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    Otto Ludwig Preminger (* 5. Dezember 1905 (nach anderen Quellen 5. Dezember 1906) in Wien, Österreich; † 23. April 1986 in New York City, USA) war ein österreichisch-US ...

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Otto Preminger

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Otto Preminger: Laura (1944)Otto Preminger: Laura (1944)

Otto Preminger (1906-1986), amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent österreichischer Herkunft. Mit seinen kühl inszenierten Arbeiten, die ein hohes Maß an individuellem Stilwillen aufweisen, gehörte er in den vierziger und fünfziger Jahren zu den großen Regisseuren des amerikanischen Films.

Preminger wurde am 5. Dezember 1906 als Sohn eines Rechtsanwalts in Wien geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren spielte er unter der Leitung von Max Reinhardt Theater. Unter Einfluss seines Vaters absolvierte er zunächst ein Jurastudium, das er 1928 mit der Promotion abschloss. Anschließend wandte er sich wieder der Bühnenarbeit zu: 1928 gründete er das Theater Die Komödie in seiner Heimatstadt, 1929 war er am Großen Schauspielhaus aktiv, ehe er 1930 als Schauspieler und Assistent zu Max Reinhardt zurückkehrte und dabei vorübergehend die Leitung des Theaters in der Josefstadt übernahm. Mit dem humorvollen Melodram Die große Liebe. (1931) gab Preminger sein Debüt als Filmregisseur. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrierte er 1935 in die USA, wo er zunächst am Broadway ein Stück mit dem Titel Libel inszenierte, das er bereits mit großem Erfolg in Wien präsentiert hatte.

Anschließend ging er nach Hollywood, wo er von der Produktionsgesellschaft Twentieth Century Fox unter Vertrag genommen wurde, für die er drei B-Pictures drehte. Nach einem Streit mit dem Produktionsleiter Darryl Zanuck wurde Premingers Vertrag aufgelöst, und er kehrte zum Broadway zurück. Anfang der vierziger Jahren war er als Darsteller von Nationalsozialisten sehr gefragt. Durch diesen Erfolg als Schauspieler konnte er 1943 ins Regiefach zurückkehren. Seinen Durchbruch feierte er mit dem eindrucksvollen Kriminalthriller Laura (1944; Laura), der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte und für dessen eindrucksvolle Schwarzweißphotographie sein Kameramann Joseph La Shelle mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Dieses hochkarätige Werk gilt vielen Kritikern als Premingers beste Arbeit. Es folgten u. a. die Komödie A Royal Scandal (1945; Skandal bei Hofe), der Polizeifilm Where the Sidewalk Ends (1950; Faustrecht der Großstadt) und der Noir-Klassiker Angel Face (1952; Engelsgesicht).

1953 gründete Preminger seine eigene Produktionsfirma und realisierte einige sehr eigenständige, ungewöhnliche Arbeiten, die prompt zum Konflikt mit der Zensur führten: Bei The Moon Is Blue (1953; Wolken sind überall) waren die ungewöhnlich freizügigen Dialoge Stein des Anstoßes. Der Musicalfilm Carmen Jones (1954; Carmen Jones, nach der Oper Carmen von Georges Bizet, mit Harry Belafonte) wurde Mitte der fünfziger Jahre mit Befremden aufgenommen, da alle Rollen mit farbigen Schauspielern besetzt waren. Für den melodramtischen Western River of No Return (1954; Fluß ohne Wiederkehr) holte er die Stars Marilyn Monroe und Robert Mitchum vor die Kamera. Das Drogendrama The Man with the Golden Arm (1955; Der Mann mit dem goldenen Arm) mit Frank Sinatra und Kim Novak in den Hauptrollen ist eine für das Hollywoodkino der fünfziger Jahre ungewöhnlich drastische Studie über Drogensucht. Preminger prägte einen individuellen Filmstil, der geprägt ist durch ästhetische Umsetzung filmtechnischer Innovationen, durch ausgeklügelte Inszenierung der Figuren in ihrem Verhältnis zur räumlichen Umgebung, ein ausgeprägtes Interesse für das Konfliktpotential zwischen Individuum und Gesellschaft sowie die Darstellung von Zwischentönen und der Ambiguität menschlichen Handelns, das der Regisseur mit desillusionierter, distanzierter Perspektive in Szene setzte. Preminger war ebenso bekannt für seine couragierte Unabhängigkeit wie berüchtigt für seinen autoritären Umgangsstil im Verhältnis zu seinen Darstellern.

Das Musical Porgy and Bess (1959; Porgy und Bess, nach der Oper von George Gershwin) und der Gerichtsfilm Anatomy of a Murder (1959; Anatomie eines Mordes) wurden von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Auch das Historienspektakel Exodus (1960; Exodus), Advise and Consent (1962; Sturm über Washington) und The Cardinal (1963; Der Kardinal, zweite Oscar-Nominierung) waren sehr erfolgreich. Die Filme, die Preminger ab Mitte der sechziger Jahre drehte, z. B. Hurry Sundown (1966; Morgen ist ein neuer Tag), Rosebud (1974; Unternehmen Rosebud) und The Human Factor (1979; Der menschliche Faktor) fanden jedoch kaum noch Anerkennung. 1979 zog er sich vom Filmgeschäft zurück. Seine Memoiren erschienen unter dem Titel Preminger. An Autobiography (1977). Preminger starb am 23. April 1986 in New York.

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