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Windows Live® Suchergebnisse Fabian SocietyEnzyklopädieartikel
Fabian Society, 1884 von einer Gruppe Intellektueller aus der Mittelschicht in London gegründete Gesellschaft britischer Sozialisten, die gesellschaftliche Änderungen hin zu einer klassenlosengesellschaft durch demokratische Reformen anstrebte. Im Gegensatz zur marxistischen Klassenkampftheorie baute der Fabianismus, wie die Theorien der Fabian Society genannt werden, auf einen friedlichen, allmählichen Übergang zu einer sozialistischen Gesellschaft durch die sukzessive Reform der vorhandenen Strukturen und Institutionen; an deren Ende stünde eine klassenlose Gesellschaft, die die Produktionsmittel und Ressourcen als Kollektiveigentum verwaltete. Die Gruppe benannte sich nach dem römischen Feldherrn Quintus Fabius Maximus Verrucosus, genannt Cuncator („der Zauderer”), der einen mächtigen Gegner (die Karthager im 2. Punischen Krieg) durch seine kluge, abwartende Strategie und dadurch, dass er Entscheidungsschlachten vermied, zermürbte – eine Taktik, wie sie in etwa auch der Fabian Society vorschwebte. Im Laufe der Zeit entstanden überall in Großbritannien örtliche Fabian Societies, die der Muttergesellschaft in London angegliedert waren. Mitglieder der Fabian Society waren der Wirtschaftswissenschaftler Sidney Webb, die Sozialreformerin Annie Besant, der Dramatiker George Bernard Shaw sowie der Romanschriftsteller H. G. Wells. Durch seine Fabian Essays in Socialism (1889) schuf Shaw einen Klassiker sozialistischen Denkens, der sich schon im Titel auf die Ideen der Gesellschaft bezog. Die Mitglieder der Fabian Society gründeten zwar nie eine politische Partei, wohl aber beteiligten sie sich im Jahre 1900 an der Gründung des Labour Representation Committee, aus dem später die Labour Party hervorging, zu der sie engen Kontakt pflegten.
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