Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach H. G. Wells

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

H. G. Wells

Enzyklopädieartikel
Multimedia
H. G. WellsH. G. Wells
Artikelgliederung
1

Einleitung

H. G. Wells (1866-1946), englischer Schriftsteller. Er war einer der Mitbegründer und herausragenden Vertreter der Sciencefiction innerhalb der englischen Literatur. In seinen naturwissenschaftlich-phantastischen Romanen schilderte er prophetisch den Triumph der Technik, aber auch die Schrecken der Kriegstechnologie des 20. Jahrhunderts.

Herbert George Wells wurde am 21. September 1866 als Sohn armer Eltern in Bromley (heute ein Stadtteil Londons) geboren und studierte nach seiner Lehre bei einem Tuchhändler, autodidaktisch vorgebildet, mit Hilfe eines Stipendiums Naturwissenschaften in London. Bevor er 1895 freier Schriftsteller wurde, arbeitete er in mehreren Berufen, u. a. als Buchhalter, Hilfslehrer und Journalist; als Reporter interviewte er Jossif Stalin und Franklin D. Roosevelt. Aus Wells’ zehnjähriger Beziehung mit Rebecca West ging 1914 der gemeinsame Sohn Anthony West hervor. Zunächst dem Marxismus nahe stehend, wandelte sich Wells zusehens zum Sozialisten: Von 1903 bis 1908 gehörte er der Fabian Society an, in der er seine Idee, das dem modernen Menschen zur Verfügung stehende technische Potential gezielt zur Förderung des Fortschritts und zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt werden, angemessen vertreten sah, die er jedoch nach einer heftigen Kontroverse mit George Bernard Shaw wieder verließ.

Bereits sein Romandebüt The Time Machine (1895, Die Zeitmaschine) machte Wells berühmt; hier kombinierte er gekonnt naturwissenschaftliches Wissen, Elemente des Abenteuerromans, politische Reflexionen und Motive einer technifizierten phantastischen Literatur, die er um das der Zeitreise erweiterte. Dem Roman folgten Klassiker wie The Island of Dr. Moreau (1896, Dr. Moreaus Insel), The Invisible Man (1897, Der Unsichtbare), The War of the Worlds (1898, Der Krieg der Welten) und die Studie The Shape of Things to Come (1933), die alle verfilmt wurden. Nach dem 1. Weltkrieg schuf Wells die historische Abhandlung The Outline of History (2 Bde., 1920, Die Grundlinien der Weltgeschichte), die sich als großer Erfolg erwies. Darüber hinaus machte er sich für die Idee des Völkerbunds stark und stand dem PEN-Club vor. In seinem Spätwerk zeichnet sich eine eher pessimistische Weltsicht ab; besonders deutlich tritt dies in Mind at the End of its Tether (1945, Der Geist am Ende seiner Möglichkeiten) hervor. Wells starb am 13. August 1946 in London. The War of the Worlds inspirierte Orson Welles zu seinem gleichnamigen Hörspiel, das in den USA eine Massenpanik auslöste.

2

Werk

Die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft der menschlichen Gesellschaft ist ein zentrales Thema des Wells’schen Werks – ein sozialer Aspekt, der etwa in der Sciencefiction etwa eines Jules Verne nicht zu finden ist. Im Verlauf von 50 Jahren schrieb Wells über 80 Bücher, darunter auch realistische Romane wie Kipps (1905, 1941 verfilmt, Regie Carol Reed, mit Philipp Frost und Michael Redgrave) und The History of Mr. Polly (1910, Mr. Polly steigt aus; 1949 verfilmt, Regie Anthony Pelissier, mit John Mills), die durch detaillierte Charakterzeichnungen bestechen; sie spielen in der Welt des Kleinbürgers, die kritisch, aber auch mit Humor beleuchtet wird. Oftmals kommt dabei die Überzeugung zum Tragen, dass sich Literatur sozial engagieren müsse – einen Gedanken, den er vehement in seiner berühmten Diskussion mit Henry James vertrat: So gingen in dem Roman Ann Veronica (1909) Ideen der Frauenrechtsbewegung ein; in Tono-Bungay (1909) übte Wells Kritik am Kapitalismus, in Mr. Britling Sees It Through (1916, Mr. Britlings Weg zur Erkenntnis) schilderte er die Wandlung eines Durchschnittsengländers zum radikalen Pazifismus, einen Schritt, den er selbst vollzogen hatte. Mit dem Buch ‘42 to ‘44. A Contemporary Memoir (1944) übte er Kritik an fast allen damaligen politischen Führern der Weltmächte, und in Mind at the End of Its Tether (1945, Der Geist am Ende seiner Möglichkeiten) äußerte er Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Menschheit. Persönliches verarbeitete Wells in An Experiment in Autobiography (1934).

Auf Vermittlung Alexander Kordas konnte H. G. Wells auch für Drehbücher gewonnen werden. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Filme nach seinen Romanen. Unter den TV- und Kinoversionen der Time Machine ragt die unter der Regie George Pals entstandene von 1960 klar heraus, in der von Hitchcocks Die Vögel her bekannte Schauspieler Rod Taylor die Hauptrolle spielte. The Island of Dr. Moreau über einen wahnsinnigen Forscher, der auf einer abgeschotteten Insel Experimente mit tierischen und menschlichen Mischwesen veranstaltet und damit eine Katastrophe auslöst, war ebenfalls Grundlage zahlreicher, unterschiedlich anspruchsvoller Literaturverfilmungen; dazu gehören Erle C. Kentons Island of Lost Souls (1933) mit Charles Laughton und Bela Lugosi ebenso wie Don Taylors Adaption mit Barbara Carrera und Michael York. 1996 kam John Frankenheimers Fassung mit Marlon Brando und Val Kilmer heraus.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft