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Artikelgliederung
Schleswig-Holstein, nördlichstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt im Norden an Dänemark, im Osten an die Ostsee und Mecklenburg-Vorpommern, im Süden an die Bundesländer Hamburg und Niedersachsen und im Westen an die Nordsee. Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt ist Kiel. Lübeck, Flensburg und Neumünster sind weitere Städte von Bedeutung. Das Bundesland ist 15 729 Quadratkilometer groß und hat circa 2,7 Millionen Einwohner.
Schleswig-Holstein umfasst in etwa das südliche Drittel der Halbinsel Jütland sowie die Nordfriesischen Inseln und Helgoland in der Nordsee und die Ostsee-Insel Fehmarn. Jütland ist ein Teil des Norddeutschen Tieflandes, das weithin von Ablagerungen pleistozäner Inlandvergletscherungen bedeckt ist. Alle Landschaftsformen Schleswig-Holsteins – mit Ausnahme der Helgolands – sind glazialen oder marinen Ursprungs. Von Westen nach Osten gliedert sich das Bundesland in vier verschiedene Landschaften: in die Marschenzone an der Nordsee (mit vorgelagertem Wattenmeer), in die Altmoränenzone der hohen Geest, in die Sandzone der niederen Geest und in die Jungmoränenzone des östlichen Hügellandes an der Ostsee (mit Förden und Buchten). Das Marschland im Westen Schleswig-Holsteins entstand aus Schlickablagerungen wiederholter Transgressionen (Vordringen des Meeres über größere Teile des Festlandes) seit dem Ende der letzten Eiszeit. An der Nordsee schützen Deiche das Marschland gegen Sturmfluten und Überschwemmungen. Vor den Deichen erstreckt sich das Watt, ein 5 bis 30 Kilometer breiter Bereich, der bei Flut vom Meer überflutet wird und bei Ebbe zum Teil oder ganz trockenfällt. Küstennahe Bereiche werden durch Eindeichung als Polder zu neuem Marschland. Um das Ökosystem Wattenmeer zu schützen wurde 1985 zwischen der dänischen Grenze und der Elbmündung ein Nationalpark gegründet. Das Marschland Schleswig-Holsteins besteht aus der Landschaft Dithmarschen im Süden, der Halbinsel Eiderstedt und dem inselreichen Nordfriesland. Zwei verschiedene Inseltypen kommen in Nordfriesland vor: die Geestinseln Sylt, Amrum und Föhr und die Marschinseln Nordstrand, Pellworm und die Halligen. Im Herbst 1998 ereignete sich in der Nordsee eine ökologische Katastrophe. Nachdem bereits am 25. Oktober der Frachter Pallas vor der dänischen Küste in Brand geraten und schließlich vor Amrum gestrandet war, liefen im November rund 50 Tonnen Öl in die Nordsee. Das Wattenmeer zwischen Amrum, Sylt und Föhr wurde stark verschmutzt. Im Zentrum Schleswig-Holsteins liegt die Geest-Landschaft. An die Marschenzone schließt sich im Westen, teilweise mit einem beträchtlichen Höhensprung, die hohe Geest an, eine wellige Moränenlandschaft älterer Eiszeiten. Gegen Osten geht die hohe Geest in die sandige niedere Geest (Vorgeest) über. Das Hügelland im Osten Schleswig-Holsteins besteht aus Grund- und Endmoränen der Weichsel-Eiszeit. Es birgt zahlreiche Seen und hat fruchtbare Lehmböden. Im Norden wird das Hügelland von den Förden der Ostsee in die Halbinseln Angeln, Schwansen und Dänischer Wohld geteilt. Im Süden des Hügellandes liegen das, von Endmoränenzügen umrahmte, Lübecker Becken, das Moränenhochgebiet des Bungsberges – der mit 168 Metern die höchste Erhebung des Bundeslandes ist – die Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz und die flachen Grundmoränenlandschaften der Probstei, Ostwagriens und Fehmarns. Die Ostseeküste ist teilweise als Steilküste und teilweise als flache Ausgleichsküste ausgebildet. Das Klima Schleswig-Holsteins ist ozeanisch mit milden Wintern und kühlen Sommern. Vorherrschende Windrichtung ist West. Die Niederschlagsmenge, die ein Jahresmittel von 720 Millimetern aufweist, nimmt von der hohen Geest bis nach Fehmarn ab. Mit einem Waldanteil von nur 9 Prozent ist Schleswig-Holstein das waldärmste Bundesland Deutschlands. Die Flüsse, die den Naturraum Schleswig-Holsteins prägen, sind Eider, Treene, Trave, Alster und Stör. Der Nord-Ostsee-Kanal verläuft von der Kieler Förde aus nach Südwesten zur Elbe hin. Im Osten gibt es eine Reihe von Seen, wie den Selenter See, den Ratzeburger See und die Plöner Seenplatte.
Die Westküste Schleswig-Holsteins und die ihr vorgelagerten Inseln sind die Heimat der Nordfriesen, die teilweise noch ihre eigene Sprache sprechen. Im Raum um Flensburg lebt eine dänische Minderheit. Die Bevölkerungsdichte von 171 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Rund 86 Prozent der Menschen sind Protestanten, etwa sechs Prozent Katholiken.
Das Land gliedert sich in die kreisfreien Städte Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster und die Landkreise Dithmarschen, Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Steinburg und Stormarn. Die Landesverfassung wurde 1949 verabschiedet. Die 69 Abgeordneten des Landtages (seit 2005; davor waren es 89) werden für fünf Jahre gewählt. Von der Fünfprozentklausel befreit ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW;, die politische Vertretung der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein; er war – mit Ausnahme einer Legislaturperiode – immer mit mindestens einem Abgeordneten im Landtag vertreten. Schleswig-Holstein ist das zweite Bundesland nach Niedersachsen, in dem 16-Jährige bei Kommunalwahlen (zum ersten Mal im Frühjahr 1998) wahlberechtigt waren.
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