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Heiliger Paulus

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Missionsreisen des Apostels PaulusMissionsreisen des Apostels Paulus
Artikelgliederung
1

Einleitung

Heiliger Paulus (um 3 bis etwa 67 n. Chr.), Apostel, Missionar und Theologe des Christentums sowie Verfasser zahlreicher neutestamentlicher Schriften.

2

Lebensweg

Paulus wurde als Sohn strenggläubiger jüdischer Eltern in Tarsus (heute in der Türkei) geboren und nach König Saul (latinisiert: Saulus) benannt. Als junger Jude in der Diaspora (Zerstreuung der Juden in die griechisch-römische Welt) nahm Saulus den Namen Paulus an, der ähnlich klang wie sein hebräischer Geburtsname.

Paulus’ Briefe spiegeln ein großes Wissen über die griechische Rhetorik wider, die er als Jugendlicher in Tarsus erlernt hatte. Aus seinen Schriften lässt sich jedoch auch erkennen, dass er vermutlich eine pharisäisch-theologische Ausbildung erhalten hatte (N. T., Galater 1, 14; Philipper 3, 6). Sein Glaubenseifer brachte ihn dazu, die aufkommende christliche Kirche zu verfolgen, wobei er diese für eine jüdische Sekte hielt, die vom Gesetz abwich und darum vernichtet werden müsse (N. T., Galater 1, 13). Der Apostelgeschichte zufolge unterstützte er die Steinigung des heiligen Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers.

Paulus’ Bekehrung zum Christentum erfolgte nach einer Vision, in der ihm Jesus Christus erschien, als er sich auf einer Reise von Jerusalem nach Damaskus befand (N. T., Apostelgeschichte 9, 1-19; 22, 5-16; 26, 12-18). Paulus selbst bezeichnete dieses Ereignis nicht als Bekehrung, sondern als Offenbarung von Jesus Christus als das Ende aller Religionen und somit aller religiösen Unterschiede (N. T., Galater 3, 28). Sein Erlebnis bezeichnete er als „Berufung” durch Gott.

Später führte Paulus drei Missionsreisen durch (siehe Karten).

Der Apostelgeschichte zufolge wurde Paulus nach Aufständen einer jüdischen Gruppe in Jerusalem gefangen genommen, nach Rom gebracht und wahrscheinlich 67 n. Chr. in Rom hingerichtet. Seit dem 4. Jahrhundert ist sein Festtag der 22. Februar.

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Quellen

Das Neue Testament enthält 13 Briefe, die Paulus als Absender nennen, von denen aber vermutlich nur sieben von Paulus selbst stammen: 1. Thessalonicherbrief, Galaterbrief, 1. Korintherbrief, 2. Korintherbrief, Römerbrief, Philipperbrief und Philemonbrief. Diese Briefe gelten neben der Apostelgeschichte als wichtigste Quellen, die Auskunft über das Leben von Paulus geben.

4

Apokalypse

Paulus’ Denken basiert auf der jüdischen Apokalypse, die von zwei Zeitaltern ausging: dem alten Zeitalter unter der Herrschaft des Satans und seiner Heerscharen sowie dem neuen Zeitalter, das Gott irgendwann in der Zukunft durch seine höhere Macht einleiten wird. Paulus glaubte, dass Gott durch das Entsenden seines Sohnes Jesus Christus das neue Zeitalter bereits eingeleitet hätte. Das alte sei jedoch mit seinen Mächten der Sünde und des Todes noch nicht vollständig ausgelöscht; vielmehr seien beide Zeitalter in einem Kampf verstrickt, was daran zu sehen sei, dass die Macht des Todes noch nicht gebrochen wäre.

Dabei schrieb Paulus die Kreuzigung „den Herrschern dieser Welt” zu, womit er sich sowohl auf die beteiligten politischen Autoritäten als auch auf die dämonischen Kräfte bezog, die in ihnen und durch sie tätig wären (N. T., 1. Korinther 2, 8). Aber diese Herrscher hätten keinen Grund zu triumphieren, denn durch die Kreuzigung des „Herrn der Herrlichkeit” hätten sie ihren eigenen Untergang besiegelt (N. T., 1. Korinther 2, 6).

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