Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Buddhismus", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Buddhismus

Windows Live® Suchergebnisse

  • Buddhismus in Deutschland

    Vorstellung der vielfältigen Möglichkeiten, Buddhismus heute kennenzulernen und zu praktizieren.

  • Deutsche Buddhistische Union e.V. (DBU) – Buddhismus in Deutschland ...

    Die Internetseiten der Deutschen Buddhistischen Union e.V. (DBU) mit vielen Informationen zur Arbeit und zum Angebot der DBU, zum Buddhismus allgemein, zu den verschiedenen ...

  • Buddhismus::

    Was ist Buddhismus? Auf dieser Seite möchte ich einen kleinen Einblick in die Welt des Buddhismus geben. Dabei hoffe ich, dass meine Ausführungen auch dem Anfänger in ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 3 von 5

Buddhismus

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Rad des Lebens (Samsara)Rad des Lebens (Samsara)
Artikelgliederung
5.2

Ethik

Leitmotiv der gesamten buddhistischen Ethik sind die liebevolle Freundlichkeit, (Maitri), Güte, Milde und barmherzige Hinwendung zu allen Wesen (Karuna). Für die Laien wird diese Ethik in den fünf grundlegenden moralischen Regeln zusammengefasst, die ohne Einschränkung gelten: 1. Gewaltverzicht gegenüber Lebewesen; 2. Verzicht auf das, was nicht gegeben wird; 3. keine Pflege unheilsamer (von Begierde geprägter) sexueller Beziehungen; 4. Wahrhaftigkeit; 5. Vermeidung von Rauschmitteln.

Die buddhistische Ethik besteht aber nicht allein in negativ gefassten Gedanken, Worten und Handlungen: Unabdingbar gehört auch die Kultivierung heilsamen Denkens, gütiger Sprache und positiver Taten dazu. So bedarf der Gewaltverzicht gegenüber allen Lebewesen der positiven Füllung, der heilenden Hinwendung zu diesen. Der Überwindung der Begehrlichkeiten entspricht die Empfehlung der Freigebigkeit, der Enthaltsamkeit wiederum die Pflicht, alle Beziehungen aus gegenseitigem Respekt heraus zu gestalten. Der sprachlichen Zurückhaltung, was Wahrhaftigkeit vor allem meint, ist die milde und freundliche Rede adäquat, der Vermeidung von Rauschmitteln die unablässige Übung, die Klarheit des Bewusstseins zu kultivieren.

Die Regeln für Mönche und Nonnen gehen wesentlich über die fünf Grundregeln für Laien hinaus. Es gibt 227 Regeln für die Mönche und 311 Gebote für die Nonnen, die alle Details des Alltags regeln.

5.3

Meditation

Durch das sittliche Verhalten schaffen Mönche, Nonnen und Laien die Voraussetzungen für ihre meditative Praxis. Buddhistische Meditation meint Versenkung des Bewusstseins, die Vereinheitlichung der oberflächlichen, disparaten und einander widerstrebenden Bewusstseinsbewegungen zu einem ruhigen Strom. Die Motivation zur Ausdauer in der Übung entwickelt sich einerseits durch die Analyse der Vergänglichkeit und Leidhaftigkeit des Daseins, andererseits durch die Erkenntnis, dass die Wiedergeburt als Mensch selten und kostbar ist und die Möglichkeit hierzu deshalb klug genutzt werden muss.

Die Praxis der Meditationsübung hat in der Geschichte des Buddhismus erhebliche Veränderungen erfahren und die unterschiedlichsten Techniken und Systeme hervorgebracht. Die Grundlage für alle Meditationssysteme ist jedoch die Achtsamkeitsmeditation, die immer noch die wesentliche Übung darstellt. Die Meditation ist keineswegs nur bildlos und abstrakt, sondern hatte immer auch visionären Charakter. So geht es zum Beispiel in der Liebende-Güte-Meditation darum, alle Himmelsrichtungen mit liebender Güte zu durchdringen und für alle Wesen Barmherzigkeit auszustrahlen. Dies geschieht so, dass man sich zunächst an einem Punkt innerhalb des eigenen Körpers die betreffende Energie bildhaft und so lebendig wie möglich vorstellt; dann wird diese innere Empfindung ausgedehnt, wobei sich das begrenzte Ich-Gefühl mit auflöst. Diese Bewusstseinsstrahlung ist als solche aktiv und in der Welt wirksam; darüber hinaus wird das in der Meditation Imaginierte allmählich zur charakterlichen Grundhaltung des Übenden, der nun auf dieser Grundlage handelt.

Auf dem spirituellen Weg gibt es fünf Haupthindernisse: Sinnliche Begierde, Hass, Trägheit, Ichhaftigkeit und Geringschätzung anderer, Zweifel am rechten Weg. Sie führen zum Anhaften, von dem es frei zu werden gilt. Aus der Freiheit entsteht dann Ruhe, aus der Ruhe erwächst Freude, auf der Grundlage der Freude wird die echte Konzentration möglich.

