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Ägyptisches Totenbuch

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Ägyptisches TotenbuchÄgyptisches Totenbuch

Ägyptisches Totenbuch, von dem deutschen Ägyptologen Karl Richard Lepsius 1842 erstmals veröffentlichte altägyptische Sammlung von Zaubersprüchen, Gesängen und Gebeten, die die Seele (Ka) auf ihrer Reise in das Totenreich (Amenti) geleiten und schützen sollten. Es spielte im Totenkult der Ägypter eine wichtige Rolle.

Die Ägypter glaubten, dass die Seele mit seiner Hilfe die sie behindernden Dämonen abwehren könne, um so die Prüfungen der 42 Richter in der Halle des Osiris zu bestehen. Die Totenbücher verweisen auch darauf, dass die Glückseligkeit im Jenseits nach dem Glauben im alten Ägypten davon abhing, ob der Verstorbene auf Erden tugendhaft gelebt hatte. Die frühesten bekannten religiösen Begräbnistexte stammen aus dem Alten Reich. Hierbei handelt es sich um Hieroglyphen, die in die Wände der Königspyramiden der 5. und 6. Dynastie eingeritzt waren. Diese so genannten Pyramidentexte waren Vorläufer der Totenbücher. Ein berühmtes Beispiel hierfür findet sich in der Pyramide des Unas, des letzten Pharaos der 5. Dynastie, der etwa von 2428 bis 2407 v. Chr. regierte. Später ließen auch Privatleute diese Texte auf ihre Sarkophage malen. Seit der 18. Dynastie wurden Sprüche, Gebete und Lieder auf Papyrus (siehe Papyrusstaude) geschrieben, die man in die Mumiensärge legte. Diese Papyri waren häufig 15 bis 30 Meter lang und farbig illustriert. Die Illustrationen stellen besonders schöne Beispiele ägyptischer Kunst dar; sie fassten einen Totenspruch bildhaft zusammen und bilden einen Vorläufer der Buchmalerei.

Die umfangreiche Sammlung von Begräbnistexten ist innerhalb der ägyptischen Literatur in drei kritischen Bearbeitungen überliefert. Die von den Priestern des Seminars von Anu (Heliopolis) herausgegebene enthält Texte, die zwischen der 5. und 12. Dynastie in Gebrauch waren. Die Bearbeitung von Theben sammelt Totentexte der 18. bis 22. Dynastie. Die Sprüche und Formeln des Totenbuches von Saite waren etwa von 600 bis 31 v. Chr. im Gebrauch. Allerdings ist der Titel Totenbuch irreführend, da die Sammlungen relativ unsystematisch Texte verschiedener Perioden zusammenfassen.

Siehe auch tibetanisches Totenbuch

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