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Windows Live® Suchergebnisse SlawenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Slawen, die größte Gruppe der osteuropäischen Völker, mit mehr als 250 Millionen Angehörigen, die zumeist in Ost-, Südost- und Mitteleuropa (vor allem auf der Balkanhalbinsel) und jenseits des Ural in Asien leben. Die slawischen Sprachen mit ihren vielen Dialekten gehören zur Familie der indogermanischen Sprachen. Sie lassen sich in drei Gruppen unterteilen: die ostslawischen Sprachen (Russisch, Weißrussisch und Ukrainisch), die westslawischen Sprachen (Polnisch, Tschechisch und Slowakisch) und die südslawischen Sprachen (Slowenisch, Serbokroatisch, Mazedonisch und Bulgarisch).
Ursprünglich waren die Slawen Landwirte und Hirten, die vermutlich in den Sumpf- und Waldgebieten im heutigen Ostteil Polens und im Westen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine lebten. Um 150 n. Chr. begann vermutlich eine erste Welle slawischer Expansion. Im Norden zogen sie in von Finnen und Balten besiedelte Gebiete. In westlicher Richtung trafen sie bei der Besiedlung großer Teile Mitteleuropas auf Germanen und Kelten. Im 7. Jahrhundert waren die Slawen im Süden bis zur Ägäis und Adria vorgedrungen. In den folgenden 200 Jahren siedelten sie sich in weiten Teilen des Balkans an, der zu dieser Zeit zu Byzanz gehörte, und vertrieben viele der dort ansässigen Völker. Anderen, wie etwa den Bulgaren, zwangen sie ihre Kultur auf. Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert entstanden einige slawische Königreiche, aber in der Regel lebten die Slawen als Minderheiten in Vielvölkerstaaten. Ende des 16. Jahrhunderts hatten die Russen ein Gebiet jenseits des Ural in Asien erobert: Im 19. Jahrhundert hatte die slawische Kultur den Pazifik erreicht (siehe Sibirien). Die meisten slawischen Nationalstaaten entstanden erst nach der Auflösung Österreich-Ungarns und des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg. Mit Ausnahme der Tschechen waren die Slawen bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts Agrarvölker. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden unter kommunistischer Herrschaft Industrialisierung und Urbanisierung vorangetrieben. Der Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsordnungen in Osteuropa führte in den neunziger Jahren zu zahlreichen Spannungen und kriegerischen Auseinandersetzungen – etwa im ehemaligen Jugoslawien – zwischen slawischen Volksgruppen unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergrunds. Siehe auch Panslawismus
Die slawischen Völker sind weniger durch ihre gemeinsame Kultur als vielmehr durch die Verwandtschaft ihrer Sprachen verbunden. Unterschiedliche Entwicklungen wurden durch den Kontakt mit anderen Kulturen verstärkt. Griechische Missionare brachten im 9. und 10. Jahrhundert das Christentum zu den Slawen. Die Trennung in Ost- und Westkirche 1054 führte dazu, dass Polen, Slowaken und Tschechen katholisch wurden. In der Reformationszeit bildete sich dann in Böhmen eine große protestantische Minderheit. Auch die Slowenen und Kroaten auf dem Balkan nahmen den Katholizismus an und wurden von der mitteleuropäischen Kultur beeinflusst. Die Serben, Mazedonier, Bulgaren sowie die Mehrheit der Ostslawen (Weißrussen, Russen und Ukrainer) traten der orthodoxen Kirche bei und übernahmen viele Elemente der byzantinischen Kultur, darunter auch das kyrillische Alphabet. Im 14. Jahrhundert eroberten die Türken einen Großteil Südosteuropas. Teile des heutigen Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, Serbien und Montenegro und Slowenien wurden bis 1912 von ihnen beherrscht. Die jahrhundertelange türkische Vorherrschaft hatte spürbare Auswirkungen auf die Slawen des Balkans. Viele traten zum Islam über (siehe Bogomilen). Heute lebt die Mehrheit der slawischen Muslime in Bosnien und im Süden Bulgariens. Siehe auch Sorben
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