Ziel aller Übung ist die Weisheit, die vor allem in der Erkenntnis des Entstehens in gegenseitiger Abhängigkeit besteht. Die Weisheit drückt sich aus in den Vier Edlen Wahrheiten, der Lehre von den fünf Daseinsfaktoren, dem Achtfachen Pfad sowie in der Lehre von der Leerheit (Shunyata) aller Erscheinungen. Wird diese Weisheit vollkommen erlangt, ist Befreiung erreicht. Im Mahayana wird die Weisheit als weibliche Gottheit visualisiert und zum wichtigsten Symbol allen geistigen Strebens.

5.4

Kult und Ritual

Das Begehen des Edlen Achtfachen Pfades und die Übung der Meditation sind höchst anspruchsvoll, für viele Menschen zu anspruchsvoll. Für sie gibt es den Heilsweg des Kultes und des Rituals. Hierher gehören die Reliquienverehrung, die Errichtung von Stupas, die Herstellung von Buddhabildern, das Darbringen von Blumen und Räucherwerk und das Musizieren an Andachtsstätten. Damit halten Kult und Volksfrömmigkeit, Götter und Dämonen, Himmel und Hölle, die für den Buddha Shakyamuni belanglos waren, wieder Einzug in das religiöse Leben. Puristen sehen darin ein Zugeständnis an die Massen und eine illegitime Veräußerlichung der Lehre. Aber gerade der tibetische Buddhismus, der mit seinen tantrischen Elementen in dieser Hinsicht am weitesten geht, kann zugleich zeigen, dass es sich nicht um bloße Veräußerlichung handeln muss, sondern dass dieses Äußere als unersetzlicher Träger subtilster esoterischer Wahrheit dienen kann.

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass die scheinbaren Äußerlichkeiten der Volksfrömmigkeit zur Schaffung von Stupas, Tempeln, Pagoden, Plastiken und Buddha-Bildern von höchster künstlerischer Qualität führten. Kunst, Kult und Ritual sind gewissermaßen die spiegelbildliche Antwort der Menschen auf den Impuls, den der Religionsstifter ausgesandt hat. Sie zeigen anschaulich und damit oft genauer, welchen Stellenwert bestimmte Motive und Erzählkomplexe für die Frömmigkeit der Menschen haben, und geben Aufschluss über die emotionalen Dimensionen einer Religion.

5.5

Religion und Politik: Mönchsorden und Staat

Schon in der frühen Geschichte des Buddhismus suchten die weltlichen Herrscher Rat bei den Mönchen, und der Sangha wurde im Gegenzug mit Schenkungen und Privilegien belohnt. Da die predigenden Mönche oft auch als Volkserzieher wirkten, gewannen sie einen nicht unerheblichen politischen Einfluss. Es entwickelte sich das Modell einer Balance der zwei Räder des Dharma: das Rad der weltlichen Herrschaft und das Rad der geistigen Befreiung, die zwar getrennt sind, aber miteinander kooperieren wie die zwei Räder an einer Achse. Wo buddhistische Herrscher weltliche und geistliche Gewalt an sich zu ziehen versuchten, kam es immer wieder zu mönchischen Protestbewegungen – getragen meist von so genannten Waldmönchen, die sich von den Machtzentralen fernhielten, die Könige und die Korruption in den Städten kritisierten und demgegenüber den Rückzug zur Meditation in die Einsamkeit zum Programm erhoben.

6

Geschichtliche Formen

Im Lauf der Geschichte des Buddhismus entstanden zahlreiche Schulen und Unterschulen (manchmal missverständlich auch als Sekten bezeichnet), die sich teils in der philosophischen Lehre, vor allem aber in Bezug auf die Interpretation der Ordensregel unterschieden. Die Ausbreitung in neue kulturelle Räume und unter anderen Völkern brachte naturgemäß auch jeweils neue Formen des Buddhismus und neue Traditionslinien hervor.

Aufs Ganze gesehen, lassen sich Hinayana (Theravada) und Mahayana, das Kleine und das Große Fahrzeug, als Hauptrichtungen unterscheiden, wobei diese Unterscheidung vom Standpunkt des Mahayana aus getroffen wird. Letzterer will möglichst viele Menschen über den Ozean des Leidens fahren und über den Fluss der Werdewelt an das andere Ufer der Erlösung bringen. Vertreter des Mahayana nannten die älteren, von ihnen als elitär gebrandmarkten Schulen Hinayana, um auszudrücken, dass in diesem Fahrzeug nur wenig Menschen (Mönche nämlich) Platz fänden; seine Lehren seien zu schwierig, seine Forderungen zu hoch. Inzwischen hat die Bezeichnung ihre ursprünglich diskriminierende Bedeutung zwar verloren, doch nennt sich diese Richtung selbst meist Theravada (Lehre der Alten); ihre Anhänger heißen entsprechend Theravadins (Befolger der alten Lehre). Schon der frühe Buddhismus hatte sich in verschiedene Schulen gespalten: die Tradition spricht von 18 klassischen Schulen. Da der Theravada die einzige noch bestehende dieser Schulen ist, vertritt er tatsächlich die Lehre der Alten, wenn auch nicht den Ur-Buddhismus.

Geographisch gefasst wird in grober Schematisierung der Theravada-Buddhismus auch als südlicher Buddhismus und der Mahayana-Buddhismus als nördlicher Buddhismus bezeichnet.

Zurück
| | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft