige Weg, die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern, liegt in einer gesetzlich geregelten Untersuchungs- und Behandlungspflicht infizierter Personen. AIDS und Hepatitis B werden ebenfalls durch Sexualkontakt übertragen.

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