Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse KrallenaffenEnzyklopädieartikel
Krallenaffen, Familie kleiner Neuweltaffen mit etwa 40 Arten. Krallenaffen unterscheiden sich von anderen Affen dadurch, dass sie in jeder Oberkieferhälfte zwei statt drei Molaren (Backenzähne) haben sowie an allen Fingern und Zehen außer an den Großzehen krallenartig verlängerte Nägel; die Nägel der Großzehen sind abgeplattet wie beim Menschen. Die Daumen sind nicht opponierbar (können nicht den anderen Fingern gegenübergestellt werden). Krallenaffen besitzen ein weiches, seidiges Fell und lange Haarbüschel an den Ohren. Sie bewohnen den südamerikanischen Tropenwald und sind dort an das Baumleben angepasst. Ihre Nahrung besteht u. a. aus Früchten und Insekten. Pro Wurf bringen sie ein bis drei Junge zur Welt. Die meisten Arten der Krallenaffen sind im Bestand bedroht, da ihr Lebensraum zunehmend zerstört wird. Krallenaffen werden in zwei Großgruppen eingeteilt: Marmosetten und Tamarine. Die Marmosetten sind meist kleiner als die Tamarine. Der zu den Marmosetten gehörende Zwergseidenaffe hat eine Kopfrumpflänge von 12 bis 15 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 17 bis 23 Zentimetern und ein Gewicht von gut 100 Gramm. Das Fell ist gleichmäßig gelblich braun gefärbt, der Schwanz weist eine undeutliche Ringelung auf. Der tagaktive Zwergseidenaffe hält sich gern im Bereich dicht bewachsener Waldränder auf, er ernährt sich vor allem von Baumsäften, aber auch von Früchten und Insekten. Seine Fressfeinde sind Raubkatzen, Greifvögel und Schlangen. In Brasilien wurden um die Jahrtausendwende wiederholt neue Marmosettenarten entdeckt, 2000 z. B. die eichhörnchengroßen Spezies Callithrix manicorensis und Callithrix acariensis. An der Marmosetten-Art Callithrix kuhlii wurde beobachtet, dass zweieiige Zwillinge, die bei dieser Art die Regel sind, während ihrer Entwicklung in der Gebärmutter häufig Zellen austauschen und dann in ihren Geweben die Erbanlagen beider Individuen tragen; solche Lebewesen nennt man Chimären. Ist eine dieser Chimären später geschlechtsreif, kann sie das aufgenommene Genmaterial über die Keimbahn an ihre Jungen vererben und ist damit in genetischer Hinsicht nicht der Vater oder die Mutter der Jungen (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2007). Die Bestände des zu den Tamarinen gehörenden, in Brasilien lebenden Goldgelben Löwenaffen, der eine Kopfrumpflänge von etwa 30 Zentimetern hat, waren in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts fast völlig zusammengebrochen. Doch gelang es, die Bestandsentwicklung dieser Art durch Ausbürgerung von Nachzuchten zu stabilisieren, so dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder 1 000 Goldgelbe Löwenaffen im Freiland lebten. Systematische Einordnung: Krallenaffen bilden die Familie Callithricidae der Ordnung Primates; sie werden heute auch als Unterfamilie der Familie Cebidae (Kapuzinerartigen) eingeordnet. Marmosetten bilden die Gattung Callithrix. Der Zwergseidenaffe wird wissenschaftlich als Callithrix pygmaea bezeichnet. Tamarine umfassen mehrere Gattungen: Eigentliche Tamarine bilden die Gattung Saguinus, Perückenaffen die Gattung Oedipomidas und Löwenaffen die Gattung Leontopithecus. Der Goldgelbe Löwenaffe heißt Leontopithecus rosalia.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |