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Windows Live® Suchergebnisse T. S. EliotEnzyklopädieartikel
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T. S. Eliot (1888-1965), amerikanisch-englischer Schriftsteller und Literaturkritiker. Mit seiner Lyrik und seinen kritischen Schriften wirkte er vor allem auf die Entwicklung der angloamerikanischen Literatur. Mit The Waste Land (1922, Das wüste Land) schuf er das einflussreichste Langgedicht der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland beeinflusste er u. a. das Spätwerk Gottfried Benns. Thomas Stearns Eliot wurde am 26. September 1888 als Sohn eines Geschäftsmannes und einer Dichterin in Saint Louis (Missouri) geboren und streng puritanisch erzogen. Er besuchte die Bostoner Harvard University und studierte einige Zeit an der Pariser Sorbonne und in Oxford. 1915 ließ er sich in London nieder, nahm 1927 die britische Staatsbürgerschaft an und trat zur anglikanischen Kirche über. Zwischen 1915 und 1919 war er u. a. als Lehrer, Bankangestellter und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Egoist tätig. 1915 heiratete er Vivien Haigh-Wood. Die glücklose Ehe, die 1933 geschieden wurde, nachdem sich der geistige und körperliche Gesundheitszustand von Eliots Frau immer mehr verschlechtert hatte, war später Thema des Filmes Tom and Viv (1993). Als Gründer und Herausgeber der Zeitschrift The Criterion (1922-1939) schuf Eliot für viele zeitgenössische Schriftsteller ein literarisches Forum. Ab 1925 förderte er als Leiter des Verlages Faber & Faber insbesondere die Werke moderner englischer Dichter. Eliot starb am 4. Januar 1965 in London. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter 1948 den Literaturnobelpreis.
Als erste bedeutende Dichtung Eliots wurde 1915 The Love Song of J. Alfred Prufrock publiziert. Der erste Lyrikband Prufrock and Other Observations erschien 1917. Die darin enthaltenen Gedichte stehen in deutlichem Widerspruch zur vorherrschenden spätromantischen Tradition, auch indem Eliot den traditionellen Regelkanon von Versmaß und Reim missachtete und durch die Verwendung freier Rhythmen neue lyrische Akzente setzte. Reich an kulturellen und literarischen Anspielungen, orientierte sich die Sprache dabei am Stil moderner Konversation. In den zwanziger Jahren fand Eliot zu einer religiösen und gesellschaftlichen Thematik; seine Überzeugung, dass der Mensch in eine sinnentleerte Welt ohne Hoffnung hineingeboren werde, fand in dem fünfteiligen Gedichtzyklus The Waste Land (1922, Das wüste Land) mit seiner ironisch-distanzierten Sprache ihren Niederschlag. Mit The Waste Land, das seinen Autor mit einem Schlag berühmt werden ließ, erreichte Eliots Dichtung ihren Höhepunkt. Gleichzeitig fand der Autor einen adäquaten Ausdruck für die Erfahrung einer Zerrissenheit des zeitgenössischen Menschen und markierte somit einen wichtigen, auch formal reflektierten Gedanken der Moderne. Mit Beginn der dreißiger Jahre dann wurde eine Wendung von der Verzweiflung zum christlichen Humanismus im eliotschen Werk spürbar, insbesondere in Ash Wednesday (1930, Aschermittwoch) und The Rock (1934) sowie in seinem Versdrama Murder in the Cathedral (1935, Mord im Dom) über die Ermordung des Erzbischofs von Canterbury, Thomas Becket, im 12. Jahrhundert; Letzteres wurde 1951 unter der Regie von G. Hoellering verfilmt. Der von christlichem Humanismus bestimmte Gedichtzyklus Four Quartets (1943, Vier Quartette) gilt gemeinhin als das beste Werk dieser Periode. Seinen Ruhm als Dramatiker begründete Eliot mit der Gesellschaftskomödie The Cocktail Party (1949, Die Cocktailparty), in der religiöser Glaube zur Lösung einer familiären Konfliktsituation beiträgt. Danach erschienen The Confidential Clerk (1954, Der Privatsekretär) oder The Elder Statesman (1958, Ein verdienter Staatsmann), die um eine ähnliche Thematik kreisen. Zu den wenigen Zeugnissen eliotschen Humors gehört Old Possum’s Book of Practical Cats (1939, Old Possums Katzenbuch), nach dem später Andrew Lloyd Webbers Musical Cats entstand; ferner verfasste er einen Band mit Kindergedichten. Weitere Dramen sind Sweeney Agonistes (1932) und The Family Reunion (1939, Der Familientag). Weit reichenden Einfluss hatten auch Eliots literaturkritische Schriften zur Dramatik des Elisabethanischen Zeitalters, zur Gruppe der Metaphysical poets und zu Dante Alighieri. In der Essaysammlung The Sacred Wood (1920) vertrat er die Ansicht, ein Kritiker könne Literatur nur dann korrekt beurteilen, wenn er die historischen Zusammenhänge kenne und einbeziehe, und formulierte ein poetologisches Prinzip, dem zufolge der Dichter sein Werk als „objektives Korrelat” zu gestalten habe. In For Lancelot Andrewes (1928) beschrieb Eliot seinen Standpunkt als den eines Klassizisten in der Literatur, eines Royalisten in der Politik und eines Anglokatholiken in der Religion. Weitere literaturkritische Schriften sind The Idea of a Christian Society (1940, Die Idee einer christlichen Gesellschaft) und Notes Towards a Definition of Culture (1948, Beiträge zum Begriff der Kultur).
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