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    Dieser Artikel befasst sich mit der politischen Ökonomie im historischen Kontext. Für die ökonomische Theorie der Politik siehe Neue Politische Ökonomie.

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Politische Ökonomie

Enzyklopädieartikel

Politische Ökonomie, durch den französischen Dramatiker und Wirtschaftstheoretiker Antoine de Montchrétien 1615 geprägter Begriff zur Bezeichnung der Volkswirtschaftslehre, der deutlich machen soll, dass eine Trennung von Wirtschaft und Politik nicht möglich ist. Später wurde der Terminus in vielfältigen Bedeutungen verwendet.

Im 18. und 19. Jahrhundert diente der Begriff zur Charakterisierung der klassischen Nationalökonomie. Diese von Adam Smith eingeleitete wirtschaftliche Richtung forderte, der Staat solle sich aus der wirtschaftlichen Entwicklung weitgehend heraushalten und den Einzelnen im Eigeninteresse handeln lassen. Hier setzte die Kritik von Karl Marx an, welcher der Politischen Ökonomie vorwarf, in Wahrheit unpolitisch zu sein und als Betrachtungsobjekt lediglich das einzelne Individuum zu wählen (dies legte er in seiner 1895 publizierten Kritik der politischen Ökonomie und in seinem Hauptwerk Das Kapital dar).

Nach marxistischer Anschauung existieren verschiedene Klassen und Gruppen – wie Arbeiter und Kapitalisten –, die wirtschaftlich und politisch gegensätzliche Anschauungen vertreten. Politische Ökonomie (oder Politökonomie) wurde daher im Marximus als Gegenbegriff zur späteren (neoklassischen), als unpolitisch eingestuften Nationalökonomie verwendet. Nachdem Wirtschaftswissenschaftler wie Alfred Marshall den Begriff Political Economy zugunsten der Bezeichnung Economics aufgegeben hatten, gab es Politische Ökonomie bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts nur noch in der marxistischen Terminologie. Zu dieser Zeit entstand der Forschungszweig der Neuen Politischen Ökonomie, der sich Entscheidungsfindungen innerhalb der Politik widmet.

Im Gegensatz zu traditionellen Wirtschaftskonzepten geht es im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie darum, eine Integration von Politik und Ökonomie durch die Analyse wechselseitiger Abhängigkeiten durchzuführen. Ein Ansatz dieses Konzepts besteht darin, das Phänomen des individuellen Entscheidungsprozesses von der Ökonomie auf die Politik zu übertragen. Das Verhalten von politischen Instanzen ist demnach nicht von der Ausrichtung auf ein ideelles Gemeinwohl geprägt, sondern von individuellen Zielsetzungen gezeichnet. Danach verfolgen beispielsweise die führenden Mitglieder einer an die Macht gekommenen Partei eigennützige Ziele, die ihnen Einfluss und Einkommen sichern. Kritiker der Neuen Politischen Ökonomie verweisen darauf, dass der ökonomische und der politische Sektor keineswegs analog strukturiert seien und daher keine unmittelbare Übertragung zuließen.

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