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Elia Kazan, eigentlich Elia Kazanjoglous, (1909-2003), amerikanischer Regisseur, Schriftsteller und Schauspieler griechischer Abstammung. Der Entdecker von Marlon Brando und James Dean schuf in den fünfziger Jahren erfolgreiche Melodramen wie A Streetcar Named Desire (1951; Endstation Sehnsucht) und sozialkritische Filme wie On the Waterfront (1954; Die Faust im Nacken). Kazan wurde am 7. September 1909 als Sohn griechischer Eltern in Konstantinopel (heute Istanbul) geboren, wo die Familie einer missachteten Minderheit angehörte, und kam als Vierjähriger 1913 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten. Nach Absolvierung des Williams College in New York erhielt er ab 1930 eine Schauspielausbildung an der Yale School of Drama. 1932 wurde er als Darsteller und Regieassistent Mitglied des New Yorker Group Theatre unter der Leitung von Lee Strasberg. Ab Mitte der dreißiger Jahre wurde er als kreativer und einfühlsamer Theaterregisseur bekannt und etablierte sich am Broadway, wo er in den vierziger Jahren erfolgreiche Inszenierungen auf die Bühne brachte, u. a. von den Stücken The Skin of Our Teeth (1942), One Stage of Venus (1943), A Streetcar Named Desire (1947) und Death of a Salesman (1949). Nachdem Kazan bereits in den dreißiger Jahren kurze Dokumentarfilme gedreht hatte, wandte er sich ab 1945 verstärkt dem Filmmetier zu. Auf sein eindringlich gespieltes Regiedebüt A Tree Grows in Brooklyn (1945; Ein Baum wächst in Brooklyn) folgte mit Gentleman’s Agreement (1947; Tabu der Gerechten) eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus, die mit einem Oscar in den Kategorien „Beste Regie” und „Bester Film” prämiert wurde. Kazan war 1947 Mitbegründer des ab 1951 von Lee Strasberg geleiteten Actors’ Studio, wo das so genannte Method Acting, eine stark psychologisierte Form der Schauspielkunst nach Konstantin Stanislawskij entwickelt wurde. Mit der Tennessee-Williams-Adaption A Streetcar Named Desire (1951; Endstation Sehnsucht) schuf Kazan ein düsteres Melodram mit psychologischem Tiefgang – für den Hauptdarsteller Marlon Brando, der auch schon in der Bühnenversion von 1947 agiert hatte, war es der Auftakt zu einer Weltkarriere. Weitere erfolgreiche Filme in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre, der produktivsten Phase von Kazans Laufbahn, waren der Revolutionsfilm Viva Zapata! (1951; Viva Zapata!), bei dem er sich erstmals grundlegend von der Theaterästhetik entfernte, und die Steinbeck-Verfilmung East of Eden (1955; Jenseits von Eden) mit dem legendären James Dean in einer seiner drei Hauptrollen. Während der McCarthy-Ära wurde Kazan, der in den dreißiger Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen war, vor den Ausschuss für unamerikanische Umtriebe zitiert, wo er ehemalige Kollegen denunzierte, um seine Regiearbeit fortsetzen zu können, während jene auf die schwarze Liste kamen (siehe The Hollywood Ten). Einen Höhepunkt von Kazans Karriere markiert das realistisch inszenierte, intensiv gespielte Sozialdrama On the Waterfront (1954; Die Faust im Nacken), das von vielen Kritikern als Auseinandersetzung mit seinem moralischen Versagen vor dem McCarthy-Ausschuss interpretiert wurde. Es folgten Baby Doll (1956; Baby Doll), A Face in the Crowd (1957; Das Gesicht in der Menge) und Wild River (1960; Wilder Strom). Außerdem schrieb er mehrere Romane, die er teilweise selbst verfilmte, darunter America, America (1962; Amerika, Amerika) über griechische Einwanderer in den USA und The Arrangement (1966; Das Arrangement). Zu seinen späteren Werken, die alle in einem populären, leicht zugänglichen Stil verfasst sind, gehören The Assassins (1972; Dieses mörderische Leben), The Understudy (1975; Der Schlussakt) und The Anatolian (1982; Der Mann aus Anatolien). Kazans letzter Film ist The Last Tycoon (1975; Der letzte Tycoon), das Porträt eines Hollywoodproduzenten, für den Irving Thalberg das Vorbild abgab, nach dem unvollendeten Roman von Francis Scott Fitzgerald. Kazans Autobiographie trägt den Titel Elia Kazan – A Life (1988). In einer umstrittenen Entscheidung wurde der erfolgreiche Regisseur und Schriftsteller 1999 mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Elia Kazan starb am 28. September 2003 in New York City.
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