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Haie

Enzyklopädieartikel
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WalhaiWalhai
Artikelgliederung
1

Einleitung

Haie, rund 360 Arten umfassende, den Rochen nahe verwandte Ordnung (oder Ordnungen) der Knorpelfische.

Haie variieren erheblich in der Größe: Der Walhai ist der größte Hai und der größte Meeresfisch überhaupt; er kann bis zu 15 Meter lang werden. Der Zwerghai dagegen misst weniger als 50 Zentimeter. Haie leben vorwiegend im Meer; sie kommen in allen Ozeanen vor, doch sind sie in tropischen und subtropischen Meeren besonders häufig. Viele Arten wandern auch Flüsse hinauf, und eine Süßwasserform des etwa zweieinhalb Meter großen Grundhaies lebt ständig im Nicaraguasee in Mittelamerika.

2

Anatomische Besonderheiten

Die meisten Haie sind grau und haben eine ledrige Haut, die mit kleinen, scharfen, spitzen Schuppen (Placoidschuppen) bedeckt sind. Anders als bei den Knochenfischen verändern diese nicht ihre Größe, wenn das Tier heranwächst. Hinter dem Kopf liegen normalerweise fünf Kiemenspalten. Die Schwanzflosse ist asymmetrisch, und die Wirbelsäule reicht bis in den oberen Flügel der Schwanzflosse. Die Zähne sind meist dreieckig, bei einigen Arten haben sie gezähnte Ränder. Manche Arten haben Zahnreihen, die in faserigen Membranen verankert sind statt im Kieferknochen. Zähne, die der Hai im Fleisch seiner Beute verliert (dies geschieht häufig), werden rasch durch nachwachsende Zähne ersetzt, die an ihre Stelle rücken. Die Flossen der Haie sind, anders als bei den Knochenfischen, unbeweglich. Im Gegensatz zu einer allgemein verbreiteten Ansicht schwimmen Haie selten so dicht unter der Wasseroberfläche, dass man ihre Rückenflossen aus dem Wasser emporragen sieht.

Haie haben keine Schwimmblase und sinken zum Meeresboden, wenn sie aufhören, sich zu bewegen. Sie verfügen über wirkungsvolle Verdauungsenzyme und über eine besondere Epithelfalte, die spiralförmig über die ganze Länge des Dünndarmes verläuft und dem Hai hilft, sehr unterschiedliche Nahrung zu verdauen. Manche der heutigen Haie haben große Ähnlichkeit mit Arten, die vor über 100 Millionen Jahren in den Meeren der Kreidezeit lebten.

3

Sinnesorgane

Haie haben einen hoch entwickelten Geruchssinn. Sie können bereits winzige Spuren von Substanzen – etwa Blut im Wasser – wahrnehmen und die Spur verfolgen. Ihr Gesichtssinn ist nicht ganz so gut ausgeprägt, erlaubt es den Tieren aber, auch im dunklen Wasser noch schwache Bewegungen von Licht und Schatten zu erkennen, während sie sich ihrer Beute nähern. Haie hören vor allem Töne im tieferen Frequenzbereich sehr gut und haben ein ausgezeichnetes Richtungsgehör. Organe an Rücken und Maul ermöglichen es dem Hai, die schwachen elektrischen Reize wahrzunehmen, die bei den Muskelkontraktionen von Knochenfischen entstehen; mit diesen Organen können Haie auch geringfügige Temperaturunterschiede wahrnehmen.

4

Ernährung

Manche Haiarten, wie der zu den Blauhaien gehörende Tigerhai, sind hinsichtlich ihrer Beutewahl Generalisten: Sie fressen nahezu alle Meerestiere, die sie überwältigen können – von Tintenschnecken und Krebstieren über lebende und tote Fische, Schildkröten und Seevögel bis zu Meeressäugern und sogar Abfälle von Schiffen. Andere Arten bevorzugen eine bestimmte Beute, die je nach Lebensalter bzw. Größe des Haies wechseln kann. So erbeuten Zebrahaie vorwiegend Krebstiere und Mollusken, jedoch auch andere Meerestiere wie Fische. Die größten Haie, Riesenhaie und Walhaie, sind Spezialisten: Sie ernähren sich (vergleichbar den Bartenwalen) von Plankton, das sie aus dem Wasser sieben.

In den Meeren haben Haie ähnlich wichtige ökologische Funktionen wie die großen Landraubtiere: Sie befreien die Gewässer von Überresten toter Tiere und erbeuten geschwächte oder verletzte Tiere. Haie, die in Schwärmen jagen, umkreisen oft ihre Beute, schwimmen dann plötzlich kreuz und quer und schlagen häufig von unten zu.

Gelegentlich kommt es zu Angriffen auf Menschen. Relativ zu der riesigen Zahl an Tauchern, Schwimmern, Surfern und Wasserskifahrern, die sich in Gewässer wagen, in denen Haie leben, sind solche Angriffe jedoch extrem selten: Jährlich werden weltweit weniger als 100 Haiattacken registriert, davon etwa 10 Prozent mit tödlichem Ausgang. Von etwa 25 Haiarten ist bekannt, dass sie dem Menschen gefährlich werden können, dazu gehören Weißhaie, Hammerhaie, Blauhaie und Grundhaie.

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