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Concerto

Enzyklopädieartikel
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Claudio MonteverdiClaudio Monteverdi
Artikelgliederung
1

Einleitung

Concerto, musikalisches Werk mit (gewöhnlich) drei Sätzen, für ein oder mehrere Soloinstrumente und Orchester. In der Barockmusik wird der Begriff als Wettstreit zwischen verschiedenen Klangkörpern oder zwischen Solostimmen und Basso continuo aufgefasst. Der musikalische Begriff concerto wurde erstmals in Italien im 16. Jahrhundert verwendet. Er diente zunächst als Bezeichnung sowohl für eine Vielzahl von geistlichen und weltlichen Stücken als auch für jede Art von Ensemble. Concertos wurden in gemischter Instrumental- oder Vokalbesetzung (oder Instrumente und Stimmen zusammen) gespielt. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde concerto synonym mit sinfonia gebraucht. Der Concerto-Stil erlebte seinen ersten Höhepunkt mit Komponisten wie Claudio Monteverdi, insbesondere im fünften und achten Buch seiner Madrigale (1605-1638), Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war „Concerto” zunehmend der Werktitel für instrumentale Ensemblemusik. Zu dieser Zeit entwickelte sich daraus das Concerto grosso und daraus wiederum das Solokonzert (Konzert), das seinen absoluten Höhepunkt im 19. Jahrhundert erreichte.

2

Das Concerto grosso

Der erste bedeutende Meister des Concerto grosso war Arcangelo Corelli, ein prominenter Geiger und Komponist der damals führenden Violinschule in Norditalien. Er bezeichnete die zwölf Instrumentalstücke seines Opus 6 (vermutlich 1680-1685 entstanden und 1714 posthum veröffentlicht) mit dem Titel Concerto grosso. Diese Werke waren in Stil und Form teilweise identisch mit der Sonata da chiesa, teilweise mit der Triosonate. Das Concerto grosso wurde von Komponisten wie Giuseppe Torelli aufgegriffen und entwickelte bald seine eigenen stilistischen Charakteristika, so vor allem die dreisätzige Form. Seine Popularität nahm während der Barockzeit stetig zu. Die sechs Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach sind eine recht eigenwillige Weiterentwicklung der Form.

Aus dem Concerto grosso entwickelte sich in der Folgezeit das Solokonzert, in dem das Concertino von einem einzigen Soloinstrument ersetzt wurde. Solokonzerte wurden zunächst für Geige, Trompete oder Oboe von italienischen Komponisten, u. a. Torelli und Tomaso Albinoni, geschrieben; zu den bedeutendsten gehören die zahlreichen Solokonzerte von Antonio Vivaldi. Mit diesen frühen Werken etablierte sich die allgemein gültige formale Struktur, die für das Solokonzert bis etwa 1900 den Standard bildete: eine Aufeinanderfolge von drei Sätzen in der Anordnung schnell-langsam-schnell, wobei der Mittelsatz in einer von der Haupttonart des ersten und letzten Satzes abweichenden Tonart steht.

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Das klassische Konzert

Im 18. Jahrhundert trat an der Wende vom Barock zur Klassik die Sinfonie an die Stelle des Concerto grosso. Das Solokonzert jedoch blieb weiter als unverzichtbare solistische Gattung bestehen. Das damals neu aufkommende Klavier ersetzte schrittweise die Geige als bevorzugtes Soloinstrument. Die Klavier- und Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven stellen den Höhepunkt der Gattung in der Wiener Klassik dar.

Das klassische Konzert spiegelt den formalen Kompromiss zwischen der traditionellen Ritornellform und den Erfordernissen virtuoser Präsentation wider. Die ersten Sätze wurden als Varianten der Ritornellform konzipiert, wobei das erste Ritornell und die erste Solopassage der Exposition einer Sinfonie entsprechen; der Rest des Satzes entwickelt sich ebenfalls nach den Gesetzen einer Sinfonie, wobei Solo und Orchester gemeinsam oder abwechselnd spielen. Der letzte Satz ist normalerweise ein Rondo, in dem das Solo einen wiederkehrenden Refrain spielt. Wie Sinfonien auch, entwickelten sich Solokonzerte zu großen, individuellen Werken, die für die Aufführung in einem öffentlichen Konzertsaal vor großem Publikum bestimmt waren.

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Das romantische Solokonzert

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Virtuosen. Hier stehen besonders zwei Namen im Mittelpunkt: der italienische Geigenvirtuose Nicolò Paganini und der ungarische Pianist und Komponist Franz Liszt. Mit ihnen ist der romantische Mythos vom virtuosen Genius eng verbunden. Wichtige Solokonzerte, vor allem für Klavier oder Violine, wurden daneben von Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn, Robert Schumann und Johannes Brahms, sowie von Frédéric Chopin und Peter Iljitsch Tschaikowsky geschrieben. Ihre Arbeiten sind Experimente mit der gesamten Anlage in drei Sätzen als auch mit ihrer inneren Struktur. Dennoch blieben sie der sinfonischen Form verpflichtet, der die Sonatenform zugrunde liegt.

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