Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Aquarellmalerei

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Aquarellmalerei

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Albrecht Dürer: Ein Teich im Walde (um 1496), British Museum, LondonAlbrecht Dürer: Ein Teich im Walde (um 1496), British Museum, London
Artikelgliederung
1

Einleitung

Aquarellmalerei (von lateinisch aqua: Wasser), Maltechnik, bei der in Wasser gelöste Pigmente verwendet und auf helles, holzfreies, meist mit Wasser getränktes Papier aufgebracht werden. Die Papieroberfläche bleibt wegen der Feinheit der Aquarellfarben annähernd sichtbar, was eine Transparenz vermittelt, die sich deutlich von der Dicke und der Deckfähigkeit der Gouache oder Ölmalerei unterscheidet, deren Farbpigmente in einem dichtstrukturierten Medium gebunden sind.

2

Vorläufer der Aquarellmalerei

Aquarellfarben werden aus einer Mischung von trockenen, pulverförmigen Pigmenten und Gummi arabicum hergestellt, das durch Verdunstung fest wird, später wieder in Wasser gelöst und mit einem Pinsel auf das Papier aufgetragen werden kann. Obwohl die Aquarellmalerei eine moderne Maltechnik ist, wurden Farben auf Wasserbasis, die den Aquarellfarben ähneln, bereits im antiken Ägypten benutzt. Die bemalten Papyrusrollen der Ägypter können als die ersten Aquarellmalereien angesehen werden, und frühe kleinasiatische Tuschezeichnungen stellen ebenfalls einfarbige Aquarellmalereien dar. Im Mittelalter wurden wasserlösliche Pigmente mit einem aus Eiern hergestellten Verdickungsmittel gebunden, die in der Buchmalerei Verwendung fanden. Mittelalterliche Fresken wurden ebenfalls mit einer Art wassergebundenem Pigment, das mit einer deckenden weißen Farbe angedickt wurde, gemalt. Die später entwickelten, deckenden und wasserlöslichen Gouachefarben, die auch heute noch verwendet werden, sind eng mit den Wasserfarben verwandt.

3

Aquarellmalerei in der Renaissance

Die Landschafts- und Tierstudien Albrecht Dürers, der seine Bleistiftzeichnungen mit Wasserfarben übermalte, gelten als die frühesten echten Aquarelle. Im 16. und 17. Jahrhundert verwendeten Künstler nur selten Farben auf Wasserbasis. Bister (ein braunes Farbpigment, das aus Ruß gewonnen wird) und Sepia (ein schwärzlichrotes Pigment, das aus dem Farbsekret von Tintenfischen hergestellt wird) erlangten große Bedeutung in der Aquarellmalerei von Rembrandt, Tizian, Claude Lorrain oder Tintoretto. Diese Maler erzielten mit ihren Tuschezeichnungen wirkungsvolle atmosphärische Effekte bei der Darstellung von Wolken und Himmel. Farbige Wasserfarben wurden nur selten verwendet, man findet sie nur in den Werken weniger niederländischer und flämischer Maler wie Hendrick van Avercamp und Adriaen van Ostade.

4

Englische Aquarellmalerei im 18. und 19. Jahrhundert

Den lebhaftesten Aufschwung erlebte die Aquarellmalerei in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England. Wasserfarben eigneten sich nicht nur am besten für die zunehmend in Mode kommende Freilichtmalerei (vor allem, weil sie schnell trocknen), sondern es ließen sich auch die Motive der Romantiker wie Himmel, Dunstschleier, Nebel, Blattwerk und sich auftürmende Wolken sehr gut in dieser Technik darstellen. Anfangs folgten die englischen Aquarellmaler der niederländischen Tradition, indem sie die Wasserfarbe dünn über Feder- oder Bleistiftvorzeichnungen auftrugen. Mitte des 18. Jahrhunderts löste sich die Aquarellmalerei jedoch von diesen Zwängen, und die Maler begannen die Farbe direkt auf das Papier aufzutragen, ohne vorgezeichneten Linien zu folgen. Die Aquarellmalerei war zu einer eigenen künstlerischen Ausdrucksform geworden. Die Motive gingen weit über die Landschaftsmalerei hinaus: So entstanden u. a. die mystischen Aquarelle von William Blake, mit denen er seine Malerbücher illustrierte, oder die satirischen und sozialkritischen Bilder des Karikaturisten Thomas Rowlandson.

Einige Künstler ersetzten die friedlichen Naturlandschaften, die eng mit der Aquarelltechnik verknüpft waren, durch dramatische, großartige und erhabene Szenen. John Robert Cozens etwa malte suggestive Aquarelle der Schweizer Alpen und übte damit starken Einfluss auf Aquarellisten wie Thomas Girtin oder J. M. W. Turner aus. Besonders letzterer erreichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit seinen Aquarellen eine bis heute unübertroffene Brillanz und Leuchtkraft.

Zurück
|
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft