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Heiliger Wladimir I. Swjatoslawitsch

Enzyklopädieartikel

Heiliger Wladimir I. Swjatoslawitsch (um 956 bis 1015), Großfürst von Kiew (980-1015), führte das Christentum in Russland ein.

Wladimir war der illegitime jüngste Sohn von Großfürst Swjatoslaw. Infolge eines Streites zwischen seinen Halbbrüdern Oleg und Jaropolk floh er um 977 nach Schweden. An der Spitze eines Heeres kehrte er etwa zwei Jahre später zuück, eroberte Nowgorod und Kiew, ließ Jaropolk, den Kiewer Fürsten, ermorden und schwang sich selbst zum Großfürsten der Kiewer Rus auf. In der Folgezeit konsolidierte er seinen Herrschaftsbereich durch eine Reihe von Kriegszügen. Den byzantinischen Kaiser Basileios II. unterstützte er auf dessen Bitte mit einer Warägertruppe bei der Niederschlagung eines Adelsaufstands. Zum Dank erhielt Wladimir 988 die Schwester des Herrschers, Anna, zur Frau, musste sich jedoch zuvor zum christlichen Glauben bekehren. Mit seiner Taufe 987 wurde das christlich-orthodoxe Bekenntnis zur russischen Staatsreligion, was ihm den Beinamen „der Heilige” einbrachte und zu seiner Erhebung zu einem Heiligen der orthodoxen Kirche führte. Die familiäre Verbindung mit dem byzantinischen Kaiserhaus und die Einführung der byzantinischen Religion hatten auch eine Übernahme der byzantinischen Kultur zur Folge: Wladimir ließ Kirchen bauen, verbot „heidnische” Kulte und nahm eine Reihe von Reformen in Angriff. Gleichwohl zeigte er sich nach wie vor offen für westliche Einflüsse, was sich u. a. in seiner Gesetzgebung widerspiegelte. Das Namensfest des orthodoxen Heiligen findet an seinem Todestag, dem 15. Juli, statt.

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