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Windows Live® Suchergebnisse KaschmirEnzyklopädieartikel
Kaschmir, Region im nordwestlichen Himalaya und im Karakorum. Von der Gesamtfläche entfallen 144 122 Quadratkilometer auf den indischen Bundesstaat Jammu and Kashmir, 78 114 Quadratkilometer auf das von Pakistan kontrollierte Azad Kashmir. Kleinere Randgebiete werden von China beansprucht. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 7,7 Millionen, davon leben etwa fünf Millionen im indischen Teil. Kaschmir ist überwiegend gebirgig und schwer zugänglich. Wegen der Lage der Region im Grenzbereich zwischen zwei tektonischen Platten (siehe Plattentektonik) ist die seismische Aktivität hoch. Besonders folgenschwer war das Erdbeben, das sich im Oktober 2005 im pakistanischen Teil Kaschmirs ereignete. Bei diesem Beben der Stärke 7,6 auf der Richterskala kamen etwa 80 000 Menschen ums Leben, mehr als drei Millionen wurden obdachlos; besonders schwer getroffen wurde die Region um Muzaffarabad. Wichtigstes Siedlungsgebiet ist das zwischen 1 500 und 1 800 Meter hoch gelegene Hochbecken von Kaschmir. Das rund 150 Kilometer lange und etwa 40 Kilometer breite Tal wurde von mitgeführten Sedimenten des Jhelum und seiner Nebenflüsse aufgeschüttet. Das Klima dieser Beckenlandschaft begünstigt intensive Landnutzung. Kaschmir ist Lebensraum für eine Reihe von Wildarten, dazu gehören u. a. Steinböcke, Hirsche und Bären. Sommerhauptstadt des Bundesstaates Jammu and Kashmir ist Srinagar, Winterhauptstadt ist Jammu. Verwaltungszentrum des pakistanischen Azad Kashmir ist Muzaffarabad. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch, im indischen Teil leben auch Hindus und Sikhs, im Nordosten eine buddhistische Minderheit. Der größte Teil der Einwohner von Kaschmir lebt von der Landwirtschaft. Wichtigste Anbauprodukte sind Reis, Weizen, Mais und Safran sowie Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht. Bei der Viehhaltung dominiert die Zucht von Wasserbüffeln und Schafen. Bedeutende Produktionszweige sind Seiden- und Teppichweberei. Kaschmir ist ein altes Land, dessen Name nach der Überlieferung von den Khasi stammt, einem Volksstamm, der einige Jahrhunderte vor Christus in den Bergen im Norden lebte. Ursprünglich war das Land eine Hochburg des Hinduismus. Der Buddhismus wurde um das Jahr 245 v. Chr. eingeführt. Etwa ab der Mitte des 14. Jahrhunderts n. Chr. beherrschten muslimische Sultane das Gebiet rund zweihundert Jahre lang. Akbar, der Großmogul von Hindustan, eroberte Kaschmir zwischen 1586 und 1592, und es wurde Teil des Mogulreiches. Im Jahr 1819, nach einer Periode afghanischer Herrschaft, die 1756 begann, wurde Kaschmir durch Ranjit Singh erobert, einen Sikh und Maharadscha des Punjab. 1846 schloss Galub Singh, der Herrscher Jammus, einen Vertrag mit Großbritannien, das zu dem Zeitpunkt den größten Teil Indiens beherrschte und durch diesen Vertrag auch Herrscher über Kaschmir wurde. Nach der Teilung Britisch-Indiens in Pakistan und die Republik Indien im August 1947 verlangte ein großer Teil der überwiegend muslimischen Bevölkerung Kaschmirs den Beitritt zum muslimischen Pakistan. Der regierende Maharadscha, Sir Hari Singh, ein Hindu, widersetzte sich der propakistanischen Bewegung. Er unterschrieb, trotz erheblicher Proteste, den Beitritt Kaschmirs zur Indischen Union. Pakistan drang in das Gebiet ein und besetzte Teile davon. Damit begannen die Kaschmirkonflikte.
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