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Frank Capra (1897-1991), amerikanischer Filmregisseur und Produzent. Mit Filmen wie It Happened One Night (1934; Es geschah in einer Nacht) avancierte er zu den wichtigsten Komödienregisseuren des Hollywoodkinos in den dreißiger Jahren. Capra wurde am 19. Mai 1897 in Palermo (Sizilien) geboren und wuchs in Los Angeles auf, nachdem er im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigriert war. Nach dem Besuch des College studierte er am California Institute of Technology. Ehe er sich dem Filmbusiness zuwandte, verdiente er in verschiedenen Berufen seinen Lebensunterhalt. Mit dem Kurzfilm Fultah Fisher’s Boarding House (1922; nach einer Ballade von Rudyard Kipling) lieferte Capra für die Produktionsfirma des Schauspielers Walter Montague seine erste Regiearbeit. Nach einer Tätigkeit als Gag-Schreiber für Hal Roach 1925 arbeitete er als Drehbuchautor für die Mack-Sennett-Studios. Anschließend führte er Regie bei drei der besten Filme mit dem Komiker Harry Langdon: Tramp Tramp Tramp (1926), The Strong Man (1926) und Long Pants (1927). Nachdem Capra von Langdon entlassen worden war, da dieser selbst Regie führen wollte, wechselte er im Jahr darauf als Komödienregisseur zu Columbia Pictures, wo er optimale Arbeitsbedingungen vorfand. Capra erwies sich vor allem durch differenzierte Charakterzeichnung und ein Gespür für Situationskomik als Meister des Faches. Er führte Regie bei Platinum Blonde (1931; Vor Blondinen wird gewarnt) mit Jean Harlow, einem der Sexsymbole der dreißiger Jahre. Mit allen künstlerischen Freiheiten ausgestattet, gelangen Capra in dem Zeitraum von 1934 bis 1944 eine ganze Reihe hochkarätiger Filme, die in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Robert Riskin entstanden und deren finanzielle Erfolge die Columbia Pictures in den Kreis der Major Studios führte. Den Auftakt bildete die hervorragend gespielte und inszenierte Screwball-Komödie It Happened One Night (1934; Es geschah in einer Nacht) mit Clark Gable und Claudette Colbert. Der ironische und geistreiche Film, der geprägt ist durch Gesellschaftskritik und unterschwellige erotische Brisanz, erzählt die turbulente Liebesgeschichte zwischen einer Millionärstochter und einem arbeitslosen Zeitungsreporter. Er wurde mit den fünf wichtigsten Oscars prämiert, für den besten Film, Regie, Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin sowie Drehbuch. Capra setzte die Reihe seiner meisterlichen Komödien fort mit Mr. Deeds Goes to Town (1936; Mr. Deeds geht in die Stadt, mit Gary Cooper und Jean Arthur), You Can’t Take It with You (1938; Lebenskünstler), die ihm weitere Regie-Oscars einbrachten, sowie Mr. Smith Goes to Washington (1939; Mr. Smith geht nach Washington), die mit ihrem grundlegenden Glauben an das Gute im Menschen und den Sieg der Gerechtigkeit von einer optimistischen Weltsicht zeugen, eine Formel, die in Zeiten wirtschaftlicher Depression den Publikumsgeschmack traf. Protagonist dieser Werke ist der einfache Durchschnittsamerikaner, der mit Idealismus und Naivität die Schwierigkeiten des Alltagslebens meistert. Die etwas skeptischere Variation dieses Grundmusters in Meet John Doe (1941; Hier ist John Doe) wurde von Publikum und Kritik reservierter aufgenommen. Während des 2. Weltkrieges schuf Capra militärische Dokumentarfilme innerhalb der Reihe Why We Fight, für deren ersten Teil, Prelude to War, er 1942 mit einem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde. Der letzte große Kassenschlager gelang ihm mit der ironisch-makabren Komödie Arsenic and Old Lace (1944; Arsen und Spitzenhäubchen, mit Cary Grant), in der scheinbar harmlose alte Damen sich als Massenmörderinnen entpuppen. Nach dem 2. Weltkrieg konnte Capra nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen: Die veränderte gesellschaftliche Situation zog auch einen Wandel des Publikumsgeschmacks nach sich, die frühere Erfolgsformel, die gesellschaftliche Widersprüche harmonisierte, war offenbar nicht mehr akzeptabel. 1945 rief er zusammen mit William Wyler, George Stevens und Samuel Briskin die unabhängige Produktionsgesellschaft Liberty Films ins Leben. Zu den Arbeiten in der zweiten Phase von Capras Œuvre, die durch zunehmende Sentimentalität gekennzeichnet sind, gehören It’s a Wonderful Life (1946; Ist das Leben nicht schön?), State of the Union (1948; Der beste Mann), A Hole in the Head (1959; Eine Nummer zu groß) und A Pocketful of Miracles (1961; Die unteren Zehntausend). Capra war auch der erste Präsident der Gewerkschaft der Filmregisseure, an deren Gründung er maßgeblich mitwirkte. 1982 wurde er mit dem Life Achievement Award des American Film Institute ausgezeichnet. Seine Autobiographie, die interessante Einblicke hinter die Kulissen des Hollywood-Systems bietet, publizierte er unter dem Titel The Name Above the Title (1971; Frank Capra: Autobiographie, 1991). Frank Capra starb am 3. September 1991 in La Quinta (Kalifornien).
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