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Windows Live® Suchergebnisse GenfEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Genf (französisch Genève), Stadt im Westen der Schweiz, Hauptstadt des Kantons Genf. Sie liegt am westlichen Ende des Genfer Sees, am Austritt der Rhône aus dem See, im französischsprachigen Teil des Landes.
Genf ist als Standort des Finanz- und Bankwesens weltberühmt. Die Herstellung von Präzisionswerkzeugen, Uhren und Schmuck in großem Umfang, die primär für den Export bestimmt sind, hat Genf zu einem bedeutenden Produktionszentrum gemacht. Daneben sind Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Produktion von Bekleidung und chemischen Erzeugnissen von wirtschaftlicher Bedeutung. Von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung ist Genf auch als Standort mehrerer alljährlich stattfindender Handelsmessen, darunter auch des Internationalen Automobil-Salons und der Internationalen Erfindermesse. Auch als Verkehrsknotenpunkt spielt Genf eine überregional wichtige Rolle. Der internationale Flughafen ist nach dem in Zürich der zweitbedeutendste in der Schweiz; Teile des Genfer Flughafens befinden sich auf französischem Gebiet.
Die Rhône teilt Genf in zwei fast gleich große Teile. Am linken Ufer liegt der ältere Teil der Stadt, wo sich das Finanz- und Geschäftsviertel sowie die beiden alten Wohnbezirke Eaux Vives und das Arbeiterviertel Carouge befinden. Die Straßen der Altstadt sind eng und gewunden, entlang dem Flussufer sind jedoch breite Straßen und moderne Kais angelegt. Zahlreiche Brücken überqueren die Rhône, von denen eine über die kleine Île Rousseau führt. Am rechten Ufer liegen vor allem Wohngebiete. Dazu gehöen das Quartier Saint-Gervais mit den großen Hotels der Stadt und der Bezirk Les Délices mit dem Haus, in dem Voltaire von 1755 bis 1758 lebte. Die ursprünglichen Stadtmauern wurden durch breite Straßen ersetzt, die Genf heute umgeben. Sehenswert sind die zahlreichen Parkanlagen und Plätze, vor allem der Jardin Anglais und die Place Neuve am linken sowie die Place des Alpes am rechten Flussufer. Das herausragendste Gebäude der Altstadt ist die dreischiffige Kathedrale Saint-Pierre. Sie wurde im 12. und 13. Jahrhundert im romanischen Stil mit gotischen Stilelementen erbaut und seither mehrfach umgestaltet. Weitere bedeutende Bauwerke sind u. a. das im florentinischen Stil errichtete Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, der Temple d’Auditoire, wo der schottische Reformator John Knox und der französische Theologe Johannes Calvin predigten, und das Geburtshaus von Jean-Jacques Rousseau aus dem 18. Jahrhundert. Zahlreiche sehenswerte Museen sind in Genf beheimatet, darunter das Museum Rath mit einer großen Kunstsammlung, das Kunstmuseum, das Museum Barbier-Muller mit seiner völkerkundlichen Ausstellung und das Naturkundemuseum. Zu den Bildungseinrichtungen der Stadt gehören die Universität von Genf (1559 von Johannes Calvin als Collège de Genève gegründet) sowie zahlreiche technische und gewerbliche Schulen, von denen die École d’Horlogerie, die Uhrmacherschule, besonders bekannt ist. Das Staatsarchiv und mehrere Bibliotheken, z. B. auch die Bibliothek der Vereinten Nationen, sind in Genf untergebracht.
Mit der Gründung des Völkerbundes, dessen Hauptverwaltung 1920 in Genf eingerichtet wurde, erlangte die Stadt weltweite Bedeutung. Sie war im 20. Jahrhundert wiederholt Schauplatz bedeutender internationaler Konferenzen, darunter mehrerer Abrüstungskonferenzen (1932 sowie 1962-1969). Im Jahr 1947 wurde Genf europäischer Sitz der Vereinten Nationen. 1948 richteten die Internationale Arbeitsorganisation und die Weltgesundheitsorganisation ihre Hauptverwaltungen in Genf ein. Weitere internationale Organisationen, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und der Ökumenische Rat der Kirchen, haben ebenfalls ihren Sitz in Genf. 1954 fand die Genfer Indochinakonferenz statt, bei der u. a. ein Waffenstillstand im Indochinakrieg vereinbart wurde, 1955 wurde auf der Genfer Gipfelkonferenz die Wiedervereinigung Deutschlands diskutiert. 1993 war Genf Verhandlungsort der Führer der Serben, Muslime und Kroaten über die Zukunft des ehemaligen Jugoslawien.
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