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Sir Peter Strawson

Enzyklopädieartikel

Sir Peter Strawson (1919-2006), britischer Philosoph. Als Vertreter der analytischen Philosophie beschäftigte er sich mit Problemen der Alltagssprache.

Strawson wurde am 23. November 1919 als Sohn eines Lehrers in London geboren. Er studierte Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft am Saint John’s College in Oxford. Während des 2. Weltkrieges war er als Radartechniker eingesetzt. Nach einer Dozententätigkeit in Wales kehrte er mit einem Stipendium nach Oxford zurück, um seine Studien fortzusetzen. Sein in den fünfziger und sechziger Jahren entstandenes Werk hatte beträchtlichen Einfluss auf die moderne Sprachphilosophie, jedoch erreichte Strawson in der Öffentlichkeit nicht den Bekanntheitsgrad anderer britischer Philosophen wie Bertrand Russell oder Alfred Jules Ayer. Gefördert von seinem Lehrer Gilbert Ryle, wurde Strawson als dessen Nachfolger 1968 Professor für Metaphysik an der Universität Oxford, als der er bis zu seiner Emeritierung 1987 tätig war. Von Königin Elisabeth II. wurde er 1977 in den Adelsstand erhoben. Strawson starb am 13. Februar 2006 in Oxford.

Erste Aufmerksamkeit in der akademischen Welt erfuhr Strawson mit seinem Aufsatz On Referring (1950), mit dem er Kritik an Bertrand Russels Werk Theory of Descriptions (1905) übte. Seine erste Buchveröffentlichung, Introduction to Logical Theory (1952; Einführung in die logische Theorie), analysiert das Verhältnis zwischen formaler Logik und den logischen Strukturen der Alltagssprache. Nach Strawson reicht die formale Logik allein nicht aus, um die Komplexität der Sprache zu beschreiben; daher entwickelte er eine eigene Methodik zur Sprachanalyse. In seinem Hauptwerk Individuals (1959; Einzelding und logisches Subjekt) entwarf der Autor eine Metaphysik, die beschreibt, wie Menschen über die Welt reflektieren. Dabei kommt den Kategorien „materieller Körper” und „Person” in der begrifflichen Struktur der Welt eine zentrale Rolle zu. Das Buch gehört zu den einflussreichsten Werken der sprachanalytischen Philosophie im 20. Jahrhundert. Mit seinem Werk The Bounds of Sense (1966; Die Grenzen des Sinns) verband er Grundgedanken von Immanuel Kants Erkenntnisphilosophie aus der Kritik der reinen Vernunft (1781) mit Konzepten der modernen Sprachphilosophie und löste damit eine Neurezeption der kantischen Philosophie in der angelsächsischen Welt aus. Weitere Werke Strawsons sind Skepticism and Naturalism (1985), Analysis and Metaphysics (1992) sowie Entity and Identity (1997).

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