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  • UR – Wikipedia

    Ur steht für: Auerochse, ausgestorbenes Wildrind; Auerochse (Wappentier) in der Heraldik; Ur (Stadt), eine der ältesten sumerischen Städte in Südmesopotamien; Ur (Alamanne ...

  • Ur (Stadt) – Wikipedia

    Ur ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien (Zweistromland, im heutigen Irak) und eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte.

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Ur

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Löwin von Ur mit AdlerkörperLöwin von Ur mit Adlerkörper

Ur (das biblische „Ur in Chaldäa”), antike Stadt in Mesopotamien. Ihre Ruinen liegen 150 Kilometer westlich von Basra (Irak), südlich vom Euphrat. Die Ruinenstätte Ur trägt heute den Namen Tell Mukajir. Im Altertum floss der Euphrat in der Nähe der Stadtmauern vorbei. Diese Lage mit Verbindung zum Meer bot der Stadt Ur gute Voraussetzungen zur Entwicklung des Handels.

Ur war das Zentrum der Verehrung des sumerischen Mondgottes Nanna (babylonischer Gott Sin). Die große Zikkurat für Nanna ist der besterhaltene Tempelturm Mesopotamiens. Im biblischen „Ur in Chaldäa” lebten die Chaldäer, die sich um 900 v. Chr. angesiedelt hatten. Die Genesis (1, 28, 31) bezeichnet Ur als die Heimat Abrahams.

Ur war eine der ersten dörflichen Siedlungen, die (etwa 4000 v. Chr.) von den so genannten ubaidianischen Einwohnern von Sumer gegründet wurden. Noch vor 2800 v. Chr. entwickelte sich Ur zu einem blühenden sumerischen Stadtstaat. Der Gründer der ersten Dynastie von Ur war der Eroberer und Tempelbauer Mesanepada (Regierungszeit um 2670 v. Chr.). Sein Sohn Anepada (Regierungszeit um 2650 v. Chr.) baute den Tempel der Göttin Ninhursanga, der in Tell al-Ubaid, etwa acht Kilometer nordöstlich von Ur, ausgegraben wurde.

Urnammu (Regierungszeit von 2113-2095 v. Chr.), der erste König der dritten Dynastie, errichtete das Reich von Sumer und Akkad wieder. Er gewann die Herrschaft über den Zugang zum Meer etwa 2100 v. Chr. und machte Ur zur reichsten Stadt in Mesopotamien. Seine Regierung war der Beginn der so genannten Renaissance der sumerischen Kunst und Literatur in Ur. Urnammu sowie sein Sohn und Nachfolger Schulgi (Regierungszeit von 2095-2047 v. Chr.) bauten die Zikkurat der Nanna (etwa 2100 v. Chr.) und Tempelanlagen in Ur. Die Nachkommen von Urnammu blieben über ein Jahrhundert an der Macht, bis die Elamiten Ibbisin, König von Ur (Regierungszeit von 2029 bis 2004 v. Chr.), gefangen nahmen und die Stadt zerstörten.

Ur wurde wieder aufgebaut und Teil des Königreiches von Isin, später des Königreiches Larsa und gehörte schließlich zu Babylonien. In der Zeit, als Babylonien von den Kassiten regiert wurde, blieb Ur ein bedeutender religiöser Mittelpunkt. Während der assyrischen Herrschaft in Babylonien war es Provinzhauptstadt.

Nach der Errichtung der chaldäischen Dynastie in Babylonien begann unter Nebukadnezar II. eine neue Periode der Bautätigkeit in Ur. Der letzte babylonische König, Nabonid, der seine älteste Tochter als Hohepriesterin in Ur einsetzte, verschönerte die Tempel, gestaltete die Zikkurat der Nanna völlig neu. Nach der Eroberung Babyloniens durch die Perser begann der Niedergang von Ur. Im vierten Jahrhundert v. Chr. war die Stadt praktisch vergessen, vermutlich auch weil der Lauf des Euphrat sich verändert hatte.

Die Ruinen von Ur wurden von dem britischen Konsul J. E. Taylor entdeckt, der in den Jahren 1854 bis 1855 mit den Ausgrabungen begann und die Zikkurat der Nanna teilweise freilegte. Das British Museum unternahm von 1918 bis 1919 weitere Ausgrabungen in Ur und dem nahe gelegenen Tell al Ubaid unter der Leitung der britischen Archäologen Reginald C. Thompson und H. R. H. Hall. Diese Arbeiten wurden von 1922 bis 1934 durch eine gemeinsame Expedition des British Museum und des Museums der University of Pennsylvania unter der Leitung des britischen Archäologen Sir Leonard Woolley fortgesetzt.

Die Expedition grub die Zikkurat völlig aus und legte das gesamte Tempelgebiet in Ur sowie Teile der Wohn- und Gewerbeviertel der Stadt frei. Die großartigste Entdeckung war der Königsfriedhof aus der Zeit um 2600 v. Chr., der Kunstschätze aus Gold, Silber, Bronze und Edelsteinen enthielt. In der Stadt selbst wurden Tausende von Keilschrifttafeln gefunden, die Verwaltungsaufzeichnungen und literarische Texte aus der Zeit von 2700 v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. enthielten.

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