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Iod, nicht fachsprachlich auch Jod, Symbol I, chemisches Element mit der Ordnungszahl 53, das in der siebten Hauptgruppe des Periodensystems unter den Elementen Fluor, Chlor und Brom steht. Iod zählt zu den Halogenen und bildet bei Zimmertemperatur grauschwarze, metallisch glänzende Schuppen. 1811 gelang es erstmals dem französischen Salpeterhersteller Bernard Courtois aus Seetangrückständen elementares Iod zu isolieren. Seine Entdeckung wurde von den französischen Chemikern Charles Desormes und Nicholas Clément bestätigt und bekannt gegeben. Dass Iod ein Element ist, erkannte allerdings erst der französische Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac im Jahr 1813. Er benannte das neue Element nach der Farbe des violetten Dampfes, der bei Erhitzung von Iod entsteht (griechisch ioeides: veilchenfarben).
In reiner Form ist Iod giftig, seine Atommasse liegt bei 126,905 u. Anders als die leichteren Halogene ist Iod bei Zimmertemperatur fest. Die Kristalle des Elements sublimieren beim Erwärmen, d. h., sie gehen direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über (siehe Aggregatzustand). Bei diesem Prozess entsteht ein violetter Dampf mit stechendem Geruch, der sich auf kühlen Oberflächen rasch wieder als Feststoff niederschlägt. Iod schmilzt bei 113,6 °C und siedet bei 185 °C. Obwohl der Siedepunkt des Halogens recht hoch ist, setzt die Sublimation bereits bei Zimmertemperatur ein. Das einzige natürlich vorkommende Isotop des Iods 126I ist stabil, alle weiteren Isotope sind radioaktive und nur synthetisch zugänglich. Insgesamt konnten bisher mehr als 30 künstliche Iodisotope erzeugt werden. Wie alle Halogene reagiert Iod mit den meisten Metallen zu Iodiden. Die chemische Reaktion mit Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff gelingt nicht ohne weiteres. In reinem Wasser ist der Feststoff schlecht löslich; durch Zugabe von Kaliumiodid lässt sich die Löslichkeit jedoch verbessern. Das Element ist gut löslich in Alkohol, Chloroform und in anderen organischen Lösungsmitteln. Mit seinen sieben Außenelektronen kann Iod verschiedene Oxidationsstufen bilden (siehe Oxidation). Die wichtigsten sind -1, +1, +3, +5 und +7. In der Rangfolge der Elementhäufigkeit in der Erdkruste steht Iod etwa an 62. Stelle. Einige seiner Verbindungen sind im Meerwasser verbreitet, ferner im Boden und in Gesteinen. Man gewinnt Iod aus Meerwasser oder aus Chilesalpeter (Natriumnitrat), in denen es in Form von Calciumiodat (Ca(IO3)2) enthalten ist. In geringerem Ausmaß gewinnt man Iod auch aus Meereslebewesen wie z. B. aus braunem Tang, die Iod in ihrem Gewebe akkumulieren (ansammeln).
Iod ist ein essentielles Spurenelement und findet sich in bestimmten Hormonen der Schilddrüse (z. B. L-Thyroxin), die u. a. das Wachstum und einige Stoffwechselfunktionen steuern. Als Folge von Iodmangel kann es zu Wachstumsstörungen oder auch Kropfbildung kommen. In Gegenden mit zu geringem natürlichem Iodvorkommen kann man dem Körper eine ausreichende Iodmenge mit Hilfe von so genanntem iodiertem Speisesalz zuführen. In der Medizin dienen alkoholische Lösungen von Iod oder Iodkomplexen als Antiseptika und als Desinfektionsmittel (Iodtinktur). Radioisotope des Iods wie z. B. 131I und 123I werden in der Medizin verwendet. Größere Mengen an Iod benötigt man in der Photographie und zur Herstellung von Farbstoffen und Tinten. In der Chemie dienen verschiedene Iodverbindungen u. a. als starke Oxidationsmittel.
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