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Windows Live® Suchergebnisse AcetylenEnzyklopädieartikel
Acetylen (Ethin), farbloses, brennbares Gas mit der chemischen Formel HC:CH und einer etwas geringeren Dichte als Luft. Dieses Alkin wurde erstmals 1836 von dem irischen Chemiker Edmund Davy (verwandt mit Humphry Davy) als Nebenprodukt gewonnen. Acetylen zählte lange Zeit zu den wichtigen Schlüsselprodukten der chemischen Industrie (s. u.). Durch die Umstellung einiger technischer Produktionsabläufe auf kostengünstigere Alkene (siehe Kohlenwasserstoffe) hat Acetylen jedoch an seiner Bedeutung eingebüßt. Die Verbindung lässt sich nach verschiedenen Verfahren herstellen. Eine klassische Möglichkeit ist die Einwirkung von Wasser auf Calciumcarbid. Nach dieser Methode gelang es Friedrich Wöhler 1862, die Verbindung herzustellen – in diesem Fall hat das Produkt durch Verunreinigungen einen unangenehmen Geruch. Bis vor wenigen Jahren war diese Syntheseroute die wichtigste technische Methode zur Gewinnung von Acetylen. Heutzutage stellt man es günstiger und in besserer Qualität z. B. durch thermische Zersetzung von Kohlenwasserstoffen (besonders Methan) im elektrischen Lichtbogen her. Acetylen ist bei normaler Temperatur durch hohen Druck verflüssigbar. In diesem Zustand ist es jedoch hochexplosiv und wird deshalb in besonderen Stahlflaschen aufbewahrt und transportiert, die mit porösen Massen (z. B. Kieselgur) und mit Aceton (Propanon) gefüllt sind. Acetylen brennt an der Luft mit sehr heißer, heller Flamme. Früher dienten Carbidlampen zu Beleuchtungszwecken; in ihnen wurde Wasser auf Calciumcarbid getropft und das austretende Acetylen an einer Düse verbrannt. Heute verwendet man Acetylen beispielsweise für Schweißbrenner, wobei das Acetylen mit reinem Sauerstoff verbrannt wird (siehe Schweißen). Wie bereits eingangs erwähnt, hat Acetylen für verschiedene großtechnische Synthesen eine besondere Bedeutung. Hierzu zählen beispielsweise die Produktion von Vinylchlorid und Acetylenruß. Acetylenruß verwendet man z. B. als Füllstoff in der Reifenherstellung, Vinylchlorid dient u. a. zur Herstellung von Kunststoffen (PVC). Darüber hinaus nutzt man Acetylen zur Herstellung technisch wichtiger Zwischenprodukte. Acetylen schmilzt bei -81 °C und siedet bei -57 °C.
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