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Fabriksystem

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Folgen der industriellen AutomationFolgen der industriellen Automation
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Moderne Entwicklung

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts war das Fabriksystem bereits überall in den USA und im größten Teil Westeuropas weit verbreitet. In Europa erreichte es seinen höchsten Entwicklungsstand in Deutschland, England, den Niederlanden und Belgien. 1913 führte Henry Ford Fließbandtechniken in den Fordwerken bei der Automobilherstellung ein. Mit der Zeit wurden auch im Fernen Osten Fabriken errichtet, wo billige Arbeitskräfte das Kapital aus den industrialisierten Ländern des Westens anlockten. Japan, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung begonnen hatte, wurde schnell zur führenden Industriemacht Asiens und ein ernsthafter Konkurrent der westlichen Länder.

Im Allgemeinen ging der Entwicklungstrend des Fabriksystems hin zu größeren Werken, das investierte Kapital pro Arbeiter stieg an. Immer mehr Industriebetriebe wurden und werden zu Aktiengesellschaften. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts verlagert sich der Arbeitsmarkt aufgrund immer stärkerer Rationalisierung und Automatisierung zunehmend vom industriellen in den Dienstleistungssektor (siehe Dienstleistungsgesellschaft). Andere wichtige Trends waren der Aufstieg professioneller Manager in Führungspositionen, die traditionell die Fabrikeigner innegehabt hatten, sowie Entwicklung und Einsatz immer höher entwickelter Technologien in modernen Produktionen. Computer, Halbleiter und Roboter haben die Arbeitsabläufe schon so weit automatisiert, dass ganze Fabriken mit wenigen Angestellten auskommen, die nur noch die Maschinen überwachen. Diese Entwicklung hat zahlreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen mit sich gebracht. Diese könnten letztendlich so grundlegend sein wie die Veränderungen durch die industrielle Revolution.

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Arbeitsbedingungen in Fabriken

Die Einführung des Fabriksystems hatte weit reichende Auswirkungen auf die sozialen Verhältnisse und Lebensbedingungen der Menschen. Im Mittelalter hatte man sowohl vom Lehnsherrn als auch vom Gildenmeister erwartet, dass sie Verantwortung für das Wohlergehen der Leibeigenen, Lehrlinge und Gesellen übernahmen, die für sie arbeiteten. Im Gegensatz dazu war man der Meinung, dass sich der Fabrikbesitzer mit der Zahlung des Lohnes jeglicher Verpflichtung gegenüber seinen Angestellten entledigt habe. Daher nahmen die meisten Besitzer zu ihren Fabrikarbeitern eine unpersönliche Haltung ein. Das war auch darauf zurückzuführen, dass viele der neuen Fabrikmaschinen ohne besondere Kraft oder Geschick bedient werden konnten. Die Besitzer der ersten Fabriken waren oft mehr an billigen als an qualifizierten Arbeitskräften interessiert. Daher beschäftigten sie viele Frauen und Kinder, die weniger Lohn erhielten als die Männer. Diese gering entlohnten Angestellten hatten 16 Stunden am Tag zu arbeiten. Um sie zur schnelleren Arbeit anzutreiben, wurden sie unter Druck gesetzt oder körperlich gezüchtigt. Da keine der Maschinen und Arbeitsmethoden geregelten Sicherheitsbestimmungen unterlag, ereigneten sich viele Unfälle, bei denen Arbeiter getötet oder verletzt wurden. 1802 führte die Ausbeutung von Kindern armer Leute zu den ersten Fabrikgesetzen in England. Die Einhaltung dieser Gesetze, die den Arbeitstag für Kinder auf zwölf Stunden beschränkten, sowie weiterer Gesetze zur Regulierung der Kinderarbeit, die folgten, konnte jedoch nicht streng kontrolliert werden.

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Reformen und Veränderungen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten die Bedingungen der Arbeiter im Fabriksystem zu öffentlichen Protesten geführt. Zu denen, die nach Reformen riefen, gehörte auch Robert Owen, ein britischer Fabrikant, Besitzer einer Baumwollfabrik, der sich aus eigener Kraft hochgearbeitet hatte. Er versuchte ein Beispiel zu geben, indem er die schäbige schottische Fabrikstadt New Lanark zwischen 1815 und 1828 zu einer Fabrik mit Modellcharakter umwandelte. In New Lanark waren die Löhne höher und die Arbeitszeiten kürzer, Kinder blieben den Fabriken fern und wurden zur Schule geschickt, und die Wohnbedingungen für die Angestellten lagen über der geltenden Norm. Dennoch erwirtschaftete die Fabrik einen beträchtlichen Gewinn. Zu Owens Zeit begann auf den Britischen Inseln die Entwicklung moderner Gewerkschaften, und er versuchte sie in einer nationalen Bewegung zu organisieren. Sein Ziel war sowohl die Verbesserung der Arbeitsbedingungen als auch die Erreichung grundlegender sozialer und wirtschaftlicher Reformen. Bei seinen Bemühungen fand Owen auch Unterstützung durch Wirtschaftstheoretiker wie die Franzosen Charles Fourier, Claude Henri de Saint-Simon und Pierre Joseph Proudhon sowie Karl Marx und Friedrich Engels.

Mit der Zeit waren die Fabrikbesitzer durch organisierten Protest gezwungen, einige der schlimmsten Missstände zu beseitigen. Die Arbeiter stritten für das Wahlrecht und erhielten es. Sie gründeten politische Parteien und Gewerkschaften. Nach beträchtlichen Kämpfen und vielen Rückschlägen erreichten die Gewerkschaften wichtige Zugeständnisse von den Fabrikleitungen und der Regierung, darunter das Recht die Arbeiter in den Fabriken gewerkschaftlich zu organisieren und sie bei Verhandlungen zu vertreten.

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Fabriküberwachung

Die Kontrolle von Fabriken durch Staatsbehörden begann in England im frühen 19. Jahrhundert, ausgelöst von öffentlichen Protesten gegen die Arbeitsbedingungen für Frauen und Kinder. Später erließen die Regierungen überall da, wo sich das Fabriksystem ausbreitete, Bestimmungen gegen gesundheitsschädigende und gefährliche Arbeitsbedingungen. So wurden in allen industrialisierten Ländern Fabrikgesetze geschaffen. Diese Gesetze begrenzten die Kinderarbeit und die Arbeitszeit. Sie regelten die sanitären Bedingungen, die Einrichtung von Sicherheitsvorrichtungen und die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen. Sie sahen medizinische Betreuung vor. Die International Labour Organization, die zunächst mit dem Völkerbund und später mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitete, vereinheitlichte die Bestimmungen über Fabrikbedingungen in der ganzen Welt, jedoch ohne die Durchsetzung dieser Normen garantieren zu können.

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