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Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (englisch Food and Agriculture Organization, FAO), Sonderorganisation der UN, deren Ziel insbesondere darin besteht, „die Ernährungs- und Lebensstandards zu heben ... und die Erzeugung und Verteilung von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten zu verbessern”.

Die FAO wurde auf einer Konferenz gegründet, die US-Präsident Franklin D. Roosevelt im Mai 1943 einberufen hatte. Die 34 anwesenden Nationen richteten eine UN-Interimskommission für Ernährung und Landwirtschaft ein. Am 16. Oktober 1945 fand in Quebec die erste Konferenz der FAO mit 44 Teilnehmern statt. 1994 kündigte der siebte FAO-Generalsekretär Jacques Diouf weitreichende Reformen an, darunter eine Dezentralisation der Behörde und eine stärkere Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien bei Projekten.

2

Aufbau

Im Jahr 2000 waren 180 Staaten Mitglied der Organisation; an ihrer Spitze steht ein Generaldirektor. Jeder Migliedsstaat hat eine Stimme in der Generalversammlung, die zweijährlich zusammentritt und Arbeitsprogramme, Haushalte und Verfahrensregeln beschließt sowie Empfehlungen zu landwirtschaftlichen Fragen abgibt. Der Welternährungsrat, der aus 49 Mitgliedsstaaten besteht, tagt in der Zeit zwischen den Konferenzen, beobachtet die Welternährungslage und schlägt notwendige Maßnahmen vor. Die Ausschüsse des Rates befassen sich mit Problemen im Bereich Landwirtschaft, Rohstoffe, Forstwirtschaft und Fischerei. Das dritte Organ, das Sekretariat, ist für die Durchführung der FAO-Programme zuständig. Die FAO hat ihren Sitz in Rom.

3

Aufgaben

Die FAO sammelt, analysiert und verteilt Informationen über Ernährung, Nahrungsmittel und Landwirtschaft. Sie fördert den Erhalt natürlicher Ressourcen und unterstützt eine angemessene nationale und internationale Agrarkreditpolitik sowie internationale Vereinbarungen über Agrarerzeugnisse.

Der internationale Austausch neuer Pflanzentypen, die Kontrolle von Krankheiten bei Tieren und Pflanzen und die technische Unterstützung bedürftiger Mitgliedsstaaten im Bereich Ernährung, Bewässerung, Bodenschutz und Wiederaufforstung gehören zu den Aufgaben der Organisation. In neuerer Zeit arbeitete die FAO daran, neue, schnellwüchsige Getreidesorten zu entwickeln, mit deren Hilfe vor allem in den Entwicklungsländern die Nahrungsmittelversorgung sichergestellt werden soll, sowie Überwachungsnetze einzurichten, die vor möglichen Nahrungsengpässen (wie der gegenwärtigen Gefahr großer Hungersnöte in Afrika) warnen.

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