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  • Kinderkreuzzug – Wikipedia

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  • Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug – Wikipedia

    Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug ist ein 1969 erschienener Roman des US-Bestellerautors Kurt Vonnegut (1922-2007) und gilt als sein populärstes Werk.

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Kinderkreuzzug

Enzyklopädieartikel

Kinderkreuzzug, populäre, sehr emotionsgeladene Bewegung, die 1212 aus der Kreuzzugsbegeisterung entstand, aber keineswegs ein Kreuzzug im eigentlichen Sinn war. Ihm fehlte jede offizielle Zustimmung oder Genehmigung, und die geistliche wie die weltliche Obrigkeit missbilligte ihn.

Die Bewegung begann im Juni 1212, als ein junger Hirte namens Stefan aus Cloyes bei Vendôme in Frankreich eine Vision hatte, in der ihm Jesus befahl, ein Heer aufzustellen und damit das Heilige Land (Palästina) von den muslimischen Sarazenen zu befreien. Stefan versammelte eine Schar von Anhängern um sich, etwa 50 000 Kinder und auch arme Erwachsene. Die Gruppe marschierte nach Paris, um den französischen König Philipp II. um Unterstützung für den Kreuzzug zu bitten. Dem König gelang es offensichtlich, sie zur Rückkehr nach Hause zu überreden.

Eine weitere, anscheinend noch größere Gruppe junger Möchtegern-Kreuzfahrer rief im Frühjahr 1212 ein Junge aus Köln mit Namen Nikolaus zusammen. Nikolaus warb seine Anhänger vor allem im Rheinland und im südlichen Lothringen. Er versprach seinen Leuten die Hilfe Gottes bei der Vertreibung der Muslime aus Jerusalem. Als sie Mainz erreichten, ließen sich einige der Kinder zur Heimkehr überreden. Die übrigen marschierten weiter über die Alpen nach Italien, wo sie sich in kleinere Gruppen aufteilten. Einige machten sich auf den Weg nach Venedig, während die Hauptgruppe am 25. August über Piacenza endlich Genua erreichte. Vielleicht ist es manchen sogar gelungen, in Pisa ein Schiff in Richtung Heiliges Land zu finden. Eine Handvoll erreichte anscheinend Rom, eine kleine Gruppe tauchte in Marseille in Frankreich auf. Einige fanden den Weg nach Hause zurück, die meisten aber verschwanden spurlos; viele von ihnen sollen in die Sklaverei verkauft worden sein.

Der so genannte Kinderkreuzzug bezeugt die anhaltende Anziehungskraft der Kreuzzugsidee Anfang des 13. Jahrhunderts, trug aber überhaupt nichts dazu bei, dass die Kreuzfahrer ihren Zielen im Heiligen Land näher kamen. Vielmehr wurde damit der Faszination, die das Heilige Land auf die Phantasie der Europäer ausübte, und dem Eifer, den die Kreuzzüge in allen Bevölkerungsschichten hervorriefen, ein jämmerlicher Tribut gezollt. Die Sage vom Rattenfänger von Hameln, in der 130 Kinder einem geheimnisvollen Pfeifer folgten, geht möglicherweise auf diese Episode zurück.

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