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Windows Live® Suchergebnisse MadrasEnzyklopädieartikel
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Madras, offiziell Chennai, Stadt an der Ostküste Indiens, Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu, an der Koromandelküste, am Golf von Bengalen gelegen.
Madras, eine der größten Städte Indiens, ist eine bedeutende Hafenstadt und einer der wichtigsten Industriestandorte des Landes. Zu den herausragenden Produktionszweigen gehören Maschinen- und Fahrzeugbau, Hightechindustrie, Herstellung von Metallwaren und Textilien, Elektrotechnik sowie Nahrungsmittel- und chemische Industrie. Zusammen mit Mumbai (Bombay) ist Madras das bedeutendste Produktionszentrum der indischen Filmindustrie.
Zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt gehören das Fort Saint George (1640), in dem ein Museum mit zahlreichen Ausstellungsstücken aus der Kolonialzeit untergebracht ist, und die 1680 geweihte Saint Mary’s Church, die erste anglikanische Kirche in Indien. Der Parthasarathy-Tempel, ein dem Krishna geweihter Tempel, wurde im 8. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert von den Vijayanagar-Königen restauriert. In der Kathedrale Saint Thomas (1505, im 19. Jahrhundert erneuert) sollen die sterblichen Überreste des Apostels Thomas begraben liegen. Der Kapaleeshwarar-Tempel (16. Jahrhundert), ein Meisterwerk der dravidischen Architektur, ist der größte Tempel der Stadt. Das Gebäude zählt zu den bedeutendsten Tempeln des Shivaismus, einer Glaubensrichtung des Hinduismus. Der Göttin Lakshmi ist der Ashtalakshmi-Tempel geweiht. Östlich der Victoria Hall (Ende 19. Jahrhundert) erstreckt sich der knapp 40 Hektar große People’s Park (1859), ein Sport- und Vergnügungsgelände mit mehreren künstlich angelegten Seen. Madras ist Sitz eines katholischen Erzbischofs. Darüber hinaus gilt die Stadt mit der 1857 gegründeten Universität und zahlreichen weiteren höheren Bildungseinrichtungen auch als kulturelles Zentrum Südindiens.
Im 16. Jahrhundert errichteten die Portugiesen im heutigen Stadtteil Mylapore die Festung São Tomé. Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten die Niederländer eine Handelsniederlassung in Pulicat in der Nähe des heutigen Stadtgebiets. Bedeutung erlangte Madras aber erst 1640, als die Ostindische Kompanie bei dem Fischerdorf Madraspattnam das Fort Saint George errichtete, aus dem Madras hervorging. 1688 wurden Madras vom englischen König Jakob II. die Stadtrechte verliehen. Neben ihrer bedeutenden Funktion als Hafen- und Handelsplatz entwickelte sich die Stadt auch zu einem wichtigen Standort der Textilherstellung. 1746 eroberten die Franzosen die Stadt und hielten sie besetzt, bis den Briten 1748 die Rückeroberung gelang. In der Folgezeit wurde die Stadt mit mächtigen Befestigungsanlagen verstärkt. Im 19. Jahrhundert zählte Madras zu den politischen Zentren Britisch-Indiens. 1996 erfolgte die Umbenennung von Madras in Chennai, um an die vorkoloniale Identität der Stadt anzuknüpfen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 6,42 Millionen.
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