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Windows Live® Suchergebnisse KameleEnzyklopädieartikel
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Kamele, Gattung der Paarhufer mit zwei Arten, dem Zweihöckrigen Kamel (auch Kamel oder Trampeltier) und dem Dromedar (auch Einhöckriges Kamel). Kamele sind große Wiederkäuer, die als domestizierte Tiere in Wüstenregionen Asiens, Nordafrikas und Australiens verbreitet sind. Die Wildform des Zweihöckrigen Kamels ist heute auf kleine, zersplitterte Populationen in zentralasiatischen Wüstengebieten begrenzt; die Wildform des Dromedars ist unbekannt. Beide Arten können lange Trockenperioden und große Hitze ohne zwischenzeitliche Wasseraufnahme überstehen; dies erreichen sie u. a., indem sie die Verdunstung von Wasserdampf über die Nasenschleimhaut minimieren. Andererseits können sie in wenigen Minuten mehr als 100 Liter Wasser aufnehmen; von der Wildform des Zweihöckrigen Kamels ist bekannt, dass diese Tiere auch Salzwasser trinken. Die Höcker der Kamele (einer beim Dromedar und zwei beim Trampeltier) bestehen aus Fettgewebe, das als Energiespeicher dient. Früher nahm man irrtümlich an, Kamele könnten damit durch oxidativen Fettabbau Wasser gewinnen. Beide Arten wurden bereits vor mehr als 4 000 Jahren domestiziert: das Dromedar in Arabien, das Kamel in Mittelasien. 2005 wurden in Zentralsyrien die fossilen Überreste einer rund 100 000 Jahre alten, etwa drei Meter hohen Kamelart entdeckt.
Das Dromedar (griechisch dromas: schnell laufend) hat eine Schulterhöhe von etwa zwei Metern, eine Kopfrumpflänge von circa drei Metern und wiegt rund eine halbe Tonne; der Höcker ragt etwa 30 Zentimeter über den Rücken hinaus, der Schwanz ist einen halben Meter lang. Das Dromedar ist in seiner Haustierform von den heißen Wüstengebieten im Nordwesten Indiens und den afghanischen Tiefebenen über die Arabische Halbinsel und Somalia bis hin zu den Wüstengebieten Westafrikas verbreitet. Von 1840 bis 1907 wurden Tausende Dromedare nach Australien gebracht und als Reit-, Last- und Zugtiere verwendet; in den zwanziger Jahren gab es dort etwa 20 000 Dromedare. Um 1930 wurden viele Dromedare wegen der Entwicklung des Schienen- und Straßenverkehrs nicht mehr gebraucht und freigelassen. Die ausgesetzten Tiere vermehrten sich stark und verbreiteten sich über große Teile West- und Zentralaustraliens. Schätzungen gingen zu Beginn des 21. Jahrhunderts von mehr als einer halben Million bis zu fast einer Million australischer Dromedare aus. Das Dromedar hat sich an die extremen Klimabedingungen seines Lebensraumes gut angepasst. Dicke, breite Schwielensohlen und dicke Hornschwielen an den Beingelenken und am Brustkorb, auf die es sich beim Knien niederlässt, schützen es vor der Hitze des Wüstensandes. Atemwege und Augen sind durch Schließen der Nasenöffnungen und lange Augenwimpern gegen aufgewirbelten Wüstensand geschützt. Auch beim Dromedar werden zwei Höcker angelegt, aber nur der hintere wird voll ausgebildet. Dromedare ernähren sich von Blättern, Kräutern und Gras. Sie können ein Alter von etwa 40 Jahren erreichen. Die Weibchen bekommen nach einer Tragzeit von 12 bis 13 Monaten in der Regel ein Junges.
Das Zweihöckrige Kamel oder Trampeltier (eine Eindeutschung des Wortes Dromedar) ist gedrungener und kurzbeiniger als das Dromedar, erreicht jedoch etwa dieselben Maße und Gewichte; sein Fell ist länger und feiner. Die Höcker domestizierter Kamele sind häufig größer als die frei lebender und kippen deshalb oft zur Seite. Hinsichtlich Nahrung, Lebenserwartung und Fortpflanzung gleicht das Zweihöckrige Kamel dem Dromedar. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Trampeltiers waren trockene Steppen und Halbwüsten Zentralasiens. Heute kommt es nur noch im Südwesten der Mongolei (in der Wüste Gobi) und im Nordwesten Chinas vor. Der Bestand frei lebender Zweihöckriger Kamele war zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf unter 1 000 gesunken; die Verfolgung der Wildkamele wird dennoch fortgesetzt. Das Kamel ist an die wechselnden klimatischen Verhältnisse seines felsigeren Lebensraumes angepasst, wo die Temperaturen im Sommer auf bis zu 60 °C steigen und im Winter auf arktische Kältegrade fallen. Das Kamel wird seit alters her als Lasttier eingesetzt, da es Lasten bis zu 450 Kilogramm tragen und pro Tag eine Strecke von etwa 50 Kilometern zurückzulegen kann. Die Wolle des Kamels dient zur Herstellung von Tauwerk, feinen Pinseln und leichten, warmen Stoffen, außerdem dienen Milch und Fleisch der Kamele als Nahrungsmittel. Kreuzungen zwischen Kamel und Dromedar sowie zwischen Kamel und Lama sind möglich; die Hybriden sind unfruchtbar.
Kamele bilden die Gattung Camelus der Familie Camelidae. Das Dromedar trägt den wissenschaftlichen Namen Camelus dromedarius, das Zweihöckrige Kamel heißt Camelus ferus.
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