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Innenarchitektur

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Fresko in der Mysterienvilla von PompejiFresko in der Mysterienvilla von Pompeji
Artikelgliederung
1

Einleitung

Innenarchitektur, die Formgebung, Inneneinrichtung und Dekoration von Wohnräumen und Arbeitsstätten unter Berücksichtigung von praktischen und ästhetischen Aspekten.

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Allgemeines

Innenarchitektur bezieht sich auf die Ausstattung von privaten Lebensräumen wie Wohnungen und Häusern, Geschäftsräumen wie Büros, öffentlichen Gebäuden wie Theater und Museen, sakralen Gebäuden und in jüngerer Zeit vermehrt auch restaurierten historischen Gebäuden.

Obwohl in der Regel der Nutzer einer Wohnung sein eigener Innenarchitekt ist, können diese Aufgabe auch professionelle Inneneinrichter übernehmen, wie Architekten und Handwerker und seit Beginn des 20. Jahrhunderts eigens dafür ausgebildete Innenarchitekten. Nutzer und Inneneinrichter sind mit der Aufgabe konfrontiert, für einen vorgegebenen Raum eine Ausstattung zu entwerfen, die den Lebensumständen oder Bedürfnissen seiner Bewohner und der Architektur des jeweiligen Gebäudes Rechnung trägt.

Bereits im 15. Jahrhundert versuchte man Äußeres und Innengestaltung von Gebäuden stilistisch in Einklang zu bringen, wobei diese Aufgabe zunächst vor allem zeitgenössische Künstler übernahmen. Im 18. Jahrhundert waren Schreiner, Maler, Stuckateure und Dekorateure für die Inneneinrichtung verantwortlich, bis sich um die Wende zum 20. Jahrhundert unter dem Einfluss des englischen Arts and Crafts Movement und des Deutschen Werkbundes der Innenarchitekt als eigenständiger Berufsstand herauszubilden begann. In Deutschland setzten besonders die Deutschen Werkstätten, das Bauhaus (in den zwanziger und dreißiger Jahren) und die Ulmer Hochschule für Gestaltung (in den sechziger Jahren) Maßstäbe für ein funktionsgerechtes Wohnen und beeinflussten nicht nur ganze Generationen von Architekten, Innenarchitekten und Designern, sondern auch die Nutzer von Räumen selbst.

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Antike

Die einfachen Häuser aus Lehmziegeln im alten Ägypten waren spärlich möbliert und besaßen an Innendekoration kaum mehr als farbig getünchte Wände. In Häusern sozial höher gestellter Persönlichkeiten waren die Innenwände mit auffälligem farbigem Dekor bemalt. Wohlhabende Familien lebten in reich ausgestatteten Häusern, die oft um einen Innenhof (Patio) herum angelegt waren. Die Räume wurden mit Wandtafeln geschmückt, die mit Pflanzenornamenten bemalt waren. Oft wurden die Wände mit Schilfmatten verkleidet, die ein günstiges Raumklima herstellten; das Mobiliar war ausgefallen und mit Intarsien aus Elfenbein, Edelsteinen und Silber versehen. Die Wandmalereien in Palästen zeigten zeichnerische Darstellungen von Familien. Manchmal waren die Fußböden blau gestrichen, um die Illusion von beruhigendem Wasser zu schaffen.

Die antike griechische Architektur legte großen Wert auf Symmetrie, einfache Formen und funktionales Bauen. Dennoch waren Wohnhäuser und öffentliche Gebäude mit Wandmalereien verziert. Aus Wohnhäusern in Mykene (15. Jahrhundert v. Chr.) sind farbige Freskomalereien von hohem künstlerischem Wert erhalten, und auf Kreta wurden in hellenischer Zeit Wohnräume mit farbintensiven Fresken und erlesener Handwerkskunst aus Elfenbein, Keramik, Gold, Bronze und Silber verziert.

Beispiele für die Inneneinrichtung aus römischer Zeit sind besonders gut in den in Pompeji und Herculaneum erhaltenen Häusern zu studieren. Ihre Wände und Fußböden sind häufig mit Mosaiken dekoriert. Trompe-l’œil-Effekte durch auf die Wände gemalte Landschaften waren ebenfalls verbreitet. Bequemlichkeit und Funktionalität waren bereits wichtige Kriterien, wie der Essbereich der damaligen Wohnhäuser zeigt, die gepolsterte Liegesofas besaßen, auf denen man sich beim Essen zurücklehnen konnte. Da Luxus ein Statussymbol der reichen freien römischen Bürger war, waren deren Wohnungen oft mit teuren Einrichtungsgegenständen, die nicht selten aus Eroberungszügen stammten, und dekorativen Wandbehängen aus Seide, Wolle und Leinen eingerichtet. Phantasievoll gestaltet waren auch Haushaltswaren und Dekorationsobjekte, die aus Bronze, Glas, Gold, Silber und Ton hergestellt wurden.

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Orientalische Innenarchitektur

Der islamische Stil integrierte zwar Einflüsse verschiedener anderer Kulturen, konnte sich jedoch seine Eigenheiten bewahren und seinerseits in der Innenarchitektur einen sehr starken und weit reichenden Einfluss in Europa und Asien entfalten. Da der Koran die Abbildung von Menschen und Tieren verbietet, entwickelten sich in Architektur und Inneneinrichtung der islamischen Welt besonders kunstvolle geometrische, organische und kalligraphische Motive als Dekorationsmuster. Viele Dekore basierten auf Gartenmotiven, Früchte und Blumen finden sich auf Wänden, Textilien, Teppichen und Keramik. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist geometrisches Gitterwerk, das auf der Form eines Achteckes basiert. Möbel und Wandbehänge waren oft aus Seide oder Samt gefertigt. Der antike islamische Inneneinrichtungsstil lässt sich in der Alhambra in Granada (Andalusien) sehr gut studieren. Die Räume sind um Innenhöfe herum angeordnet und reich dekoriert mit einer ausgewogenen Mischung aus Kacheln, Stuckarbeiten und Filigran-Vertäfelungen, die ursprünglich durch luxuriöse Teppiche und Wandbehänge ergänzt wurden. Der islamische Einrichtungsstil breitete sich bis nach Indien aus und erreichte in der Zeit zwischen 1556 und 1658 seinen Höhepunkt. Die Tradition der islamischen Innenarchitektur hat sich bis heute über den arabischen Raum hinaus erhalten.

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