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Covent Garden

Enzyklopädieartikel

Covent Garden, königliches Opernhaus in London sowie der Platz, an dem es steht, früher ein Klostergarten. Der Platz wurde 1632 von Inigo Jones als Markt entworfen, mit neoklassischen Arkaden, unter denen man Obst, Gemüse und Blumen verkaufte. Im Jahr 1974 wurden die Marktstände auf einen Platz nahe der Vauxhall Bridge verlegt. Das Theater hat den offiziellen Namen Royal Opera House und beheimatet die Royal Opera und das Royal Ballet (das Königliche Ballett), die dort abwechselnd Saison haben.

Das heutige Covent Garden ist das vierte Theaterhaus an diesem Platz (die ersten beiden Bauten wurden durch Brand nahezu völlig zerstört). Das erste Haus existierte von 1732 bis 1808, das zweite von 1808 bis 1856, das ab 1847 den Namen Royal Italian Opera trug, das dritte von 1856 bis 1997 (erbaut von Sir Charles Barry). Nachdem im späteren 19. Jahrhundert immer mehr Opern auch in anderen Sprachen als in Italienisch aufgeführt wurden, benannte man das Haus 1892 in Royal Opera House um. Diese Oper erlangte rasch einen ausgezeichneten Ruf, und viele gefeierte Sänger traten dort auf.

Nach einer Übergangszeit als Tanzsaal während des 2. Weltkrieges wurde Covent Garden 1946 mit einer Aufführung des Sadler’s Wells Ballet (dem Vorläufer des Royal Ballet), das von nun an die hier ansässige Ballettcompagnie sein sollte, wieder eröffnet. Man baute eine neue hauseigene Operntruppe auf, die Covent Garden Opera Company, die 1969 den Namen Royal Opera erhielt. Sie gab ihre erste Vorstellung (Carmen von Georges Bizet) im Jahr 1947. 1997 wurde eine grundlegende Sanierung begonnen, die das vierte Haus hervorbrachte. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Royal Opera House Covent Garden im Dezember 1999 wiedereröffnet und zählt seither zu den modernsten Bühnen der Welt.

Im Covent Garden wurden einige englische Opern uraufgeführt, z. B. Billy Budd (1951) und Gloriana (1953) von Benjamin Britten und The Midsummer Marriage (1955) von Sir Michael Tippett. Das Covent Garden war außerdem Ort mehrerer britischer Erstaufführungen ausländischer Opern. Das Royal Ballet wiederum gab Uraufführungen von Balletten, die von seinen eigenen Choreographen neu inszeniert worden waren, z. B. von Sir Frederick Ashton und Sir Kenneth Macmillan

Das Covent Garden hat stets auch Gastspiele bedeutender ausländischer Compagnien geboten z. B. der Mailänder Scala im Jahre 1950, des Kirow-Balletts 1987 und der Welsh National Opera 1986, die dort den Ring des Nibelungen aufführte. Eine umstrittene Neuerung der späten achtziger Jahre war die Einführung von Untertiteln auf Englisch, um dem Publikum das Verständnis des vorgetragenen Textes zu ermöglichen.

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