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Windows Live® Suchergebnisse Jacques NeckerEnzyklopädieartikel
Jacques Necker (1732-1804), französischer Finanzier und Staatsmann. Necker wurde am 30. September 1732 in Genf geboren. Er begann als Lehrling in einer Pariser Bank (1747), 1762 gründete er seine eigene Bank. Er wurde Direktor der Ostindischen Kompanie von Frankreich. 1775 schrieb er eine beachtete Wirtschaftsstudie, Essai sur la législation et le commerce des grains (Aufsatz über die Gesetzgebung und den Getreidehandel), in welcher er die Politik des Freihandels angriff, die von Finanzminister Anne Robert Jacques Turgot eingeführt worden war. Necker wurde 1777 zum Nachfolger von Turgot ernannt und führte eine Reihe von Finanzreformen ein, darunter ein gerechteres Besteuerungssystem und einen Plan, um die Verschuldung der Zentralregierung zu reduzieren. 1781 stellte er den Compte rendu au Roi (Bericht an den König) fertig, eine umfassende Analyse der Verschuldung der Zentralregierung. Im Verlauf desselben Jahres entließ König Ludwig XVI. Necker, teils deshalb, weil der König den Protestantismus Neckers nicht billigte, und teils deshalb, weil Necker Königin Marie Antoinette verärgert hatte. Er hinderte sie daran, gewisse Extravaganzen durchzusetzen, weil er auf seiner Sparpolitik beharrte. 1788 wurde Necker erneut Finanzminister. Die Öffentlichkeit rühmte ihn als den einzigen Mann, der in der Lage sei, wieder eine solide Verwaltung für das in Unordnung geratene französische Finanzsystem zu schaffen. Im folgenden Jahr nahm seine Popularität noch zu, als er dem König vorschlug, die Generalstände (États généraux) einzuberufen, die seit dem Jahr 1614 nicht mehr zusammengetroffen waren. Die Annahme verschiedener radikaler Vorschläge dieser Körperschaft veranlasste Ludwig XVI. zur erneuten Entlassung Neckers. Diese Handlung war der unmittelbare Auslöser für den Sturm auf die Bastille durch die aufgebrachte Bevölkerung von Paris am 14. Juli 1789. Kurz danach wurde Necker erneut vom König berufen, aber er konnte die Krise nicht lösen, trat im September 1790 zurück und lebte auf seinem Landgut in Coppet am Genfer See im Ruhestand. Er starb am 9. April 1804.
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