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JudithEnzyklopädieartikel
Judith, Buch des Alten Testaments, das in jenen Versionen der Bibel enthalten ist, die der griechischen Septuaginta folgen (im Allgemeinen römisch-katholische und orthodoxe Versionen). Das Buch, das zu den Apokryphen gehört, ist jedoch nicht Teil der hebräischen Bibel. Der Verfasser ist unbekannt. Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch in zwei gleiche Hälften unterteilen: Im ersten Teil (Kap. 1-7) entsendet der babylonische König Nebukadnezar II. seinen General Holofernes, um die westlichen Völker für die Verweigerung ihrer Unterstützung im Krieg gegen die Meder zu bestrafen. Holofernes zieht gegen sie in den Krieg, und alle, mit Ausnahme der Israeliten, unterwerfen sich. An diesem Punkt der Geschichte warnt ein Berater Holofernes davor, dass Gott die Israeliten so lange verteidigen wird, wie sie an ihn glauben. Holofernes schlägt die Warnung jedoch in den Wind und umzingelt die Israeliten in der antiken palästinensischen Stadt Bethulia in der Nähe von Jerusalem. Im zweiten Teil des Buches (Kap. 8-16) tadelt die fromme und schöne Witwe Judith (hebräisch Judith: Jüdin) die Israeliten dafür, dass sie während der Belagerung ihren Glauben verloren haben. Sie meldet sich freiwillig, um sich im Namen ihres Volkes zu ergeben und geht ins Lager der Assyrer. Dort gibt sie vor, eine Verräterin ihres Volkes zu sein und schmeichelt Holofernes, der sie zu einem Festmahl in sein Zelt einlädt. Im Lauf des Festes betrinkt sich Holofernes und schläft ein. Judith ergreift ein Schwert, schlägt ihm den Kopf ab, packt diesen in einen Sack und kehrt mit dem Sack zu ihrem Volk zurück. Die Israeliten sind erfreut über den Tod Holofernes’ und greifen nun die Assyrer an, die in Panik das Weite suchen, da sie ihres Anführers beraubt sind. Judith führt das Volk in einem feierlichen Lied zu Ehren Gottes an. Dann gehen alle nach Jerusalem, um dort ein Dankesopfer darzubringen. Die meisten modernen Wissenschaftler sind der Auffassung, dass Judith eine historische Liebesgeschichte ist, die zugleich als Lehrstück dienen sollte. Der erfundene Hintergrund der Geschichte lässt es höchst unwahrscheinlich erscheinen, dass der Autor historische Begebenheiten vermitteln wollte. Nebukadnezar z. B., der eigentlich vor der Babylonischen Gefangenschaft (586-538 v. Chr.) König von Babylon war, wird als König von Assyrien dargestellt. Die Handlung spielt in einer Zeit nach der Zerstörung der assyrischen Hauptstadt Ninive im Jahr 612 v. Chr. und nach dem Fall Jerusalems 587 v. Chr. Das Buch wurde wahrscheinlich einige Zeit während oder nach der Zeit der Makkabäer, also dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr., geschrieben (siehe Makkabäer), vermutlich, um das jüdische Volk jener Zeit in seinen Bemühungen zu bestärken, seine religiöse und politische Freiheit zu erhalten.
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