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Holzindustrie

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Holzverarbeitung in einem SägewerkHolzverarbeitung in einem Sägewerk
Artikelgliederung
1

Einleitung

Holzindustrie, die Industrie, die das Ernten und Zuschneiden von Holz für den Bausektor (Bretter, Planken, Balken und Schindeln), Telegraphenmasten, Schiffbau, Eisenbahnschwellen, Sperrholz, Möbelproduktion und Kunsttischlerei zum Inhalt hat. Die Vereinigten Staaten, Russland, Kanada, Japan, Schweden, Deutschland, Polen, Frankreich, Finnland und Brasilien sind die größten Holzproduzenten. Viele Edelhölzer wie z. B. Mahagoni, Ebenholzgewächse und Rosenholz, die vor allem für Möbel verwendet werden, stammen aus den tropischen Ländern in Asien, Lateinamerika und Afrika.

Vor dem 2. Weltkrieg hat sich die Verwendung von Ersatzstoffen für Holz in zunehmendem Maße wirtschaftlich auf die Holzindustrie ausgewirkt. Der Krieg kehrte diesen Trend weitgehend um. Fortschritte in der Holzverarbeitung in Verbindung mit Mangel an anderen Rohstoffen führten zu einem verstärkten Einsatz von Holz am Bau und in anderen wichtigen Bereichen.

2

Holzeinschlag

Die Holzindustrie besteht aus drei Teilen: der Stammholzgewinnung, den Sägewerken und der Herstellung von Brettern und Platten. Die Stammholzgewinnung umfasst das Fällen der Bäume, das Zuschneiden auf Länge und den Transport ins Sägewerk. Die Sägewerke produzieren aus Stämmen Bauholz in bestimmten Formen wie Balken, Sparren, Bretter, Schindeln und Latten. Die Holzplattenindustrie verwendet Holzfurniere und Holzreste und stellt daraus Sperrholz, Hartfaserplatten und andere Materialien her, die gewöhnlich im Hochbau verwendet werden. Es werden auch neue Produkte entwickelt, wie z. B. Leimholzbinder, die als Träger eingesetzt werden.

Die Holzgewinnung ist oft ebenso vollständig mechanisiert wie eine moderne Fabrik. Nach dem Fällen und Entasten werden die Baumstämme von Traktoren zu Straßen oder mit einem Seil zu einem Sammelpunkt gezogen, wo sie auf Lastwagen verladen und zum Sägewerk gebracht werden. Traktoren werden auch eingesetzt, um die Stämme zu Eisenbahnlinien oder zu einer Stelle, wo sie ein Lastwagen zum Transport zur Eisenbahn aufnehmen kann, zu schleifen. Vor der Zeit der Kraftfahrzeuge wurde der Holzeinschlag oft im Winter durchgeführt. Schnee und Eis erleichterten den Transport auf Pferdeschlitten, auf denen sie zu einem Fluss oder See transportiert wurden. Während der Schnellschmelze wurden die Stämme zu den Sägewerken geflößt, die an See- oder Flussufern lagen.

Technische Fortschritte wie die Entwicklung von Maschinen, die ganze Bäume ernten und Entastungsmaschinen haben eine Mechanisierung der Holzarbeiten ermöglicht, und moderne Sägewerke nutzen einen Baum bis zu 99 Prozent aus. Da Bäume ein nachwachsender Rohstoff sind, folgt auf den Holzeinschlag gewöhnlich die Wiederaufforstung. Es werden Bäume gepflanzt und man verhilft dem Boden zu einer natürlichen Regeneration. Die Menge des nachwachsenden Holzes in den bewirtschafteten Wäldern und Pflanzungen in den hoch entwickelten Ländern ist größer als die Menge an Holz, die eingeschlagen wird oder durch Insekten oder Krankheiten vernichtet wird. So schätzt z. B. ein amerikanischer Industrieverband (American Forest Council), dass es heute mehr Bäume in den amerikanischen Wäldern gibt als in den siebziger Jahren und dass fast 70 Prozent der Waldbestände aus der Zeit der Besiedlung Anfang des 17. Jahrhunderts heute noch bewaldet sind. Dies gilt jedoch nicht für alle Gebiete, in denen Holz geschlagen wird. Viele Umweltschützer haben Bedenken über die Auswirkung der Abholzung insbesondere der tropischen Regenwälder geäußert. Boykotte sollen die Importe einiger Holzarten aus bestimmten Entwicklungsländern verhindern.

Die Waldfläche in Europa lag gegen Ende des 20. Jahrhunderts bei rund 160 Millionen Hektar (Deutschland: rund 11 Millionen Hektar). Jährlich wachsen in Europa etwa 640 Millionen Kubikmeter Holz zu, wovon aber nur 60 Prozent (384 Millionen Kubikmeter) eingeschlagen werden.

Siehe auch Entwaldung; Walderhalt und -bewirtschaftung

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