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Windows Live® Suchergebnisse FröscheEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Allgemeine Merkmale; Verbreitung und Lebensräume; Nahrung und Fressfeinde; Fortpflanzung; Froschgruppen; Nutzung durch den Menschen und Gefährdung; Systematische Einordnung
Frösche, stammesgeschichtlich nicht einheitliche Gruppe von Amphibien aus der Ordnung der Froschlurche.
Frösche sind zumeist kleine, gedrungene Tiere mit vorstehenden, seitlich auf dem Kopf sitzenden Augen, die ihnen ein weites Blickfeld verschaffen, sowie äußeren Trommelfellen hinter den Augen. Den erwachsenen Tieren fehlt im Gegensatz zu Kaulquappen, den fischähnlichen Larven der Frösche, ein Schwanz. Schwimmhäute an den Füßen machen ausgewachsene Frösche zu exzellenten Schwimmern. Im Unterschied zu Kröten haben Frösche eine glatte Haut und meist längere Hinterbeine, die ihnen weite Sprünge erlauben. Während die Zunge z. B. der Säugetiere hinten im Maul angewachsen ist, ist sie bei den meisten Fröschen vorn im Maul befestigt; die freie Zungenspitze, die mit einer klebrigen Substanz bedeckt ist, weist bei Fröschen also nach hinten. Zum Beutefang krümmt sich die Zungenspitze bei geöffnetem Maul nach vorn und schnellt aus dem Maul hervor. Obwohl Frösche zumeist mit ihrer Lunge Luftsauerstoff atmen, können sie lange unter Wasser bleiben; sie nehmen dann über ihre Haut den im Wasser gelösten Sauerstoff auf. Wie erst 2008 entdeckt wurde, hat der auf Borneo in Fließgewässern lebende Borneo-Barbourfrosch keine Lunge und atmet ausschließlich über die Haut. Da Frösche wie alle Amphibien wechselwarm sind, hängt ihre Körpertemperatur von ihrer Umgebung ab. Die Männchen vieler Froscharten sind recht stimmgewaltig. Sie erzeugen artspezifische Laute, um Geschlechtspartner anzulocken oder Rivalen zu vertreiben. Dazu pressen sie Luft aus der Lunge, wodurch die Stimmbänder im Kehlkopf in Schwingungen versetzt werden. Besonders laute Rufe produzieren Männchen solcher Arten, die am Kopf eine oder zwei Schallblasen als Resonanzverstärker besitzen; wenn das Männchen ruft, füllen sich diese Schallblasen mit Luft und vergrößern sich dadurch enorm.
Mit Ausnahme arktischer und antarktischer Regionen sind Frösche weltweit verbreitet; die größte Artenvielfalt gibt es in tropischen Gebieten. Frösche leben in einer Vielzahl von Lebensräumen, die meisten bevorzugen jedoch Feuchtgebiete. Manche Frösche (z. B. die südafrikanischen Krallenfrösche) leben ständig im Wasser, andere sind an ein Leben auf Bäumen angepasst oder bewohnen unterirdische Baue und kommen nur zur Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung hervor. In kälteren Regionen lebende Frösche ziehen sich zum Überwintern in Schlamm, den Erdboden, verlassene Tierbaue oder andere frostsichere Verstecke zurück; dort fallen sie in Winterstarre, indem sie ihren Stoffwechsel auf ein Minimum senken. Manche Arten, etwa in Australien lebende, übersommern: Sie überdauern Perioden starker Hitze ebenfalls in einer Art Starre, nachdem sie sich in Sand oder Lehm eingegraben haben.
Frösche leben in erster Linie von Insekten, Spinnen und Hundertfüßern. Wasserlebende Frösche fressen bisweilen andere Lurche, Kaulquappen und kleine Fische. Größere Frösche erbeuten Tiere in der Größe von Mäusen oder frisch geschlüpften Schlangen. Gelegentlich packen Frösche Beutetiere, die zu groß sind, um sie als Ganzes hinunterzuschlucken; diese bleiben dann im Maul stecken und werden nach und nach verdaut oder wieder ausgewürgt. Krallenfrösche fressen häufig einen Teil ihrer eigenen Jungen. Tiere vieler Arten erbeuten Frösche, dazu gehören Störche, Wasservögel, Raubfische, Schlangen, Alligatoren und so unterschiedliche Säugetiere wie Igel, Dachse, Fischotter, Schakale und sogar Tiger. Die Bedeutung der Frösche in den Nahrungsnetzen der Ökosysteme vor allem vieler Feuchtgebiete ist dementsprechend groß.
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