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Windows Live® Suchergebnisse StraßenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Straßen, befestigte Verkehrswege, die, abgesehen von Privatstraßen, meistens von staatlichen Behörden für nicht schienengebundene Fahrzeuge unterhalten werden. Man unterscheidet die Stadtstraßen (in bebauten Gebieten) von den Landstraßen (außerhalb bebauter Gebiete). Straßen in Städten werden beispielsweise in Stadtautobahn, Schnellverkehrsstraße, Hauptverkehrsstraße, Anliegerstraße usw. unterteilt. Je nach finanziellem Träger zur Unter- und Instandhaltung lassen sich Landstraßen z. B. in Bundesautobahnen, Staatsstraßen, Bundesstraßen, Kreis-oder Gemeindestraßen einteilen.
Bereits in der Antike wurden Straßen häufig zu militärischen Zwecken (Heerstraßen) gebaut, daneben dienten sie aber auch dem Transport von Lebensmitteln und anderen Handelsgütern zu den Märkten. Wenn in historischen Zusammenhängen von Straßen die Rede ist, so sind damit allerdings fast immer – zu den wenigen Ausnahmen gehören die Römerstraßen – unbefestigte Straßen gemeint. Zu den frühen Straßenbauern gehörten bereits 3500 v. Chr. die Kulturen Mesopotamiens. Die Chinesen sollen bereits im 11. Jahrhundert v. Chr. ein Straßensystem entwickelt haben. Die Seidenstraße zählte etwa 2 000 Jahre lang als die längste durchgehende Landverbindung der Welt. In Südamerika bauten die Inkas ein Straßennetz durch die Anden, das sogar Tunnel enthielt, die man durch festes Gestein gehauen hatte. Die Schriften des griechischen Historikers und Geographen Strabo (1. Jahrhundert v. Chr.) erwähnen ein Straßensystem, das vom alten Babylon ausging. In den Schriften des Herodot, eines griechischen Historikers aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., werden die Hauptstraßen beschrieben, die im alten Ägypten für den Transport von Baumaterial dienten. Bei den Straßen des antiken Griechenland waren Radspuren in die Fahrbahn eingehauen. Diese Spurstraßen übernahmen die Römer für ihre Stadtstraßen. Mit dem Bau der Via Appia wurde beispielsweise 312 v. Chr. begonnen. Während der Blütezeit verfügte das Römische Reich über ein Straßennetz von etwa 80 000 Kilometer Länge. Dieses System bestand aus 29 Hauptstraßen, die von der Stadt Rom ausgingen. Nach römischem Recht war die allgemeine Öffentlichkeit befugt, die Straßen zu benutzen, für die Erhaltung der Fahrbahn aber waren die Einwohner des Distrikts verantwortlich, durch den die Straße verlief. Mit dem Zerfall des Römischen Reiches verfielen im Lauf der Zeit auch die römischen Straßen, insbesondere durch mangelnde Pflege. Erst als der Posttransport immer mehr an Bedeutung gewann, wurden wieder Anstrengungen im Straßenbau unternommen. Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts führte die französische Regierung ein System örtlicher Arbeit an den Straßen ein und baute auf diese Weise etwa 24 000 Kilometer Hauptstraße. Im 18. Jahrhundert gründete man in Frankreich Fachschulen für den Straßen- und Brückenbau. Etwa zur gleichen Zeit führte man in Großbritannien ein System zur Gewährung von Konzessionen an private Unternehmen für die Unterhaltung öffentlicher Straßen ein, das den Firmen gestattete, für die Benutzung der Straßen Zölle zu erheben. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der britische Ingenieur John Loudon McAdam der Ansicht, dass gut entwässerte Erde jede Last tragen würde. Nach McAdams Straßenbaumethode verlegte man die abschließende Schotterschicht direkt auf einem Fundament aus Erde, so dass das Fundament richtig entwässert wurde. Zu jener Zeit wurde das System von McAdam in vielen Ländern Europas eingeführt. Schwere Lasten konnten die Erdfundamente der so genannten Makadamstraßen jedoch nicht tragen. Die Betonstraße wurde um 1828 entwickelt. In Deutschland wurde 1838 die erste Straße asphaltiert (Hamburg, Jungfernstieg).
Die zunehmende Beliebtheit des Fahrrads und die Erfindung des Kraftfahrzeugs führten zu einem Bedarf an mehr und an besseren Hauptstraßen. Bis 1917 hatten beispielsweise alle amerikanischen Bundesstaaten Programme zur Überwachung des örtlichen Straßenbaus beschlossen. Zu den ersten Autobahnsystemen zählte das italienische Autostrada-System, das in den zwanziger Jahren in Form ungeteilter dreispuriger Fahrbahnen erbaut wurde. Das erste moderne Hauptstraßensystem war das deutsche Autobahn-System. 1926 begann u. a. die Planung für die Autobahn Hamburg–Frankfurt–Basel. Bestehend aus zweispurigen Fahrbahnen, war das Autobahn-Netz auf hohes Verkehrsaufkommen und hohe Geschwindigkeiten über 165 Kilometer pro Stunde ausgerichtet. In den fünziger Jahren hatten die meisten europäischen Länder ein System von Hauptverkehrsstraßen.
Die wichtigen Komponenten, die beim modernen Straßenbau berücksichtigt werden müssen, sind u. a. die Neigung des Reliefs, auf dem die Straße gebaut werden soll, die Tragfähigkeit der Straßendecke, die voraussichtliche Verkehrsdichte sowie die Beschaffenheit des Untergrunds. Geschüttete Dämme und die Unterbettungsschicht bilden zusammen mit dem Untergrund das Fundament einer Straße – die Schüttungen werden auch als Unterbau bezeichnet. Zum Oberbau zählt man die Tragschichten der Fahrbahndecke, die Deckschichten und den befestigten Randstreifen. Daneben gibt es noch Entwässerungsgräben. Damit der Untergrund sich nicht durch ungleichmäßige Belastung versetzt, behandelt man diesen z. B. mit Planiermaschinen vor. Eine zusätzliche Schüttung (Dammschüttung) soll die Stabilität unterstützen. Es folgen eine elastische untere Tragschicht und eine harte obere Tragschicht. Als Baustoffe für den Oberbau verwendet man u. a. Gesteinsmaterial, Teer, Bitumen, Zement und Kunststoffe (z. B. Epoxidharze). Fahrbahndecken (oberste Schicht) werden heutzutage überwiegend aus Bitumen, aus Gussasphalt oder aus so genanntem Asphaltmakadam hergestellt – bei Letzterem handelt es sich um eine Mischung aus Gestein und Bitumen. Asphaltmakadam setzt man insbesondere dort ein, wo mit einer verkehrsbedingten Nachverdichtung im Unterbau und Untergrund gerechnet werden muss. Gussasphalt ist weitgehend hohlraumfrei. Fahrbahndecken aus Zement haben eine hohe Lebensdauer und hohe Tragfähigkeit, sie benötigen allerdings eine lange Herstellungs- und Härtungszeit. Die Gesamtdicke einer Fahrbahn liegt zwischen 60 und 70 Zentimetern.
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