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Windows Live® Suchergebnisse SchauerromanEnzyklopädieartikel
Schauerroman (englisch Gothic novel), Gattung des Unterhaltungsromans, dessen Handlung meist um unheimliche Ereignisse oder Verbrechen kreist, die bevorzugt in bestimmten architektonischen Szenarien (mittelalterliche, „gotische” Spukschlösser mit düsteren Verliesen, Geheimtreppen und unterirdischen Gängen) angesiedelt werden, und nach einem raffinierten Spannungsaufbau mit sich kontinuierlich steigernden Schauereffekten häufig eine natürliche Erklärung findet. Die Gattung erfreute sich vor allem in der englischen Literatur im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und in den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit und fand besonders durch die Leihbibliotheken weite Verbreitung. Zu den bekanntesten Autoren gehören Horace Walpole (Schloss Otranto, 1764), Clara Reeve (The Champion of Virtue/Der alte englische Baron, 1777), Ann Radcliffe (Die Geheimnisse von Udolpho, 1794), Matthew Gregory Lewis (Ambrosio, or the Monk/Der Mönch, 1795) und nicht zuletzt Mary Wollstonecraft Shelley, die mit Frankenstein (1818) die Gattung der Horrorliteratur maßgeblich beeinflusste, in der dieses Genre in trivialisierter Form bis heute fortlebt. Auch der Detektiv- oder Kriminalroman geht in seiner Struktur auf den Schauerroman zurück. In der deutschen Literatur beeinflusste die Gattung besonders die phantastisch-grotesken Geschichten der „schwarzen” Romantik (E. T. A. Hoffmann).
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