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Windows Live® Suchergebnisse ToulouseEnzyklopädieartikel
Toulouse, Stadt in Südfrankreich, Verwaltungssitz des Departements Haute-Garonne, an der Garonne und dem Canal du Midi. Toulouse ist ein bedeutendes Wirtschaftszentrum und Verkehrsknotenpunkt. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die chemische und die Textilindustrie und der Maschinenbau. Historische Sehenswürdigkeiten in Toulouse sind die große romanische Basilika Saint Sernin (begonnen im 11. Jahrhundert), in der sich das Grab von Thomas von Aquin befindet, die gotische Kathedrale Saint Étienne (begonnen im 12. Jahrhundert) und die Kirche Notre Dame la Blanche (restauriert im 16. Jahrhundert). Des Weiteren finden sich in der Stadt zahlreiche Gebäude aus der Renaissance, wie z. B. das Hôtel Felzins, das Maison de Pierre und das Hôtel d’Assézat et de Clémence-Isaure. Letzteres ist der Sitz der Académie des Jeux Floraux, einer 1323 gegründeten literarischen Gesellschaft, die alljährlich Dichterwettbewerbe ausrichtet, bei denen Blumen aus Gold oder Silber zu gewinnen sind. Interessant sind weiterhin das imposante Capitol (18. Jahrhundert), das das Rathaus beherbergt, das Museum für bildende Kunst, das in einem ehemaligen Augustinerkloster (14. Jahrhundert) untergebracht ist, und das Observatorium (1733). Zu den Hauptattraktionen der Stadt gehört die jährlich von circa 300 000 Menschen besuchte Cité de l’Espace, ein Weltraumpark mit ausrangierten Raumstationen und zahlreichen Interaktivitäten. An Bildungseinrichtungen verfügt Toulouse u. a. über die 1229 gegründete Universität, die katholische (1877) und die polytechnische Hochschule (1970) sowie zahlreiche weitere Hoch- und Fachschulen. Die gallische Stadt Tolosa spielte bereits lange Zeit vor der Eroberung Galliens durch die Römer eine wichtige Rolle. Im 4. Jahrhundert wurde sie Bischofssitz, im frühen 14. Jahrhundert Erzbischofssitz. Von 419 bis 508 war Toulouse Hauptstadt des Tolosanischen Reiches der Westgoten, bevor es von dem fränkischen König Chlodwig I. erobert wurde. Ab 781 war die Stadt Mittelpunkt des fränkischen Unterkönigreiches Aquitanien, bis 843 die selbständige Grafschaft Toulouse errichtet wurde. Die Grafen gewannen nach und nach die Kontrolle über den größten Teil der weiten Languedoc-Region, und ihr Hof war ein bekannter kultureller Treffpunkt, an dem sich u. a. die führenden Troubadoure versammelten. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts eine Hochburg der Albigenser, wurde Toulouse im frühen 13. Jahrhundert während der Albigenserkriege (1209-1229) erobert und geplündert. 1271 wurde Toulouse der Krondomäne einverleibt, behielt jedoch bis zur Französischen Revolution ein hohes Maß an Selbstverwaltung. Zur Zeit der Reformation hatte Toulouse einen hohen protestantischen Bevölkerungsanteil; dennoch ergriff die Stadt in den Hugenottenkriegen für die katholische Seite Partei. 1562 wurden in Toulouse etwa 4 000 Hugenotten getötet. Während der Napoleonischen Kriege wurde Toulouse 1814 von den Briten unter Herzog von Wellington erobert. Ihr größtes industrielles Wachstum erlebte die Stadt Mitte des 19. Jahrhunderts. Im 2. Weltkrieg war Toulouse von 1942 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 435 000 (2005).
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