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Heiliger Bonaventura

Enzyklopädieartikel

Heiliger Bonaventura (um 1217 bis 1274), italienischer Theologe und geistliches Oberhaupt des Franziskanerordens. Aufgrund seiner mystischen Schriften wurde er auch Doctor seraphicus genannt.

Bonaventura wurde in Bagnoregio (Provinz Viterbo, Italien) als Sohn des Arztes Johannes Fidanza geboren. 1235 ging er an die Universität von Paris, wo er unter Alexander von Hales studierte. 1243 trat er unter dem Namen Bonaventura dem Franziskanerorden bei, setzte seine theologischen Studien fort und wurde um 1254 Professor der Theologie. Während dieser Zeit schrieb er den „Sentenzenkommentar” oder Breviloquium und beschäftigte sich, wie auch sein Zeitgenosse Thomas von Aquin, mit der Aufnahme aristotelischen Gedankengutes in die augustinische Tradition. Bonaventura akzeptierte den größten Teil der aristotelischen Philosophie. Er lehnte aber seine Metaphysik als unzulänglich ab, da sich Aristoteles nicht vom Licht des christlichen Glaubens leiten ließ. Die Lehre von der Erleuchtung des menschlichen Geistes durch das Göttliche übernahm er von dem heiligen Augustinus. Sein Werk Reise des Geistes zu Gott (1259) sowie seine kurzen mystischen Abhandlungen spiegeln seine Beschäftigungen mit den Möglichkeiten der Seele wider, Gott zu erkennen und mit ihm eins zu werden.

Aufgrund seiner Gelehrsamkeit wurde Bonaventura 1257 zum geistlichen Oberhaupt der Franziskaner gewählt. Es war die Zeit der inneren Spaltung des Ordens, die bedingt war durch die Frage, wie streng der Orden die von Franz von Assisi geforderte Verpflichtung zur Armut befolgen müsse. Es gelang ihm, die Spaltung zu überwinden, was ihm den Ruf eines zweiten Begründers des Ordens eintrug. 1263 schrieb er das Buch Leben des Heiligen Franz von Assisi und unternahm auch selbst Wanderungen, um die Lehre der Franziskaner zu predigen.

Unter Papst Gregor X. (Papst von 1271 bis 1276) wurde Bonaventura im Mai 1273 zum Kardinalbischof von Albano erklärt und nahm an den Vorbereitungen für ein Konzil in Lyon teil, das er leiten sollte um den Bruch mit der morgenländischen Kirche (siehe Ostkirche) zu verhindern. Er starb noch vor Beendigung des Konzils in Lyon am 15. Juli 1274.

Papst Sixtus IV. hat Bonaventura 1482 heiliggesprochen, und 1587 oder 1588 ernannte ihn Papst Sixtus V. zum Kirchenlehrer. Sein Feiertag fällt auf den 15. Juli.

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