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Windows Live® Suchergebnisse MineEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Mine, Sprengkörper, der an Land oder im Meer eingesetzt wird, und dessen Zweck es ist, feindliche Truppen, Schiffe bzw. Kriegsschiffe sowie andere Fahrzeuge wie z. B. Panzer zu zerstören oder kampfunfähig zu machen. Minen dienen auch dazu, den Vormarsch von Truppen zu verzögern und ein Gelände, eine Schifffahrtsstraße oder einen Hafen unpassierbar zu machen. Ein Gebiet, in dem zahlreiche Minen vergraben sind, wird als Minenfeld bezeichnet.
Ein in einem Gehäuse untergebrachter Sprengsatz, der im Erdboden versteckt ist, wird als Landmine bezeichnet. Sie besteht aus Metall, Kunststoff, Glas oder Holz und kann auf unterschiedliche Art und Weise zur Detonation gebracht werden, z. B. durch einen an der Mine angebrachten Stolperdraht oder durch einen Zeitzünder. Der für Landminen am häufigsten verwendete Sprengstoff ist Trinitrotoluol oder TNT. Panzerminen haben eine Sprengstoffladung von drei bis fünf Kilogramm TNT. Sie werden zur Zerstörung von Fahrzeugen eingesetzt. Gegen Soldaten gerichtete Minen haben Sprengstoffladungen, die von 0,1 bis zwei Kilogramm wiegen. Sie sollen Soldaten, die zu Fuß unterwegs sind, töten oder verletzen. Realistisch gesehen richten sich diese Waffen allerdings nicht nur gegen Soldaten, sondern generell gegen jede Person – also auch gegen die Zivilbevölkerung. In diesem Zusammenhang spricht man in Fachkreisen von Antipersonenminen (abgekürzt AP-Minen). Im 2. Weltkrieg benutzte die Deutsche Wehrmacht zur Bekämpfung von Fußtruppen eine Mine, die durch einen Draht ausgelöst und etwa 30 bis 60 Zentimeter in die Luft geschleudert wurde, bevor sie explodierte. Im Koreakrieg wurden Landminen, die mit einem Netz von Stolperdrähten verbunden waren, häufig verwendet, um Verteidigungsstellungen zu schützen. Im Vietnamkrieg war die Claymoremine ein von den Amerikanern häufig verwendeter Minentyp. Die kleinen und leichten Claymoreminen bestehen aus Kunststoff und enthalten neben einer hochexplosiven Substanz auch Metallteilchen, deren Flugrichtung durch die Lage der Mine bestimmt werden kann. Diese Metallteilchen fliegen bis zu 75 Meter weit. Die Minen können in den Boden gesteckt oder in 60 bis 90 Zentimeter Höhe an Bäumen aufgehängt werden. Die Zündung erfolgt durch einen Stolperdraht.
Minen, die an oder knapp unter der Wasseroberfläche schwimmen, werden als Unterwasserminen bezeichnet. Solche Minen können mit einem Seil am Meeresboden verankert sein oder frei treiben und den Wasserströmungen folgen. Sie explodieren beim Kontakt mit einem Schiffsrumpf oder werden durch eine Magnetvorrichtung ausgelöst. Zum Schutz gegen Minen mit Magnetzündern kann der Rumpf eines Schiffes mit elektrischen Leitern umgeben werden, die das Magnetfeld des Schiffes verringern. Akustische Minen werden durch das Geräusch von Schiffsschrauben angezogen. Durch das Schleppen einer Geräuschquelle hinter dem Schiff lässt sich dieser Minentyp unschädlich machen. Minen können auf See durch Kriegsschiffe, so genannte Minenleger, aber auch durch Militärflugzeuge oder durch U-Boote ausgebracht werden. Gebiete im Meer, die vermint sind, werden auch als Minenfelder bezeichnet. In Kriegszeiten werden Minen häufig zum Schutz von Häfen gegen U-Boote eingesetzt.
Geräte zum Aufspüren von Landminen ähneln den Metalldetektoren, die von Schatzsuchern verwendet werden. Nach ihrer Ortung werden Minen vorsichtig freigelegt und entschärft. Automatische Minensuchgeräte, die an Fahrzeugen angebracht sind, orten Minen aus Metall. Minen aus Holz sind dagegen nur schwer zu orten. Im 2. Weltkrieg wurden Minenfelder manchmal von Panzern geräumt. Die Minensuche mit Hilfe von Metalldetektoren ist extrem zeitintensiv. Um beispielsweise alle die noch in Kroatien liegenden Minen zu bergen, würde man mit heutigen Methoden rund 690 Jahre benötigen. Zwei viel versprechende Ansätze wurden in dieser Hinsicht 1999 bekannt. Zwei amerikanische Entwicklungteams meldeten ihre neuen Minenspürtechniken zum Patent an. Die eine Entwicklung basiert auf der Nuclear Quadrupole Resonance, auf deutsch Kernquadrupol-Resonanz (siehe Quadrupol). Diese Methode macht sich vergleichbar mit der Kernmagnetischen Resonanz Eigenschaften des Atomkerns zu Nutze. Die zweite Entwicklung ortet mit Hilfe eines mikromechanischen Sensors Sprengstoffmoleküle. Die Ortung von feindlichen Unterwasserminen wurde in den letzten Jahren durch die Entwicklung von hochempfindlichen Unterwassergeräten wesentlich verbessert. Minen in Häfen und Wasserstraßen können durch elektronische Geräte unschädlich gemacht werden, die den elektrischen Stromkreis neutralisieren, der den Zünder steuert. Auch Roboter werden für die Ortung von Unterwasserminen eingesetzt. Die Roboter sind mit ihrem Mutterschiff durch Kabel verbunden und werden mit Sonar und Kabelfernsehen an die ebenfalls mit Sonar georteten Minen herangeführt. Sie können dann die verschiedenen Arten von Minen unschädlich machen. Es kann jedoch vorkommen, dass Plastikminen nicht geortet werden. Ein modernes Gerät macht Minen mit intensiven Mikrowellen unschädlich, die von landgestützten Fahrzeugen abgestrahlt werden, nachdem die Minen von Radargeräten in Flugzeugen aus einer Höhe von 3 000 Metern geortet wurden. Die Mikrowellen zerstören den Sprengstoff in der Mine, ohne dass es zur Detonation kommt. Die Mikrowellen müssen dabei auf die Mine gerichtet werden.
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