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Windows Live® Suchergebnisse TuaregEnzyklopädieartikel
Tuareg, berberische Ethnie, die in der westlichen und zentralen Sahara beheimatet ist. Nach Schätzungen leben heute etwa drei Millionen Tuareg, etwa die Hälfte davon in der Republik Niger, der Rest in Algerien, Tunesien, Mali, Libyen und Burkina Faso. Die Tuareg sprechen eine Berbersprache, das so genannte Tamahak, das über ein eigenes Alphabet verfügt. Die Gesellschaft der Tuareg setzte sich aus Adeligen, Vasallen und Sklaven zusammen. Obwohl die Sklavenjagd offiziell abgeschafft wurde, nehmen die Nachkommen von Sklaven nach wie vor den niedrigsten sozialen Rang ein. Der gesellschaftliche Status wird matrilinear vererbt. Zwar wurden die Tuareg von den Arabern zum Islam bekehrt, sie haben aber dennoch viele vorislamische Bräuche und Vorstellungen bewahrt, so den Glauben an den bösen Blick. So tragen z. B. die Männer, nicht die Frauen, einen Gesichtsschleier. Früher kontrollierten sie die Karawanenwege durch die Sahara und besteuerten die Waren. Sie beteiligen sich traditionell auch aktiv am Karawanenhandel, so transportieren sie z. B. Salz aus den Oasen in die städtischen Gebiete des Niger. Eine weitere Einnahmequelle waren Razzien, das sind Überfälle auf benachbarte Ethnien, die ihnen dabei Tribute zahlten. Durch die Ziehung und Überwachung staatlicher Grenzen im zentralen Saharagebiet wurde es für die Tuareg immer schwieriger, die traditionelle Nomadenwirtschaft auszuüben, bei der sie nur schwer Rücksicht auf Staatsgrenzen nehmen konnten. Familienverbände zerfielen; die Tuareg wurden in allen postkolonialen Staaten zu Minderheiten. Ehemalige Vasallen der Tuareg kamen an die Macht, die Tuareg verloren ihren politischen Einfluss fast gänzlich. Mit der Unabhängigkeit (siehe Dekolonisierung) der afrikanischen Saharastaaten wurden die Tuareg wirtschaftlich, kulturell und politisch marginalisiert. In Mali und Niger führte dies bereits 1963 zu Aufständen der Tuareg, die von den Armeen dieser Länder niedergeschlagen wurden. Viele Tuareg starben während der Dürren in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, da die Regierungen den Hunger als Kampfmittel gegen die Tuareg einsetzten. In der Folge dieser Hungerkatastrophen wanderten zahlreiche Tuareg in die Städte ab. In den neunziger Jahren nahm die Repression gegen die Tuareg vor allem in Mali und Niger erneut zu.
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