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Vulgata

Enzyklopädieartikel

Vulgata (kirchenlateinisch: volkstümliche Ausgabe), lateinische Bibelübersetzung, die vom Konzil von Trient 1546 offiziell für authentisch erklärt wurde. Die Bezeichnung galt ursprünglich für die allgemein verständliche Ausgabe der griechischen Septuaginta, die von den frühen Kirchenvätern verwendet wurde. Die ins Altlateinische übertragene Version der Septuaginta, die das Alte und Neue Testament umfasste, wurde während der ersten Jahrhunderte von der westlichen Kirche intensiv genutzt. Die heutige zusammengesetzte Vulgata ist hauptsächlich das Werk des Hieronymus, eines Kirchenlehrers.

Zuerst verwendete Hieronymus für seine Übersetzung des Alten Testaments die griechische Septuaginta, wobei er auch Teile der Apokryphen miteinbezog. Später orientierte er sich direkt an den hebräischen Originaltexten. Auf Bitte von Papst Damasus I. hatte Hieronymus zwischen 383 und 385 bereits eine Übertragung des Neuen Testaments vorgenommen.

Während der nächsten zwölf Jahrhunderte wurde der Text der Vulgata immer ungenauer überliefert. Das Konzil von Trient erkannte die Notwendigkeit, einen authentischen lateinischen Text zu erstellen und gab eine Überarbeitung der bisher existierenden fehlerhaften Ausgaben in Auftrag. 1546 verfügte das Konzil, dass die Vulgata die grundlegende lateinische Version der Bibel sein sollte. Diese überarbeitete Version wird noch heute von Gelehrten verwendet. Eine moderne Fassung, die nach dem 2. Vatikanischen Konzil von Papst Paul VI. in Auftrag gegeben worden war, wurde 1977 weitgehend fertig gestellt. Diese Version dient als Grundlage für die neuen liturgischen Texte in lateinischer Sprache. Sie wiederum war Basis der Bibelübersetzungen in die jeweiligen Landessprachen, die ebenfalls vom Konzil in Auftrag gegeben wurden.

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